Big Data und Industrie 4.0

Maschinen und Daten – eine Goldgrube?

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Aber auch technologische Weiterentwicklungen trügen hierzu bei. Denn durch vernetzte, mit Sensoren und eingebetteten Systemen ausgestattete Maschinen müssen Abnahmen seltener vor Ort durchgeführt werden. „Vielmehr sind das Monitoring, die Steuerung und die Wartung der Anlagen durch die Übertragung von Maschinendaten für Serviceanbieter einfacher geworden“, so der IDC-Analyst. Als Serviceanbieter kommen in erster Linie die Maschinenbauer selbst infrage, denn sie kennen sich mit ihrem Produkt am besten aus.

Marktwachstum von Industrie 4.0

„Allein mit den notwendigen Produkten und Services aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wird bis 2020 in Deutschland ein Marktvolumen von 10,9 Milliarden Euro erreicht werden“, sagt die Experton Group voraus. Es sind diese Smart Services, in denen die Intelligenz aus den IoT-Daten geschöpft werden soll. Die entsprechende Referenzarchitektur für das Zusammenspiel der IoT-Services wurde vom Lenkungskreis Industrie 4.0 Anfang 2014 vorgestellt. Der „Arbeitskreis Smart Service Welt“ veröffentlichte auf der CeBIT 2014 seine Empfehlungen dafür.

Big-Data-Plattformen

Um jedoch möglichst rasch und effizient solche Smart Services in nutzbare Lösungen zu überführen, sind zunächst flexibel skalierbare Big-Data-Plattformen notwendig. Nicht jedes Device erzeugt in jeder Sekunde Unmengen von Daten. Ein Smart Meter etwa schickt nur alle 15 Minuten eine kleine Datenmenge. Auch entsprechende Entwicklungs- und Bereitstellungsumgebungen sind gefragt. Im Cloud Computing sind das die Ebenen IaaS und PaaS und darauf sollen Smart Services als SaaS erzeugt werden, die sich im Web, mobil oder auf PCs konsumieren lassen.

Wie solch eine Architektur aussehen kann, hat IBM kürzlich mit dem IoT Foundation Service demonstriert. Dieser Cloud Service wird im Rahmen der PaaS IBM BlueMix bereitgestellt und kann deren Infrastruktur nutzen, als da wären: Cloud Foundry, Open Stack und zahlreiche weitere quelloffene Ressourcen.

2015 sollen Software, Anwendungen (12 Prozent) sowie die Infrastruktur von IKT (16 Prozent) und Netzwerken (19 Prozent) 47 Prozent aller IT-Ausgaben für Industrie 4.0 ausmachen, sagt die Experton Group voraus. 12 Prozent von 654 Millionen Euro entsprechen immerhin 78,48 Millionen Euro. So sehen bescheidene Anfänge aus, aber es ist zu berücksichtigen, dass zunächst in erster Linie in die Infrastruktur investiert wird.

Hürden

Dennoch gibt es auf dem Weg zum Internet of Things noch große Hürden zu nehmen. „Aus Sicht der von IDC Befragten“, berichtet Mark Alexander Schulte, „sind dies insbesondere die Gewährleistung von Datenschutz und -sicherheit, die Finanzierung der Umsetzung, das Aufbrechen etablierter Strukturen und Abläufe sowie noch unausgereifte Technologie.“ Nur wenn Anbieter auf diese Herausforderungen Antworten entwickelten, sei die Grundlage für eine zeitnahe Umsetzung der Industrie 4.0 gelegt.

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