Positionspapier zur Digitalkompetenz-Offensive Bitkom fordert Bundeszentrale für digitale Bildung

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Nur rund 53 Prozent der Menschen in Deutschland verfügen laut EU über grundlegende Digitalkompetenzen. Der Digitalverband Bitkom legt ein Positionspapier vor, das die im Koalitionsvertrag verabredete Kompetenzoffensive konkretisieren soll. Gefordert werden eine neue Bundeszentrale, eine zentrale Lernplattform und ein Pflichtfach Informatik.

Laut Bitkom reichten Basiskompetenzen in einer von KI, Cloud und Automatisierung geprägten Arbeitswelt nicht mehr aus, die Offensive müsse die gesamte Kompetenzpyramide adressieren.(Bild:  EtiAmmos - stock.adobe.com)
Laut Bitkom reichten Basiskompetenzen in einer von KI, Cloud und Automatisierung geprägten Arbeitswelt nicht mehr aus, die Offensive müsse die gesamte Kompetenzpyramide adressieren.
(Bild: EtiAmmos - stock.adobe.com)

Der Digitalverband Bitkom hat das Positionspapier „Eine Digitalkompetenz-Offensive für Deutschland“ veröffentlicht. Es soll die im Koalitionsvertrag vereinbarte, altersübergreifende Kompetenzoffensive mit konkreten Maßnahmen unterfüttern. Bislang lägen dazu weder ein Konzept noch ein Maßnahmenplan der Bundesregierung vor. Bitkom rückt KI-bezogene Kompetenzen in den Mittelpunkt: Basiskompetenzen allein reichten in einer Arbeitswelt, die durch KI, Cloud-Technologien und Automatisierung geprägt sei, nicht mehr aus.

AI Skills Credit nach Singapur-Vorbild

Zentrale Forderung ist ein „AI Skills Credit“ nach dem Vorbild des SkillsFuture Credit in Singapur. Jede Bürgerin und jeder Bürger solle demnach ein persönliches Weiterbildungsbudget erhalten, das gezielt für den Aufbau von KI-Kompetenzen eingesetzt werden solle. Das Budget solle für Kurse zur Vermittlung von KI-Kompetenzen nach Artikel 3 Nummer 56 des EU AI Act ausgegeben werden können und aus einem Grundbudget für allgemeine sowie zusätzlichen Mitteln für berufsbezogene KI-Kompetenzen bestehen. Bei Kofinanzierung durch den Arbeitgeber solle es aufgestockt werden.

Umgesetzt werden solle der Credit über die bestehende Nationale Online-Weiterbildungsplattform meinNOW der Bundesagentur für Arbeit, verknüpft mit der EU-Digital-Identity-Wallet. Ergänzend schlägt Bitkom ein „Digital Queen Bee Network“ vor, ebenfalls nach Singapurer Vorbild, über das führende Unternehmen kleine und mittlere Betriebe beim Aufbau digitaler und KI-Kompetenzen unterstützen.

Gender-AI-Gap von 16 Prozentpunkten

Einen eigenen Exkurs widmet das Papier Frauen als Zielgruppe. Der Digital Gender Gap 2026 der Initiative D21 beziffert die Lücke bei der beruflichen KI-Nutzung auf 16 Prozentpunkte: 37 Prozent der Frauen gegenüber 53 Prozent der Männer. Der Frauenanteil unter MINT-Fachkräften liegt laut Papier bei rund 18 Prozent, in Informatikstudiengängen bei etwa 20 Prozent.

Weiterbildungsangebote auf meinNOW sowie die Ausgestaltung des Weiterbildungsbudgets sollten daher gezielt auf die Interessen von Frauen ausgerichtet werden.

KI-Kompetenz in Schule und Referenzrahmen

Für die Schulbildung fordert Bitkom ein Pflichtfach Informatik ab Klasse 5, das neben Programmierung stärker KI-Kompetenz, Vibe-Coding, Desinformation und Datenschutz aufgreifen soll. Als Rahmen empfiehlt der Verband einen nationalen Referenzrahmen in Anlehnung an das europäische „Digital Competence Framework“ sowie eine zentrale Kompetenzplattform, betrieben von einer neu zu schaffenden Bundeszentrale für digitale Bildung.

Den Handlungsdruck untermauert Bitkom mit der EU-Zielmarke der „Digital Decade 2030“: Bis dahin sollen 80 Prozent der Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen. Laut Digital Decade Country Report Germany 2025 erreichen in Deutschland nur rund 53 Prozent diesen Wert.

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