Box-Studie zur KI-Reife im Unternehmen KI-Agenten breit im Einsatz, die Absicherung hinkt nach

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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83 Prozent der für Box befragten Unternehmen setzen KI-Agenten ein, 80 Prozent berichten einen messbaren Return-on-Investment. Doch fast die Hälfte hat bereits einen KI-bezogenen Datenvorfall erlebt, und nur ein gutes Drittel hat seine Agenten an vertrauenswürdige interne Inhalte angebunden.

Die reifsten KI-Anwender melden laut Box-Report nicht weniger, sondern mehr Datenvorfälle, weil sie ihre Agenten-Landschaft überhaupt überblicken.(Bild:  Box)
Die reifsten KI-Anwender melden laut Box-Report nicht weniger, sondern mehr Datenvorfälle, weil sie ihre Agenten-Landschaft überhaupt überblicken.
(Bild: Box)

83 Prozent der für den Report „State of AI in the Enterprise Report 2026“ von Box befragten Unternehmen setzen KI-Agenten ein, 19 Prozent davon autonom und im größeren Maßstab. 80 Prozent berichten von einem messbaren Return-on-Investment von mindestens zehn Prozent aus ihrer bisherigen KI-Arbeit. Das Marktforschungsinstitut Harris Poll befragte für die Studie zwischen dem 30. April und 8. Mai 2026 im Auftrag von Box 1.640 IT-Entscheider in den USA, Großbritannien, Frankreich und Japan. Deutschland war nicht Teil der Stichprobe.

Reifegrad nach Selbsteinschätzung

Der Report ordnet die Befragten vier selbsteingestuften Reifegraden zu: early stage, developing, advanced und leading edge. Der Anteil der Unternehmen, die sich als „advanced“ oder „leading edge“ einordnen, liegt 2026 bei 64 Prozent. Box vergleicht diesen Wert mit acht Prozent im Vorjahr, weist die Vorjahresvergleiche in der Methodik allerdings ausdrücklich als „bestenfalls richtungsweisend“ aus, da sich Stichprobe und Methodik gegenüber 2025 verändert haben.

Eine deutsche Erhebung dämpft das Bild zusätzlich: Laut einer Cloudflight-Studie setzt nur jedes neunte deutsche Unternehmen KI-Agenten in einer fortgeschrittenen Phase ein, obwohl die große Mehrheit vom Potenzial überzeugt ist.

Die Ergebnisse fallen je nach Reifegrad deutlich unterschiedlich aus. Während 50 Prozent der als leading edge eingestuften Unternehmen einen ROI von über 25 Prozent angeben, sind es bei den Early-stage-Unternehmen elf Prozent. Die am stärksten nachgefragten neuen Rollen betreffen den Betrieb von Agenten: KI-Agenten-Operatoren in der IT (44 Prozent), Sicherheits- und Compliance-Fachleute (37 Prozent) sowie Operatoren in den Fachabteilungen (31 Prozent).

Personalbestand: Box rechnet mit Wachstum

Beim erwarteten Personalbestand zeigt sich eine der größten Differenzen der Studie: 79 Prozent der reifsten Unternehmen rechnen über die nächsten drei Jahre mit steigender Mitarbeiterzahl, gegenüber 30 Prozent bei den am wenigsten weit fortgeschrittenen. Über alle Befragten hinweg erwarten 58 Prozent steigende Beschäftigtenzahlen; neun Prozent sehen KI-Agenten derzeit primär als Mittel zum Stellenabbau.

Andere Erhebungen relativieren diesen Optimismus: Laut einer Gartner-Umfrage haben 80 Prozent der Unternehmen mit autonomen Geschäftsprozessen Stellen abgebaut, ohne dass dies mit einem höheren ROI korreliert.

Zugang zu Inhalten als zentrale Hürde

Als zentrale Hürde benennt die Studie den Zugang zu Unternehmensinhalten. 96 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass Agenten auf unternehmensspezifische Inhalte zugreifen können, doch nur 36 Prozent haben ihre Agenten bereits über viele Anwendungsfälle hinweg an vertrauenswürdige interne Inhalte angebunden. Als größte Barrieren nennen die IT-Entscheider Sicherheits- und Datenschutzbedenken (38 Prozent) sowie regulatorische Anforderungen (29 Prozent), gefolgt von operativen Problemen wie über Systeme verteilten Daten (25 Prozent) und Integrationsschwierigkeiten (24 Prozent). Diese Diskrepanz zwischen erkanntem Nutzen und tatsächlicher Umsetzung deckt sich mit anderen Befunden, die die Lücke zwischen dem Potenzial von KI-Agenten und ihrem realisierten Mehrwert als „Return-on-Agent-Lücke“ beschreiben.

Governance formalisiert, Umsetzung lückenhaft

Beim Thema Governance verzeichnet die Studie eine schnelle Formalisierung bei gleichzeitig nachhinkender Umsetzung. Der Anteil der Unternehmen mit etabliertem oder fortgeschrittenem Governance-Rahmen stieg laut Box von 24 Prozent (2025) auf 73 Prozent (2026). Zugleich verfügen nur 34 Prozent über formale Standards dafür, wie Agenten auf Unternehmensdaten zugreifen, und nur 39 Prozent über umfassende Sichtbarkeit über genehmigte und nicht genehmigte KI-Nutzung. 49 Prozent der Unternehmen berichten von mindestens einem KI-bezogenen Datenvorfall, bei dem ein KI-Werkzeug Inhalte zugänglich machte, auf die ein Nutzer nicht hätte zugreifen dürfen; 16 Prozent stufen diesen Vorfall als gravierend ein. Auffällig ist, dass reifere Unternehmen mehr Vorfälle melden: 60 Prozent der Leading-edge-Unternehmen gegenüber 46 Prozent der Early-stage-Unternehmen. Box führt dies auf größere Angriffsfläche und bessere Sichtbarkeit zurück.

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