Vertrauen ist keine Compliance KI-Reife: Veeam will Unternehmen den Spiegel vorhalten

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Acht von zehn Führungskräften sind laut einer Veeam-Studie überzeugt, KI sicher skalieren zu können. Belegen kann das kaum jeder Dritte. Mit einem neuen Rahmenwerk will der Datenschutzspezialist die Lücke schließen und sein neues Selbstbild als KI-Trust-Anbieter festigen.

Das Spiegelbild trügt: Viele Unternehmen überschätzen ihren KI-Reifegrad deutlich — das zeigt eine neue Studie von Veeam.(Bild:  KI-generiert)
Das Spiegelbild trügt: Viele Unternehmen überschätzen ihren KI-Reifegrad deutlich — das zeigt eine neue Studie von Veeam.
(Bild: KI-generiert)

Veeam hat ein „Data and AI Trust Maturity Model“ vorgestellt. Das Rahmenwerk soll Unternehmen dabei helfen, ihren tatsächlichen KI-Reifegrad zu bewerten, anstatt sich auf Selbsteinschätzung zu verlassen. Grundlage ist eine im Unternehmensauftrag von der Emerald Research Group durchgeführte Befragung von 300 leitenden Verantwortlichen aus Wirtschaft und Technologie.

Nach Angaben von Veeam geben 80 Prozent der befragten Führungskräfte an, zuversichtlich zu sein, KI in den kommenden zwei Jahren sicher skalieren zu können. Gleichzeitig räumt fast die Hälfte ein, dass dieses Vertrauen eher auf Intuition basiert als auf auditierbaren Nachweisen. Nur etwa jedes dritte Unternehmen könne bei Bedarf umfassende Prüfungsnachweise sofort vorlegen.

Governance hinkt hinterher, kein Einzelfall

Die Lücke zwischen KI-Einführung und Governance ist ein bekanntes Problem: Der ServiceNow Enterprise AI Maturity Index 2025 zeigte bereits einen Rückgang des KI-Reifegrads in Europa um zehn Punkte auf 34 von 100, obwohl die Investitionen gleichzeitig stiegen. Mit dem Einzug autonomer KI-Agenten in Produktivumgebungen verschärft sich das Risiko weiter. Systeme, die eigenständig auf Unternehmensdaten zugreifen und Entscheidungen treffen, erfordern andere Kontrollmechanismen als klassische Analyse-Tools. Hinzu kommt: Mit der Verbreitung agentischer KI wächst laut Gartner auch die Angriffsfläche; bis 2028 soll jede vierte Enterprise-GenAI-Anwendung jährlich mindestens fünf Sicherheitsvorfälle verzeichnen.

Laut Veeam-Studie sind fast sieben von zehn Unternehmen bereits so weit, dass KI in mehrere Geschäftsbereiche integriert ist oder als betriebskritisch gilt. Die Governance hält damit nicht Schritt: Zwar existieren in fast neun von zehn Unternehmen formelle KI-Governance-Richtlinien. Ob diese unter realen Bedingungen tragen, steht auf einem anderen Blatt. 52 Prozent der Befragten berichten zudem, dass KI-Initiativen in den vergangenen 18 Monaten zurückgefahren wurden. 28 Prozent haben entsprechende Projekte nach Unternehmensangaben vollständig eingestellt.

Vier Säulen, fünf Reifestufen

Das Modell bewertet die KI-Reife entlang von zwölf Dimensionen, zusammengefasst in vier Säulen: Transparenz über Daten und Risiken, Identitäts- und Zugriffssteuerung, Betriebskontinuität sowie die Verfügbarkeit vertrauenswürdiger Daten für KI-Entwicklung und -Betrieb. Der Reifegrad wird auf einer Skala von „Ad-hoc“ bis „führend“ abgebildet. Angewendet wird das Modell im Rahmen eines kostenpflichtigen Beratungsangebots, das ein bewertetes Reifegradprofil, Peer-Benchmarks und eine priorisierte Roadmap liefern soll. Dabei ist der regulatorische Druck ein zusätzlicher Treiber: Die verbindlichen Anforderungen des EU AI Acts für Hochrisiko-Anwendungen greifen ab August 2026.

„Das Vertrauen in KI ist hoch, aber Vertrauen allein lässt sich nicht skalieren“, sagte Anand Eswaran, CEO bei Veeam. Das Unternehmen positioniert sich mit dem Rahmenwerk konsequent als Anbieter jenseits des klassischen Backup-Geschäfts. Den strategischen Rahmen dazu hat Veeam im Dezember 2025 mit der Übernahme von Securiti AI für 1,725 Milliarden Dollar gesetzt. Seither positioniert sich das Unternehmen als „Data and AI Trust Company“.

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