Übernahme von 8080 Labs Databricks steigt in den No- und Low-Code-Markt ein

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Databricks, der Erfinder und Betreuer von Apache Spark, hat mit 8080 Labs einen deutschen Anbieter von Low- und No-Code-Tools für Citizen Data Scientists gekauft. Über den Preis wurde nichts verlautbart. Das Data-Science-Tool BambooLib von 8080 Labs erlaubt die schnelle und einfache Datenexploration und -transformation.

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Bamboolib von 8080 Labs ist eine Python-basierte Lösung zur Datenanalyse.
Bamboolib von 8080 Labs ist eine Python-basierte Lösung zur Datenanalyse.
(Bild: Databricks)

Clemens Mewald, Director of Product Management, Data Science and Machine Learning bei Databricks
Clemens Mewald, Director of Product Management, Data Science and Machine Learning bei Databricks
(Bild: Databricks)

Databricks will die neuen UI-gesteuerten Funktionen von Bamboolib in seine Lakehouse-Architektur integrieren, die Business Intelligence und Analytik ermöglicht. „Damit weitet Databricks seinen Markt aus auf ein breiteres Publikum von Citizen Data Scientists und Data Teams“, erläutert Clemens Mewald, Director of Product Management, Data Science and Machine Learning bei Databricks. „Die Akquisition ermöglicht eine weitere Demokratisierung von Daten und KI im gesamten Unternehmen.“

Mit nur wenigen Klicks sollen die Nutzer verwertbare Erkenntnisse aus ihren Daten gewinnen können. Mit Bamboolib können sie ohne Code arbeiten. Weil es sich in das Python-Ökosystem einfügt, erzeugt Bamboolib automatisch im Hintergrund produktionsreifen Code.

„Wir planen, die neuen No-Code-Funktionen in unsere neuen AutoML-, Visualisierungs- und Dashboard-Angebote zu integrieren, um einfache, UI-basierte Funktionen auf unserer Lakehouse-Plattform zu erweitern und Databricks sowohl für Experten als auch für Citizen Data Scientists zugänglicher und benutzerfreundlicher zu machen“, so Mewald weiter. Auf diese Weise könnten selbst Einsteiger mit Basiskenntnissen fortgeschrittene Modelle auf ihren Datensätzen trainieren. Nach Angaben von Databricks-CEO Ali Ghodsi steht die Akquise im Einklang mit dem Kauf von Redash letztes Jahr: „Wir erweitern unsere Nutzerbasis auf ein Publikum, das Low- bzw. No-Code-Lösungen bevorzugt.“

Ganz vorne in der Wertschöpfungskette

Bamboolib schließt eine Lücke im Databricks-Portfolio, weil Nutzer ganz vorne in der Wertschöpfungskette der Datenanalyse anfangen können. Die Exploration, Aufbereitung und Transformation (ETL) von Datenmengen sorgt nicht nur für die unerlässliche Datenqualität, die für KI benötigt wird, sondern versetzt auch die Nutzer in die Lage, schon frühzeitig im Prozess Fragen zu stellen und Maßnahmen aufgrund der Datenanalyse zu ergreifen. So kommt das Unternehmen dem Ideal der Echtzeitreaktion auf Ereignisse näher. Zugleich wird die Hürde für den Einstieg in die Datenauswertung und der Erstellung von KI-Modellen erheblich gesenkt.

Aber warum gerade Bamboolib, wo es doch schon entsprechende Werkzeuge von Qlik oder Tableau/Salesforce gibt, mag sich der Marktbeobachter fragen? „Während viele Tools für Citizen Data Scientists nur explorative Funktionen bieten“, erläutert Mewald, „ermöglicht 8080 Labs in Kombination mit unserem Glaskasten-Ansatz für AutoML einen größeren Einblick, wie jedes Modell trainiert wurde und soll es den Anwendern erlauben, Modifikationen basierend auf ihrer Domänenexpertise vorzunehmen.“ Das soll die Erklärbarkeit der Modelle ebenso fördern wie auch die nötigen Notebooks für die Code-Änderung bereitstellen.

Ergebnisse ohne Expertenwissen

Tobias Krabel, Mitgründer von 8080 Labs
Tobias Krabel, Mitgründer von 8080 Labs
(Bild: Databricks)

Die Wertschöpfungskette reiche also von der Aufbereitung, Transformation sowie Exploration und Analyse bis hin zu Workflows für Machine Learning. Die Datenvisualisierung bildet das Sahnehäubchen. Und weil der Code automatisch generiert wird, können die Nutzer ihre wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse einfach umsetzen, ohne Experten für die Neuimplementierung des Prozesses für die Produktion hinzuziehen zu müssen. „Mit unseren Open-Source-Wurzeln und der Vision , die Datenlandschaft mit der Lakehouse-Kategorie neu zu gestalten“, so Tobias Krabel, der Mitgründer von 8080 Labs, „sehen wir unendliche Möglichkeiten mit Databricks.“ Zu seinen Kunden zählt er unter anderem bereits Spotify.

„In der EMEA-Region steigert Databricks seinen Umsatz jährlich um über 100 Prozent“, berichtet Mewald, „und in zwei Jahren haben wir unsere Mitarbeiterzahl in der DACH-Region vervierfacht.“ Große Kunden seien etwa Daimler und Zalando. Dadurch ermutigt, investiert Databricks erhebliche Summen, um in Europa zu expandieren. Nach einem Engineering-Labor in Amsterdam eröffnet das Softwarehaus aus San Francisco in Berlin ein Research & Development Center. „Es gibt bereits ein University-Alliance-Programm, um an der Unis Fachkenntnisse zu verbreiten und um Talente zu rekrutieren“, so Mewald.

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