Befragung von 170 Fachleuten KI im Marketing – die Skepsis schwindet

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Die vierte Erhebungswelle der von der SRH Berlin University of Applied Sciences und Kaiserscholle durchgeführten Langzeitstudie „Künstliche Intelligenz – die Zukunft des Marketings“ zeigt: KI ist endlich im Marketing angekommen. Das KI-Training bleibt allerdings eine Herausforderung.

Prof. Dr. Claudia Bünte untersucht seit 2018, wie sich die Nutzung von KI im Marketing entwickelt.(Bild:  SRH Berlin University of Applied Sciences)
Prof. Dr. Claudia Bünte untersucht seit 2018, wie sich die Nutzung von KI im Marketing entwickelt.
(Bild: SRH Berlin University of Applied Sciences)

Die Langzeitstudie misst einen extremen Rückgang der KI-Skepsis: In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Skeptiker um über 67 Prozent zurückgegangen. Die Nutzung von KI hat im selben Zeitraum gleichzeitig mit 53,2 Prozent deutlich zugenommen. Aber es gibt noch Luft nach oben – nicht bei der KI, sondern beim Faktor Mensch. Die Studie zeigt, dass für mehr als 60 Prozent der Marketingmanager die KI-Ausbildung eine Herausforderung sein wird.

Ein Team unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Bünte, Marketingexpertin der SRH Berlin University of Applied Sciences und Geschäftsführerin der Marketingberatung Kaiserscholle, befragte auch dieses Jahr wieder Marketingmanager in der DACH-Region.

An der vierten Befragungswelle nahmen 170 Fachleute teil, 77 Prozent davon Führungskräfte. Die Studie zeigt, dass die Nutzung von KI im Marketing nach anfänglichem Zögern schließlich deutlich zunimmt: Marketingmanager nutzen KI mittlerweile in allen fünf Kernbereichen des Marketings – Consumer Insights, Strategie, Produkt/Preis, Werbung/Vertrieb und Performance Management.

KI unterstützt dabei sowohl bei externen Aufgaben rund um die Kundeninteraktion als auch bei internen Aufgaben wie der Vereinfachung der Arbeit und dem effektiveren und effizienteren Arbeiten.

Entscheidender Faktor für den Erfolg des Unternehmens

Rund 86 Prozent der Befragten glauben zudem, dass die Bedeutung von KI im Marketing in Zukunft noch weiter zunehmen wird. Sie planen, KI noch stärker zu nutzen und sehen in der Technologie einen entscheidenden Faktor für den Erfolg des Unternehmens. „Dass es so lange dauern würde, bis KI im Marketing flächendeckend zur Anwendung kommt, hat uns überrascht“, so Prof. Bünte.

Gründe für die zunehmende Nutzung sind die gestiegene Erfahrung der Marketingmanager und ihr besseres Wissen zu KI. 81,1 Prozent nutzen etwa Software-as-a-Service (SaaS), viele davon deutlich mehr als in den vergangenen drei Jahren, und haben dadurch mehr Erfahrung mit KI-basierten Tools sammeln können. „Offenbar sind die Leistungen der Standardsoftware, die zugekauft werden kann, inzwischen so gut, dass sie eingesetzt werden kann“, führt Prof. Bünte weiter aus.

KI-Training der Beschäftigten ist eine Herausforderung

Für den Faktor Mensch leiten sich aus der aktuellen Entwicklung neue Herausforderungen ab: Über 60 Prozent der Befragten geben an, dass das KI-Training der Beschäftigten eine Herausforderung darstellen wird. Unternehmen sollten daher in die KI-Ausbildung ihrer Beschäftigten investieren, um die Potenziale von KI voll auszuschöpfen.

Die intensive Nutzung von KI ist aktuell unter den Befragten mit 18,8 Prozent nämlich vergleichsweise niedrig. Die eingesetzten KI-Software-Lösungen sind noch nicht Teil fester Prozesse, auch werden die Möglichkeiten der SaaS-Tools noch nicht voll ausgenutzt. Rund ein Drittel der Manager schätzt das Mitarbeiterwissen zu KI als unterdurchschnittlich ein. Das gilt auch für Führungskräfte. „Systematische Trainings sind gerade bei KI-Tools wichtig, da ständig neue Anwendungen auf den Markt kommen, wie aktuell z. B. ChatGPT“, so Prof. Bünte.

Schulung und Training der menschlichen Teammitglieder werden innerhalb der nächsten Jahre daher umso wichtiger, um sie mit dem effizienten, professionellen Umgang mit künstlich intelligenten Technologien vertraut zu machen. Dabei ist es wahrscheinlich, dass daraus neue Berufe entstehen – z. B. der des Prompt-Designers.

Doch der richtige Einsatz von KI lohnt sich: Diejenigen, die KI im Unternehmen einsetzen, sagen signifikant häufiger, sie seien erfolgreicher als der Wettbewerb. Und 77 Prozent der Befragten, die mit KI im Marketing arbeiten, geben an, dass KI mindestens ein Faktor für den Erfolg sei. Die Manager erwarten zudem, dass KI in Zukunft entscheidend für den Erfolg sein wird.

Mehr Wissen, mehr Trainings, mehr Erfahrungen

KI wird im Marketing nach anfänglichem Zögern endlich eingesetzt, aber noch nicht voll genutzt – und wird entscheidend für den Erfolg. Um aber das volle Potenzial von KI zu heben, ist der Mensch wichtig: Mehr Wissen, mehr Trainings und mehr Erfahrungen können helfen, KI für den Unternehmenserfolg einzusetzen. Unternehmen sollten daher gezielt in die interne KI-Ausbildung investieren und offen für neue Strukturen und Fachleute sein, um die Möglichkeiten, die KI bereits jetzt bietet und zukünftig bieten wird, für den Unternehmenserfolg voll auszuschöpfen.

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