Asseco und BigPro-Forschung

Big Data ist ohne Kontext nutzlos

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Asseco beteiligte sich am BigPro-Forschungsprojekt.
Asseco beteiligte sich am BigPro-Forschungsprojekt. (Bild: BigPro)

Der ERP-Spezialist Asseco beteiligte sich am Forschungsprojekt BigPro und stellte nun die Ergebnisse vor. Im Rahmen des Projekts wurde untersucht, wie Big-Data-Technologien das Störungsmanagement in Produktionsumgebungen sinnvoll unterstützen können.

Asseco unterstützte das Projekt mit Praxisexpertise rund um Analyse und Auswertung von übertragenen Maschinendaten. Unter anderem entwickelten die Spezialisten ein Datenmodell, das eingehende Daten durch die Einbettung in Kontextinformationen unmittelbar für die Praxis nutzbar macht. Im Mittelpunkt des Big-Pro-Forschungsprojekts stand die Entwicklung eines Prototyps, der auf Big-Data-Basis das Reaktionsmanagement bei Störungen verbessert und damit Kosten durch Maschinenausfälle reduziert. Dabei erfasst und verarbeitet eine Plattform heterogene Datenströme aus unterschiedlichen Quellen und setzt die Informationen miteinander in Beziehung.

Das System kann auf dieser Grundlage bestimmte Datenkonstellationen verschiedenen Störungsmustern zuordnen und bei sich anbahnenden Übereinstimmungen rechtzeitig Wartungsmaßnahmen vorschlagen. Letztere werden nach historischer Erfolgsquote dynamisch priorisiert und bei Bedarf durch die Dokumentation neuer Lösungsansätze erweitert. Der Prototyp kam in der Demonstrationsfabrik Aachen sowie in realen Anwendungsszenarien bei Bosch und Auto Heinen zum Einsatz.

„Um wirklich praxisrelevante Schlussfolgerungen abzuleiten, ist Kontext nötig: Wo steht die besagte Maschine? Wann war ihre letzte Wartung? Trat die Störung bereits in der Vergangenheit auf? Wie wurde diese damals gelöst? Wie lange hat das gedauert? Ohne eine solche Einordnung nützen die Datenmassen eines Big-Data-Szenarios gar nichts. Nur wenn sie automatisiert und in Echtzeit mit Daten aus anderen Quellen in Beziehung gesetzt werden, entsteht ein unmittelbarer Nutzen für die Praxis“, erklärt Christian Leopoldseder, Managing Director Austria von Asseco.

Anreicherung mit Metadaten

Konkret entwickelte Asseco im Rahmen des Projekts eine Datenhaltungsschicht, die eingehende technische Datenströme mit Metadaten aus weiteren Systemen anreichert. Auf Basis der vorhandenen ERP-Expertise entstand so der BigPro DataStore, der als Schnittstelle zwischen allen beteiligten Systemen fungiert. Zudem werden dort Informationen rund um Maßnahmen zur Störungsbehebung hinterlegt. In Kombination mit Daten aus zusätzlichen Quellen gelang die dynamische Priorisierung der Wartungsvorschläge, die für jede Situation automatisiert die jeweils erfolgversprechendste Maßnahme nennt. Als Grundlage für das Datenmodell diente Assecos Industrie-4.0-Expertise aus bestehenden Kundenprojekten, die unter anderem Predictive Maintenance und Echtzeitanalysen umfassen.

Ohne Spezialwissen geht es nicht

Allerdings betont Asseco, dass auch die moderne BigPro-Plattform nicht ohne das Spezialwissen der Nutzer auskommt. „So waren wir in einer der Praxisanwendungen mit einem Temperatur- und Druckverlauf in den Daten konfrontiert, den wir uns zunächst nicht erklären konnten. In einem solchen Fall ist das spezifische Fachwissen des Kunden unerlässlich, der selbst der beste Experte für seine Fertigung ist und daher weiß, wie einzelne Daten zu verstehen und zu deuten sind. Zusätzlich zum Kontext durch weitere Datenquellen ist damit auch das Spezialwissen des Kunden eine unerlässliche Komponente, Daten in Big-Data-Szenarien sinnvoll zu interpretieren und für die Praxis nutzbar zu machen“, verdeutlicht Marco Bux, Senior Product Manager von Asseco und federführend bei der Entwicklung der BigPro-Datenmodelle.

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