World Robotics Report 2026 Deutschland installiert 41 Prozent der EU-Roboter

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Deutschlands verarbeitendes Gewerbe installierte 2025 laut International Federation of Robotics 24.800 Industrieroboter. Das entsprach 41 Prozent aller Neuinstallationen in der EU. Hinter dieser starken europäischen Position stehen jedoch sinkende Nachfrage, ein deutliches Minus in der Produktion und ein Einbruch bei den Exporten.

In Deutschland dürfte die Gesamtnachfrage nach Robotern 2026 erneut zurückgehen. Ab 2027 rechnen Experten einhellig wieder mit steigen Installationszahlen.(Bild:  Estun Robotics Europe AG)
In Deutschland dürfte die Gesamtnachfrage nach Robotern 2026 erneut zurückgehen. Ab 2027 rechnen Experten einhellig wieder mit steigen Installationszahlen.
(Bild: Estun Robotics Europe AG)

Deutschland hat 2025 laut dem aktuellen World Robotics Report der International Federation of Robotics (IFR) 24.800 neue Industrieroboter installiert. Damit entfielen 41 Prozent der Neuinstallationen in der Europäischen Union (EU) auf den deutschen Markt. Weltweit lag Deutschland bei den jährlichen Installationen auf Rang fünf, hinter China, Japan, den USA und Südkorea.

Die jährlichen Neuinstallationen von Industrierobotern in Deutschland gingen 2025 auf rund 25.000 Einheiten zurück. Damit lag der Markt unter dem Höchstwert von 28.000 Installationen im Jahr 2023.(Bild:  IFR)
Die jährlichen Neuinstallationen von Industrierobotern in Deutschland gingen 2025 auf rund 25.000 Einheiten zurück. Damit lag der Markt unter dem Höchstwert von 28.000 Installationen im Jahr 2023.
(Bild: IFR)

Die Zahl zeigt Deutschlands Gewicht in der europäischen Fertigungsautomation. Sie kaschiert jedoch den Rückgang des Markts: Gegenüber 2024 sanken die Installationen laut IFR um acht Prozent. Von 2020 bis 2025 stiegen sie über alle Branchen hinweg im Mittel nur um zwei Prozent pro Jahr.

Autoindustrie verliert an Gewicht

Die Automobilindustrie blieb mit 5.800 installierten Einheiten der größte Abnehmer. Ihr Anteil an allen Roboterinstallationen in Deutschland lag bei 23 Prozent. 2020 hatte die Branche noch 40 Prozent ausgemacht.

Die IFR führt die geringere Nachfrage unter anderem auf schwächere Absätze bei Elektrofahrzeugen sowie auf politische Unsicherheit und zurückgestellte Investitionen zurück. Kapazitäten würden neu justiert. Der Rückgang betrifft allerdings nicht nur die Autobranche.

Die metallverarbeitende Industrie installierte 5.300 Roboter, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Chemie- und Kunststoffindustrie kam auf 3.000 Einheiten, ein Minus von fünf Prozent. Zusammen standen diese drei Sektoren für mehr als die Hälfte der deutschen Neuinstallationen.

Produktion und Export brechen ein

Noch deutlicher fiel der Rückgang auf der Herstellerseite aus. Die deutsche Produktion von Industrierobotern sank 2025 um 24 Prozent auf 23.700 Einheiten. Die Exporte gingen sogar um 37 Prozent auf 15.100 Einheiten zurück.

Nach Darstellung der IFR hängt dies auch mit einer veränderten Produktionsstruktur zusammen. Hersteller produzierten stärker nahe ihrer jeweiligen Absatzmärkte. Deutschland verliere dadurch einen Teil seiner Rolle als Exportstandort. Hinzu komme, dass internationale Robotikanbieter Deutschland häufig als europäische Vertriebszentrale nutzten. Die schwache europäische Nachfrage drücke deshalb sowohl Re-Exporte als auch Importe in diese Hubs.

Die Zahlen markieren einen klaren Widerspruch: Deutschland bleibt der mit Abstand wichtigste Markt für neue Industrieroboter in der EU, während die heimische Fertigung und der Außenhandel spürbar nachgeben. Die hohe Installationszahl ist damit kein Beleg für eine uneingeschränkt robuste Robotikindustrie, sondern vor allem für die Größe des deutschen Automatisierungsmarkts.

Für den Mittelstand sieht die IFR Potenzial bei leichter programmierbaren, günstigeren und flexibleren Automatisierungslösungen. Dazu zählen kollaborative Systeme und Robot-as-a-Service-Modelle. Wie stark diese Angebote die schwächere Investitionsneigung in den Kernbranchen auffangen können, lässt der Bericht offen. Bereits frühere Beiträge zur KI-gestützten Robotik in der Fertigung zeigen, dass sich der Einsatz zunehmend über klassische Großserienproduktion hinaus verschiebt.

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