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Kommentar von Brian Gentile, TIBCO Analytics Business Intelligence – „Respekt, wer's selber macht“

Autor / Redakteur: Brian Gentile / Nico Litzel

„Respekt, wer's selber macht“ – mit diesem Slogan wirbt eine große Baumarkt-Kette. Egal ob beim Verlegen der Terrasse, beim Zusammenbauen eines Regals, oder beim Aufstellen einer Garderobe – Selbermachen hat viele Vorteile: Kosten werden minimiert, man kann seine Werke individuell an die eigenen Bedürfnisse und den eigenen Geschmack anpassen und im Idealfall dabei auch noch Spaß haben.

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Der Autor: Brian Gentile ist Senior Vice President und General Manager von TIBCO Analytics
Der Autor: Brian Gentile ist Senior Vice President und General Manager von TIBCO Analytics
(Bild: TIBCO)

Do it yourself kann aber auch ganz schnell in einem Desaster enden, wenn die Erkenntnis, dass die notwendigen Fachkenntnisse oder die benötigte Zeit fehlen, zu spät kommt und man sich eingestehen muss, dass der Kauf eines fertigen Gartenhäuschens beispielsweise viel weniger Geld und Nerven gekostet hätte.

Die zunehmend wichtige Rolle von BI in Unternehmen

Die Frage Selbermachen oder Kaufen spielt auch in der IT eine wichtige Rolle. Laut einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk wächst gerade der Business-Intelligence-Markt deutlich stärker als der IT-Gesamtmarkt in Deutschland: Für das Geschäftsjahr 2016 wird ein Marktwachstum von durchschnittlich 10,1 Prozent prognostiziert, das Wachstum des IT-Gesamtmarktes lag im Vergleich dazu im vergangenen Jahr bei knapp fünf Prozent.

Die zunehmende Vernetzung, die digitale Transformation und das Internet der Dinge sorgen für ein erhebliches Wachstum an Daten sowohl innerhalb als auch außerhalb von Unternehmen, begünstigen aber gleichermaßen den Business-Intelligence-Markt.

Aufbauend auf Big Data entstehen neue digitale Geschäftsmodelle, deren Erfolg unter anderem an Strategien basierend auf Echtzeit-Auswertungen von Kundenverhalten und Prozessperformances geknüpft sind. Viele Branchen stehen zudem vor der Herausforderung, ihre klassischen Geschäftsmodelle zu verändern, um dem Wandel der Zeit gerecht zu werden. Dazu müssen sie alle verfügbaren Daten über Kunden, (IT-)Prozesse und Geschäftsanwendungen in Echtzeit erfassen und analysieren.

Maximale Einsicht in Daten

Business-Intelligence-Lösungen werden meist in die zentralen Softwareanwendungen integriert, um maximale Einsicht in Daten zu erhalten und Erkenntnisse aus ihnen zu ziehen, die die Performance und die Geschäftsergebnisse langfristig verbessern. Insbesondere hier stellt sich für viele Unternehmen die Frage, ob sie die BI-Funktionalitäten selber entwickeln oder lieber einbettbaren BI-Lösungen von anerkannten Softwareunternehmen vertrauen sollen. Oder ist sogar die Kombination aus beiden Möglichkeiten die beste Lösung, das heißt, kaufen und selbst weiter entwickeln?

Laut der TechTarget-Studie „Embedded BI: Putting Reporting and Analysis Everywhere“ integrieren knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen BI-Tools in ihre Unternehmensanwendungen. Am häufigsten werden dabei BI-Funktionalitäten in Finanz- und Buchhaltungsanwendungen des Unternehmens eingebettet, gefolgt von ERP- und CRM-Anwendungen.

Mithilfe der integrierten Tools und Lösungen verschaffen sich Unternehmen BI-Funktionen beispielsweise zum Erstellen von Berichten, Dashboards und Diagrammen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, welche Argumente für das Kaufen und welche für das Selber-Entwickeln von BI-Funktionen sprechen.

Die bequeme Lösung: Kaufen von BI-Tools

Ob Unternehmen sich für das Kaufen von BI-Funktionalitäten entscheiden oder lieber selber entwickeln, hängt eng mit der Kompetenz ihrer firmeneigenen Entwickler zusammen. Häufig zählt das Programmieren von Business-Intelligence-Funktionen nicht zu den Kernkompetenzen und deshalb entscheiden sich Unternehmen dafür, die Zeit und Ressourcen ihrer Entwickler für andere Aufgaben zu nutzen.

Für diese Unternehmen ist es deutlich effizienter von der jahrelangen Entwicklungsarbeit der BI-Spezialisten zu profitieren und die notwendigen Tools und Funktionen zu erwerben. Durch das Einbinden von kommerziellen BI-Tools in bestehende Unternehmensanwendungen können Entwickler-Teams sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: das Entwickeln von Features und Funktionen für die Kernanwendungen des Unternehmens. BI-Funktionen stellen in solchen Szenarien die perfekte Erweiterung der unternehmensspezifischen Anwendungen dar.

Die nahtlose Lösung: BI-Tools selbst entwickeln

Aber auch für das Selber-Entwickeln gibt es triftige Gründe. Für Unternehmen ist es besonders wichtig, exakt die BI-Funktionen zu entwickeln, die man als Unternehmen benötigt und haben möchte – nicht mehr und nicht weniger. Deshalb steht für 71 Prozent der befragten Unternehmen die Kontrolle über den Funktionsumfang an oberster Stelle. Das Selber-Entwickeln hat zudem den Vorteil, dass die BI-Funktionen nahezu nahtlos in die bestehenden Anwendungen integriert werden können, das heißt, das Look-and-Feel bleibt wie gewohnt, selbst wenn Anwender die BI-Funktionen in ihrer Kernanwendung abrufen. Dieser hohe Integrationsgrad ist besonders für Anwendungen wichtig, bei denen die Datenanalyse im Vordergrund steht. Weitere Gründe für das Selber-Entwickeln sind u. a. folgende:

  • Sie haben Entwickler, die sowohl die Zeit als auch das Know-how haben, BI-Funktionalitäten zu entwickeln.
  • Sie finden nicht die passende BI-Lösung für Ihre Anforderungen.
  • Sie haben Entwickler, die die BI-Funktionen selber schneller entwickeln können als ein kommerzielles BI-Tool in die unternehmenseigene Anwendung integriert werden könnte.
  • Sie vermeiden Lizenzkosten.
  • Sie verringern die Komplexität bzgl. Supportanfragen an Drittanbieter.

Die passende Lösung: Kaufen und Individualisieren von BI-Tools

Auf den ersten Blick scheint das Selber-Entwickeln von BI-Funktionen bei den befragten Unternehmen beliebter zu sein, denn nur zwölf Prozent der Befragten kaufen BI-Funktionen von Spezialisten, 39 Prozent hingegen entwickeln diese individuell nach ihren Anforderungen. Näher betrachtet zeigt sich jedoch, dass knapp die Hälfte der Unternehmen, sich für eine Kombination aus beiden Optionen „Kaufen“ und „Selber- Weiterentwickeln“ entscheiden. Die Unternehmen verfolgen eine hybride Strategie, da eine „von der Stange“ gekaufte BI-Lösung nur 90 Prozent ihrer Anforderungen erfüllt.

Nach dem Kauf einer BI-Software muss das Unternehmen in der Regel gemeinsam mit dem BI-Anbieter die Lösung so anpassen, dass sie den individuellen Bedürfnissen des Unternehmens gerecht wird. Das unternehmensspezifische „Finishing“ erfordert von den Entwicklern beispielsweise das Schreiben von neuen Codes oder Scripts oder das Hinzufügen von weiteren Visualisierungen oder Kalkulationen. Einige Anbieter von BI-Lösungen haben bereits den Weg für diese Herangehensweise zum Beispiel mit Javascript und REST APIs geebnet.

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Eckerson Group hat im Auftrag von TIBCO Software ein statistisch überprüftes Online-Assessment-Tool entwickelt, das Unternehmen beim Thema Kaufen oder Selber-Entwickeln von BI-Funktionen als Entscheidungsstütze dienen soll. Mit der Beantwortung der 24 Fragen erfahren Unternehmen, ob sie BI-Funktionalitäten kaufen, selber entwickeln oder kaufen und anschließend individualisieren sollten. Darüber hinaus erhalten sie weitere Anregungen dazu, welche nächsten Schritte sie in Angriff nehmen sollten. Das Tool steht kostenfrei zur Verfügung.

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