Technology Fast 50 Award

Deloitte zeichnet Deutschlands erfolgreichste Unternehmen aus

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Nico Litzel

Alle Preisträger des „Technology Fast 50 Award“ auf der Bühne
Alle Preisträger des „Technology Fast 50 Award“ auf der Bühne (Bild: Deloitte)

Deutschland wird nachgesagt, kein besonders gutes Pflaster für Start-ups zu sein. Das Gegenteil beweist der Unternehmensberater Deloitte, der in diesem Jahr schon zum 15. Mal den „Technology Fast 50 Award“ an die am schnellsten wachsenden Unternehmen der Technologiebranche vergibt. Neue Kategorien wie etwa der „Rising Star“ zeigen, dass es nicht so schlecht um den Standort Deutschland steht.

Für die Berechnung der „Fast 50“ untersucht Deloitte das prozentuale Umsatzwachstum der Kandidaten in den vergangenen vier Jahren. In diesem Jahr belegten drei Unternehmen aus dem Online-Handel die vordersten Plätze – mit fast unglaublichen Wachstumszahlen. Platz drei ging an die Global Savings Group aus München, die mit ihrer Rabatt-Plattform eine Umsatzsteigerung von 2.564 Prozent im untersuchten Zeitraum erreichte. Auf Platz zwei steht – mit einem Anstieg um 3.108 Prozent – die Osnabrücker Metacrew Group, die sich mit einem Online-Abo-System, etwa Kosmetik-Boxen, einen Namen gemacht hat. Sein Erfolgsmodell vermittelt das Unternehmen auch an andere Firmen und bietet jetzt auch Consulting-Services in diesem Bereich an.

Der Gewinner der diesjährigen Fast 50 kommt aus Berlin. Der Online-Shop Lesara steigerte in den vergangenen vier Jahren seinen Umsatz um 71.981 Prozent. Das Erfolgsmodell beruht vor allem auf Schnelligkeit. Per Datenanalyse werden Markttrends in der Mode sofort erkannt und in vermarktbare Produkte umgesetzt. Gefertigt werden die Modelle in China, was zusammen mit dem Ausschalten des Einzelhandels die Kosten senkt. Derzeit bauen die Berliner in Erfurt ein neues Logistikzentrum, das Mitte 2018 fertig sein soll.

Die Aufsteiger kommen aus den Bereichen Werbemittel, OKR und sichere Cloud

Deloitte zeichnete die „Rising Stars“ der deutschen Technologieszene aus, die – bei einem Mindestumsatz von 500.000 Euro – in den vergangenen beiden Geschäftsjahren am meisten gewachsen sind. Platz eins ging mit satten 1.594 Prozent Umsatzwachstum an die Tradeconthor GmbH aus Adendorf, die sich auf die Produktion und Vermarktung von Werbemitteln spezialisiert haben. Die Berliner Perdoo GmbH hat sich die relativ neue Managementmethode OKR (Objectives and Key Results) als Geschäftsmodell zugrunde gelegt. OKR wurde einst vom Intel-Mitbegründer und Langzeitchef Andy Grove entwickelt und wird heute in vielen Großunternehmen wie Google, Zalando, Netflix oder Airbnb eingesetzt. Perdoo hat eine eigene Lösung dafür entwickelt und konnte damit in den vergangenen zwei Jahren ein Umsatzwachstum von 664 Prozent erreichen.

Dass sich in Deutschland auch neue Cloud-Techniken entwickeln lassen beweist die Münchner Uniscon GmbH. Unter dem Begriff „Sealed Cloud Technologies“ bietet die Company Lösungen für die sichere Nutzung und das Arbeiten in Cloud-Umgebungen an. „iDGard“ ist eine SaaS-Dienstleistung für Datenaustausch und Teamarbeit. Dazu gesellen sich drei Cloud-Lösungen: „SealedFreeze“ ermöglicht Datenschutz-konformes Management sensibler Daten, „SealedAnalytics“ eignet sich für die sichere Big-Data-Analyse und bietet laut Hersteller „erstmals wirklichen Datenschutz für Big Data, Industrie 4.0 und IoT“. Schließlich soll die „SealedPlatform“ dafür sorgen, dass sicherheitskritische Anwendungen wie SaaS oder IoT auch sicher in einer Cloud-Umgebung ablaufen können. Uniscon schließt mit seiner Technik aus, dass das Personal in Public Clouds auf die Anwenderdaten zugreifen kann. Neben dem TÜV Süd als Kooperationspartner konnte sich Uniscon weitere Kunden sichern, die den Zweijahresumsatz um 340 Prozent in die Höhe schnellen ließen. Im Deloitte-Ranking der „Rising Stars“ bedeutet das Rang drei.

Alte Haudegen und besondere Innovation

Unternehmen, die sich neben einem langfristigen Wachstum insbesondere durch Innovationsfähigkeit, Unternehmergeist und nachhaltige Unternehmensführung auszeichnen, erhalten von Deloitte den „Sustained Excellence Award“. In diesem Jahr waren die Münchner Atoss Software AG (Workflow-Management), Micromata GmbH aus Kassel (maßgeschneiderte Software unter anderem für Big Data) und Lancom Systems GmbH in Aachen (Netzwerkhersteller) die drei Preisträger.

Die Cytena GmbH erhielt für ihren Einzelzell-Drucker den Sonderpreis Innovation. Die junge Firma ist ein Spin-off vom Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg. Das Team stellt mit seinem Einzelzell-Drucker ein Laborgerät her, das einzelne, lebensfähige Zellen handhabt und sortiert. Unterstützt von einem automatisierten, bildgebenden Verfahren verkapselt der Einzelzell-Drucker Zellen in Mikrotropfen und gibt diese auf beliebigen Untersuchungsträgern ab. Das patentierte Verfahren ist besonders wichtig für die Krebs- und Stammzellforschung.

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