Anbieter zum Thema
„Bereits ein Viertel der befragten Fertigungsunternehmen“, berichtet Mark Alexander Schulte von IDC, „hat bereits eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) mittels Echtzeitdaten im Einsatz, teilweise im Rahmen von Pilotprojekten, und weitere 25 Prozent haben Implementierungspläne für das nächste Jahr.“
„Predictive Maintenance ist bei der Audi AG Bestandteil des Audi-Produktionssystems und der Prävention durch Total Productive Maintenance, TPM“, berichtet Helmut König, der Leiter der Fertigungsplanung Automatisierungstechnik bei Audi. „TPM kommt in allen Fertigungsbereichen konsequent zur Anwendung – vom Presswerk bis hin zu Karosseriebau, Lackiererei, Fördertechnik und Montage.“
Industrie 4.0
„Im Zuge der ,vollvernetzten Produktion der Zukunft‘, der sogenannten Fabrik 4.0, werden weitere Formen von Predictive Maintenance möglich sein“, sagt Helmut König voraus. „So werden Komponenten wie Motoren, Getriebe und Kupplungen eigene Intelligenzen mitbringen und Eigendiagnosen erstellen.“ Den Mitarbeitern in Produktion und Instandhaltung würden damit neue Möglichkeiten an Frühwarnsystemen und Prävention an die Hand gegeben.
Industrie 4.0 ist die Konvergenz des Internet der Dinge mit dem Internet der Daten und Dienste. Das Internet der Dinge stellt die Schlüssel-Techniken CPS (Cyber Physical Systems), ICS (Industry Control Systems, z. B. SCADA), Embedded Systems, M2M, neue Sensoren und standardisierte Kommunikationsprotokolle, bereit. „Das Internet der Daten und Dienste setzt auf nahezu unbegrenzte Speicher- und Netzkapazitäten, hochverfügbare und performante Netze, neue Applikationen, Mobility, Big Data und Cloud Computing“, meint Holm Landrock, Berater bei der Experton Group.
Eine solche Anwendung sind Roboter in der Fertigung. „Als selbstkonfigurierende und intelligente Systeme“, so Landrock, „könnten Roboter weit mehr Sensordaten, zum Beispiel ein 3D-Bild des Arbeitsraumes, verarbeiten und so erkennen, wann Kollege Mensch mitarbeitet und wann sich eine Person unberechtigt oder irrational im Arbeitsbereich bewegt.“ So ließen sich Unfälle vermeiden. Der eine oder andere ERP-Software-Hersteller ermöglicht es dem Admin bereits, mithilfe seiner Gedanken die Vorgänge in einer Fertigungshalle zu überwachen und zu steuern. Entsprechende Headsets werden auf Messen vorgeführt.
Service-Geschäftsmodelle
Nach Ansicht von Mark Alexander Schulte hat die rasche Sammlung von Maschinenbetriebsdaten die angenehme Folge, dass sich diese Daten zwecks Auswertung und Pflege auslagern lassen. „Jedes vierte Fertigungsunternehmen will die Instandhaltung und den Betrieb von Maschinen zukünftig stärker auslagern“, weiß der Analyst aus einer Umfrage. „Dieser Trend wird sicherlich durch den Kostendruck, den viele Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe spüren, und die Forderung nach mehr Flexibilität forciert.“
(ID:43043280)