BARC BI Survey 2017

BI-Anwender schwanken zwischen Enttäuschung und Begeisterung

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Abb. 1. Beim Einsatz von BI-Trends in Unternehmen stehen laut BARC-Survey 2017 die Data-Discovery/Datenvisualisierung und der Self-Service an oberster Stelle. Immer wichtiger werden die Aspekte Collaboration, Location Analysis und Sensor Analysis.
Abb. 1. Beim Einsatz von BI-Trends in Unternehmen stehen laut BARC-Survey 2017 die Data-Discovery/Datenvisualisierung und der Self-Service an oberster Stelle. Immer wichtiger werden die Aspekte Collaboration, Location Analysis und Sensor Analysis. (Bild: BARC)

Der Trend des BI-Marktes zu Self-Service, Data Discovery und Datenvisualisierung setzt sich unvermindert fort. Das belegt der kürzlich veröffentlichte BI Survey 2017 des BARC-Institutes. Neue bzw. verstärkte Trends sind Collaboration und die Nutzung von Geo- und Sensordaten, um Prozesse zu steuern, zu planen und ihre Ergebnisse auszuwerten. Bemerkenswert: Nur die Hälfte der Befragten würden ihr BI-Produkt weiterempfehlen.

Der BI Survey ist die weltweit größte, jährlich durchgeführte Umfrage unter Nutzern von Business Intelligence (BI) Software. Die Studie zeigt die Entwicklung von Trends und liefert einen detaillierten Vergleich von 42 führenden Softwareprodukten auf dem Markt. Sie fußt auf der Meinung von über 3.000 BI-Anwendern in Unternehmen, die in 92 Ländern zu den Themen Software-Auswahl, -Implementierung und -Nutzung von BI-Produkten online befragt wurden. Das detaillierte Feedback zu 42 BI-Produkten wird in jedem Survey analysiert und miteinander verglichen.

Haupttrends

Unter den begehrtesten Anwendungen im BI-Umfeld liegen Self-Service, Data Discovery und Datenvisualisierung mit 60 Prozent der Nennungen ganz vorne. Mobile BI (plus fünf Prozent) und Cloud BI (AWS, Google, z. T. SAP) sind mittlerweile etablierte Voraussetzungen für viele BI-Implementierungen. Cloud BI (ca. plus fünf Prozent pro Jahr) ist aber in Europa mit seinem strengen Datenschutz gegenüber USA und Asia/Pacific im Hintertreffen – ja für manchen Nutzer überhaupt kein Thema. Was jedoch die Realisierung von geschäftlichem Nutzen anbelangt, so evaluieren die Nutzer Cloud BI bzw. BI-as-a-Service als führenden Trend, noch vor der Geodaten-Analyse.

Gefragt: Collaboration

Das Thema Collaboration ist indessen mit sieben Prozent Jahreswachstum der am stärksten wachsende BI-Trend. (siehe Abb. 1). „Die stark verbreitete Nutzung von sozialen Netzwerken und Instant Messaging im Bereich Personal Computing hat sich hier bemerkbar gemacht“, so Dr. Carsten Bange, Gründer von BARC und Mitglied des Boards der CXP Group, zu der BARC gehört. „Diese Dienste haben erstmals gezeigt, wie effektiv Menschen auf solchen Plattformen zusammenarbeiten können und haben somit die Entwicklung kollaborativer BI-Funktionen direkt beeinflusst. Zudem ist der Anteil der Mitarbeiter, die BI-Produkte innerhalb von Unternehmen einsetzen, in den letzten Jahren stetig gestiegen, was das Thema effektive Zusammenarbeit umso bedeutsamer macht.“

Ungereimtheiten

Die Umfragezahlen bringen indes ein paar Ungereimtheiten ans Licht. So besteht eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der Meinung der Anbieter und der der Nutzer. Die Anbieter glauben, dass Produkte für Mobile BI (53 Prozent vs. 28 Prozent), Cloud BI (32 Prozent vs. 16 Prozent), Embedded BI (36 Prozent vs. 24 Prozent) und Geo-Analyse (29 Prozent vs. 22 Prozent) stark nachgefragt würden. Doch die Statistik für die tatsächliche, aktuelle Nutzung bleibt hinter dieser Einschätzung zurück.

Abb. 2: Beim Einsatz von BI-Trends in Unternehmen stimmen die Anbietereinschätzungen nicht ganz mit der tatsächlichen Nutzung überein.
Abb. 2: Beim Einsatz von BI-Trends in Unternehmen stimmen die Anbietereinschätzungen nicht ganz mit der tatsächlichen Nutzung überein. (Bild: BARC)

Trend verschlafen

Dagegen scheinen die Hersteller bislang ein zentrales Anliegen der Nutzer verschlafen zu haben: Die Datenaufbereitung verschlingt bis zu 80 Prozent der Arbeitszeit eines Anwenders. Während die Anbieter nur 42 Prozent Implementierungsnutzung annehmen, liegt eine Nutzung bei 54 Prozent der Anwender vor. Erst dieses Jahr haben die Anbieter darauf reagiert. Qlik hat im aktuellen Release von Qlik Sense eine „visuelle“ Datenaufbereitung eingeführt und auch der Anbieter Splunk, der im BI Survey seltsamerweise gar nicht auftaucht, hat sich die Datenaufbereitung zum Ziel genommen.

Widerspruch

Ebenfalls nicht besonders schmeichelhaft ist der Befund, dass im Durchschnitt nur jeder zweite Anwender (52 Prozent) sein BI-Produkt weiterempfehlen würde. Dieser Befund betrifft vor allem die alteingesessenen Branchenriesen wie Oracle, IBM, Infor und bestimmte SAP-Produkte, jedoch nicht Microsoft, das seit 2015 mit seiner PowerBI-Produktreihe („Cortana Intelligence Suite“) einen beachtlichen Erfolg verzeichnet. Generell klaffen Planung und tatsächliche Nutzung häufig weit auseinander. Obwohl ein Investment in diese Generalisten vielleicht als sicherere Investition gelten mag, sind die Anwender von Produkten kleinerer, spezialisierter Anbieter letzten Endes zufriedener und eher bereit, diese weiterzuempfehlen.

Begeisterung

Geradezu begeistert sind die Anwender von den seit wenigen Jahren reüssierenden Produkten für Data Discovery und Datenvisualisierung, die von Tableau oder Qlik angeboten werden. Dabei wissen die Anwender genau zwischen dem alteingeführten Tool Qlik View und dem neuen Qlik Sense zu unterscheiden. Qlik Sense zeichnet sich u. na. durch ein hohes Maß an Kollaborationsfähigkeit und die Fähigkeit aus, aufgrund seines Responsive Designs auf allen Betriebsplattformen bereitzustehen. Aufgrund der genannten Vorzüge der Produktkategorie verwundert es nicht, dass die befragten Anwender Qlik, Tableau und Microsoft am häufigsten evaluierten.

Quelle

Sämtliche Ergebnisse des in mehrere Sektionen aufgeteilten „BI Survey 17“ stehen ab sofort auf der interaktiven Plattform BI-Survey.com zur Verfügung. Ein eingehendes Studium der aussagekräftigen Grafiken, Tabellen und Analysen – allein schon in der Zusammenfassung - fördert so manche nützliche Einsicht zutage, die helfen kann, die Produktwahl positiv zu gestalten.

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