Definition

Was ist Digital Transformation?

| Autor / Redakteur: Tutanch / Nico Litzel

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Der Begriff Digital Transformation beschreibt einen durch digitale Technologien ermöglichten Veränderungsprozess der gesamten Gesellschaft. Wesentliche Treiber der Digital Transformation sind Informationstechnologien wie Vernetzung, Hardware und digitale Anwendungen.

Bei der Digital Transformation, auch als digitaler Wandel bezeichnet, handelt es sich um einen kontinuierlichen Veränderungsprozess, der durch den zunehmenden Einsatz digitaler Technologien begründet ist. Der Wandel betrifft das komplette Spektrum der Gesellschaft inklusive der Wirtschaft mit ihren Unternehmen.

Der Veränderungsprozess beschleunigt sich durch die Schaffung immer neuer digitaler Techniken selbst. Als Treiber der Transformation gelten die typischen Informationstechnologien. Dazu gehören die Kommunikationsnetze, leistungsfähige Rechner und mobile Endgeräte sowie Software und Anwendungen. Auf Basis der Digital Transformation entstehen völlig neue digitale Geschäftsmodelle und digitale Wertschöpfungsketten. Die digitale Transformation innerhalb eines Unternehmens bezeichnet man als Digital Business Transformation.

Die Akteure des digitalen Wandels sind die Forschung und die Lehre, staatliche Institutionen, die Wirtschaft, private Individuen, die Politik und Gemeinschaften von Individuen. Zwischen den Akteuren finden vielfältige Interaktionen statt, die durch die Digital Transformation unterstützt und intensiviert werden. Bestimmende Kräfte des digitalen Wandels sind unter anderem die Erwartungen des Massenmarkts gegenüber dem Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen.

Die wichtigsten Treiber der Digital Transformation

Die Basis und die treibenden Kräfte für das Voranschreiten des digitalen Wandels bilden verschiedene Faktoren. Grundlage jeglicher digitalen Transformation sind die digitalen Technologien. Dazu zählen Schlüsseltechnologien wie die Datenanalyse, das System- und Software-Engineering, das Cloud Computing, Big Data und die IT-Sicherheit.

Ermöglicht und realisiert werden diese digitalen Technologien auf digitalen Infrastrukturen. Sie gestatten es den digitalen Anwendungen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Die digitalen Infrastrukturen beinhalten Endgeräte wie Computer und Smartphones, eingebettete Systeme, drahtlose und kabelgebundene Netzwerke sowie deren Netzwerkprotokolle. Webanwendungen erlauben zudem die globale Verbreitung von digitalen Anwendungen auf Internetbasis.

Ein Trend digitaler Infrastrukturen ist deren Virtualisierung. Dadurch werden sie selbst zu digitalen Anwendungen und lösen sich von der Hardware. Inhalte des alltäglichen Lebens lassen sich mithilfe der Informationstechnik digitalisieren und dematerialisieren. So liegen beispielsweise Sprache, Bilder, Zahlungsmittel, Schlüssel, Berechtigungskarten, Filme oder Musik als digitale Dateien vor, die sich wiederum mit digitalen Anwendungen verarbeiten lassen.

Neue Produkte und Dienstleistungen

Die Digitalisierung führt zu neuartigen Produkten und Dienstleistungen des digitalen Wandels. Insbesondere die Kombination verschiedener Faktoren lässt neue digitale Geschäftsmodelle entstehen. Für private Individuen nimmt das Smartphone eine wesentliche Rolle beim digitalen Wandel ein. Es vernetzt die reale Welt mit der digitalen Welt und stellt automatisierte und Anwendungen und Geschäftsprozesse an beliebigen Orten zur Verfügung.

Weitere Treiber der Digital Transformation sind:

  • Flächendeckend verfügbare Sensoren und Aktoren,
  • Technologien des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz (KI),
  • neue Formen der Interaktion von Computer und Mensch,
  • Erhebung, Analyse und Speicherung von großen Datenmengen (Big-Data-Technologien) sowie
  • mobile Kommunikationstechniken mit hoher Bandbreite und geringer Latenz.

Die Akteure der Digital Transformation

Zu den Akteuren der digitalen Transformation gehören:

  • Das Individuum,
  • Gemeinschaften von Individuen,
  • Unternehmer,
  • Mitarbeiter von Unternehmen,
  • Mitarbeiter von staatlichen Institutionen,
  • der Staat,
  • Individuen der Politik und
  • Wissenschaftler

Durch die digitalen Technologien können die Akteure der digitalen Transformation sowohl untereinander als auch mit digitalen Infrastrukturen und Anwendungen interagieren. Individuen erhalten die Möglichkeit, sich in Echtzeit auszutauschen, sich zu organisieren und am wirtschaftlichen Leben teilzunehmen.

Für Unternehmen hat der digitale Wandel vielschichtige Auswirkungen. Es bieten sich neue Wachstumspotenziale aber auch Risiken. Ältere, nicht mit dem digitalen Wandel zu vereinbarende Geschäftsmodelle, können komplett wegbrechen. Ein Beispiel hierfür ist der Niedergang der analogen Film- und Kameraindustrie durch das digitale Fotografieren.

Ebenfalls beeinflusst sind die Organisationsstrukturen im Unternehmen. Gegenüber den Kunden müssen völlig neue Schnittstellen wie soziale Netzwerke bedient werden. Digital Transformation verlangt den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und Agilität ab, um sich den ständig verändernden Gegebenheiten anzupassen. Kernkompetenzen von Unternehmen im digitalen Wandel sind der Zugang zu Daten und deren Analyse, die Nutzung des Internets, die digitale Kundenkommunikation sowie das Erstellen von leistungsfähigen, flexiblen Anwendungen.

Die Rolle des Staates

Der Staat nimmt bei der Digital Transformation eine steuernde Funktion ein. Gleichzeitig ist er Anbieter von neuen digitalen Anwendungen für die Kommunikation und Ausübung behördlicher Abläufe zwischen Bürger und staatlichen Institutionen (Stichwort E-Government). Durch gezielte Förderung und durch Regulation kann der Staat die Richtung des digitalen Wandels beeinflussen und lenken.

Ein wichtiger Akteur im Umfeld der Digital Transformation sind Forschung und Lehre (Wissenschaft). Sie liefert die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für den digitalen Wandel und stellt der Gesellschaft Lösungen zur Verfügung. Da die Wissenschaft Lehrtätigkeiten ausführt, wird sie zudem zu einem wichtigen Multiplikator für Wissen und digitale Technologien. Die Wissenschaft profitiert vom digitalen Wandel, indem sie selbst zum Anwender der digitalen Technologien und Infrastrukturen wird.

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