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SAP HANA Teradata reicht Klage gegen SAP ein

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

In den USA hat Teradata Klage gegen SAP eingereicht. Der Analytics-Spezialist hatte in der Vergangenheit mit SAP zusammengearbeitet und wirft dem einstigen Partner nun unter anderem Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen vor.

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Teradata hat Klage gegen SAP erhoben.
Teradata hat Klage gegen SAP erhoben.
(Bild: qimono / pixabay.com / CC0 )

Die Klage wurde vor dem U.S. District Court des Northern District of California eingereicht. Teradata wirft SAP darin Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen, Verstoß gegen das Urheberrecht sowie Kartellrechtsverstöße vor. Dieser „wettbewerbswidrige Umgang“ mit Teradata und anderen Kunden betreffe einen Zeitraum von rund einem Jahrzehnt. Konkret wirft Teradata dem SAP-Konzern vor, das Unternehmen mit einem Joint Venture geködert zu haben, um Zugang zu dessen geistigem Eigentum zu erhalten. Aus diesem Vorgang sei SAP HANA entstanden. Kurz vor der Veröffentlichung von HANA habe SAP die Partnerschaft mit Teradata gekündigt und versuche seitdem, Teradata im Markt zu verdrängen. Dieses Verhalten beurteilt Teradata als illegal und strebt deshalb eine Unterlassungsklage gegen SAP sowie Schadensersatz an. Die Klageschrift ist öffentlich auf der Teradata-Website einsehbar. SAP kommentiert laufende Verfahren in der Regel nicht.

Weitere Details

In einer Pressemittelung ging Teradata zudem auf weitere Details der Klage ein. So habe SAP über ein Jahrzehnt lang seine starke Position im ERP-Markt genutzt, um Zugang zum Enterprise-Data-Analytics- und -Warehousing-Segment (EDAW) zu erhalten. Dort habe SAP zuvor „praktisch keine Relevanz gehabt“. Über ein Joint Venture soll sich SAP die nötige Expertise von Teradata angeeignet haben, um mit HANA möglichst schnell ein wettbewerbsfähiges Produkt anzubieten. Laut den Analytics-Experten hätte SAP „nie so schnell HANA entwickeln und vermarkten können, wenn SAP nicht Geschäftsgeheimnisse von Teradata gestohlen hätte“. Zudem habe SAP damit begonnen, Nutzern von Teradata-Systemen den Zugriff auf Daten in SAP-Systemen signifikant zu erschweren. Teradata bemängelt, dass SAP auf diese Weise seinen großen existierenden ERP-Kundenstamm gegen die Konkurrenz einsetzt. Ein Wechsel des ERP-Anbieters verursache hohe Kosten, was die Kunden regelrecht in den SAP-Anwendungen einsperre. Dasselbe Muster soll der Walldorfer Konzern laut Teradata nun auch im EADW-Segment einsetzen.

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