Capgemini hat die Ergebnisse der IT-Trends-Studie 2023 veröffentlicht. Demnach steht nach wie vor rund die Hälfte aller Daten von Unternehmen und Behörden nicht über die gesamte Organisation hinweg zur Verfügung. Das erschwert beispielsweise die Ermittlung von Emissionen oder den Einsatz intelligenter Technologien. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der IT für den Klimaschutz.
Es gibt fünf Hauptgründe, warum die IT die Unternehmensdaten nicht optimal verwerten kann, und zwei dieser Gründe haben mit mangelnder Datenqualität zu tun. Compliance und Governance begrenzen die nutzbaren Daten, aber der wichtigste Grund ist die Verteilung der Daten auf Datensilos.
(Bild: Capgemini)
Die Ergebnisse der IT-Trends-Studie, die im Herbst vergangenen Jahres von Capgemini durchgeführt wurde, zeigen, dass fast die Hälfte aller Daten nicht organisationsweit verfügbar ist.
Datensilos bremsen Analytik
„Eine Hürde auf dem Weg zu mehr Transparenz ist der Zugang zu den entsprechenden Daten“, sagt Thomas Heimann, Enterprise Architect Director bei Capgemini und Co-Autor der IT-Trends-Studie. „Unternehmen können, in erster Linie aufgrund von Datensilos, derzeit nur knapp 60 Prozent der vorhandenen Informationen in der gesamten Organisation nutzen.“ In Behörden stünden weniger als 40 Prozent der Daten organisationsübergreifend zur Verfügung. Hier werde ihre Nutzung allerdings in erster Linie von Gesetzen und internen Vorschriften beschränkt.
„Unternehmen haben die Verfügbarkeit ihrer Daten in den letzten zwölf Monaten etwas verbessert, aber das wird nicht reichen; sie müssen ihren Umgang mit Daten grundlegend ändern.“, forderte Heimann. „Das Ziel sollte sein, eine skalierbare, dezentral organisierte Datenlandschaft mit vorgegebenen Standards zu schaffen. Das Business sollte Daten als Produkte sehen: Damit ihre Nutzung für verschiedene Geschäftsbereiche attraktiv wird, müssen Daten entsprechend aufbereitet werden. Das fördert auch den Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette, der zwingend notwendig ist, um Emissionen zu ermitteln.“
„Emissionen“ ist das Stichwort für den Beitrag, den die IT zum Klimaschutz beitragen kann. Die Ambitionen der Wirtschaft, ihre jährlichen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sind laut Studie gestiegen: Innerhalb von fünf Jahren wollen die 132 befragten Unternehmen und Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Emissionen durchschnittlich um 42 Prozent senken. Im Vorjahr waren es im Durchschnitt noch 37 Prozent.
IT soll direkt oder indirekt für knapp 50 Prozent der Einsparungen sorgen, im Vorjahr waren es knapp 43 Prozent. Am häufigsten wird IT für die Reduzierung des Energieverbrauchs von Maschinen und Anlagen sowie die Routen- und Verkehrsmitteloptimierung genutzt, gefolgt von der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Services und der Reduzierung von Müll und Ausschuss.
KI mit Hemmschuh
Die mangelnde Verfügbarkeit von Daten erschwere nach den Worten Heimanns zudem den Einsatz intelligenter Technologien. „Die Studienergebnisse zeigen, dass Unternehmen mit hoher Datenverfügbarkeit Technologien mit Künstlicher Intelligenz (KI) intensiver nutzen als solche mit vielen Einschränkungen.“ Die Anzahl der Anwender, die KI intensiv nutzen, habe sich im Vergleich zum Vorjahr aber kaum verändert: Derzeit sind dies etwa 40 Prozent der Unternehmen sowie 22 Prozent der Behörden einschließlich ihrer IT-Dienstleister.
„Für die Umsetzung der Klimaziele ist IT ein entscheidender Faktor“, kommentiert Dr. Sven L. Roth, Head of Business & Technology Solutions bei Capgemini in Deutschland. „Denn zum einen unterstützt sie die digitale Erfassung und Verarbeitung von Messdaten. Das ist die Basis, um Maßnahmen effizient und zielgerichtet umzusetzen.“ Zum anderen spiele IT eine große Rolle bei der Entwicklung klimaschonender Produkte. Um ihre Emissionen zu senken und die Langlebigkeit und die Recyclingfähigkeit zu erhöhen, müssen Hersteller in der Lage sein große Datenmengen effektiv zu verarbeiten.“
Im Vergleich zum Vorjahr ermitteln jetzt etwas mehr Organisationen ihre Treibhausgasemissionen. Den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte beziehungsweise alle Organisationsbereiche decken aber erst rund 36 Prozent der Unternehmen (im Vorjahr knapp 35 Prozent) sowie knapp 17 Prozent der Behörden und ihrer IT-Dienstleister ab (im Vorjahr 4 Prozent).
Mehr als 50 Prozent Cloud-native Anwendungen in fünf Jahren
In den vergangenen sechs Jahren habe die Cloud-Nutzung im deutschsprachigen Raum langsam aber stetig zugenommen: Im Jahr 2017 wurden knapp 47 Prozent aller IT-Services in der Cloud betrieben, inzwischen sind es mehr als drei Viertel“, so Heimann. Drei von vier (75 Prozent) dieser Anwendungen wurden ursprünglich aber nicht für den Cloud-Betrieb entwickelt und können deshalb nicht alle Vorteile der Technologie ausschöpfen. Das soll sich fortan ändern: „Unsere Befragten geben an, dass bereits in fünf Jahren mehr als die Hälfte aller Cloud-Anwendungen Cloud-nativ, also spezifisch für den Einsatz auf einer Cloud-Infrastruktur entwickelt sein sollen“, so Heimann in der Studie.
Folgen des demografischen Wandels – Verlust von Know-how und Leistungsträgern
Mehr als 80 Prozent der CIOs gehen davon aus, dass die strategische Bedeutung der IT-Abteilung weiterhin steigen wird. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, die das Business an sie stellt, soll sich die IT-Organisation in den kommenden Jahren wandeln. Zum einen soll das Personal aufgestockt werden, die Teams vielfältiger werden und Frauen häufiger Führungspositionen übernehmen. Zum anderen wollen CIOs agile Methoden intensiver nutzen und für Routinearbeiten vermehrt Software-Roboter (RPA: Robotic Process Automation) einsetzen, um ihre Teams zu entlasten.
Stand: 08.12.2025
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Der Fachkräftemangel habe sich im Vergleich zum Vorjahr 2021 verschärft. Der öffentliche Sektor ist deutlich stärker betroffen als die Privatwirtschaft. Hinzu kommt der demografische Wandel: Die Teilnehmenden schätzen, dass in den kommenden zehn Jahren durchschnittlich rund 24 Prozent des IT-Personals in den Ruhestand gehen. Die Folgen werden zunehmend negativ bewertet. Die größten Sorgen gelten dem Verlust von Know-how und Leistungsträgern.
Trendtechnologien: Zero Trust, Multi-Cloud-Lösungen, Machine Learning
In Anlehnung an die TechnoVision-Studie von Capgemini analysiert die IT-Trends-Studie die Bedeutung und Verbreitung von 27 Technologien und Methoden. Für CIOs sind in diesem Jahr das Sicherheitskonzept Zero Trust, Multi-Cloud-Lösungen, Machine Learning, Robotic Process Automation (RPA) und der Schutz vor Bedrohungen durch IoT-fähige Geräte am wichtigsten. Die geringste Bedeutung messen sie derzeit Virtual & Augmented Reality, Mobile Wallets, Distributed-Ledger-Technologie, Graph-Datenbanken und Quanten-Computing bei. Die meisten Projekte sind in den Bereichen Robotic Process Automation mit intelligenten Entscheidungen, Multicloud-Lösungen, Low-Code-App-Plattformen sowie Zero Trust geplant.