Nachbericht Hitachi Information Forum

IoT – wenn Operational Technology und Information Technology verschmelzen

| Autor / Redakteur: Thomas Schumacher / Nico Litzel

Rund 200 Teilnehmer und 14 Partnerunternehmen folgten der Einladung zum diesjährigen Hitachi Information Forum in Düsseldorf.
Rund 200 Teilnehmer und 14 Partnerunternehmen folgten der Einladung zum diesjährigen Hitachi Information Forum in Düsseldorf. (Bild: Hitachi Data Systems)

Der Wind der Veränderung bläst den Unternehmen immer stärker ins Gesicht. Die digitale Intelligenz liegt im Zeitgeist und Daten rücken immer stärker in den Mittelpunkt erfolgreicher Geschäftsmodelle. Nur wenige Unternehmen verfügen über eine annähernd so breite Kompetenz im Umgang mit Daten wie der Hitachi-Konzern. Und so folgten mehr als 200 Teilnehmer und 14 Partnerunternehmen der Einladung zum diesjährigen Hitachi Information Forum in die Classic Remise Düsseldorf.

Blick in die Oltimer-Lobby
Blick in die Oltimer-Lobby (Bild: Hitachi Data Systems)

Wobei einige Teilnehmerr mit leichter Verspätung eintrafen, da der Weg zum Veranstaltungsort durch eine Halle mit edelsten Oldtimern führte und einige Teilnehmer sich doch nur schwer von den dort aufgestellten Ferrari, Porsche, Maserati, Mercedes und weiteren vierrädrigen Preziosen lösen konnten. Aber auch wenn die Trennung durchaus schwerfiel, der Weg lohnte sich, auf dem Forum warteten zahlreiche interessante Keynotes, Breakout Sessions und ein Smart-City-Showcase, der wichtige Lösungskomponenten für die Teilnehmer greifbar und erlebbar machte.

Die disruptive Kraft der digitalen Transformation

Daniel Dalle Carbonare, Geschäftsführer von Hitachi Data Systems
Daniel Dalle Carbonare, Geschäftsführer von Hitachi Data Systems (Bild: Hitachi Data Systems)

Zur offiziellen Eröffnung sprach Daniel Dalle Carbonare, Geschäftsführer von Hitachi Data Systems (HDS) über die disruptive Kraft der digitalen Transformation und ihre globalen Auswirkungen auf nahezu alle Branchen. Dabei betonte er vor allem die integrative Kraft von Hitachi, da der weltweite Konzern mehr als 100 Jahre Industrieerfahrung (Operational Technology, kurz OT) und mehr als 50 Jahre in der IT-Branche vorweisen kann. Nicht von ungefähr verschmolz er IT und OT während seines Vortrages zu IoT, dem aktuell wohl wichtigsten technologischen Trend. Im Anschluss daran machte Mike Canavan, VP Emerging Solutions bei HDS, in seinem Vortrag einen kurzen Streifzug durch die Welt von morgen. Seine These: Eine moderne Datenstrategie, die sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann, sorgt für eine deutlich schnellere, digitale Transformation.

Um die digitale Transformation und das Thema IoT ging es auch in der Keynote von Patrick Razavet von Vodafone. Darin vollzog er zuerst die Neuerfindung seines Arbeitgebers vom weltweiten Mobilfunkanbieter zum globalen IoT-Marktführer nach, um dann konkrete Tipps für Transformationsvorhaben zu geben.

Die CTO-Perspektive – Technologie und Innovation

Jürgen A. Krebs, CTO Central Region bei Hitachi Data Systems, betonte die Rolle des Internet of Things.
Jürgen A. Krebs, CTO Central Region bei Hitachi Data Systems, betonte die Rolle des Internet of Things. (Bild: Hitachi Data Systems)

Zum Abschluss des Vormittagsprogramms gehörte die Bühne dann Jürgen A. Krebs von Hitachi Data Systems, Joe O'Connor von Brocade und Nigel Williams, von Commvault. Ihr Thema: Die CTO-Perspektive. Die Fragestellung lautete, wie Technologie Innovation treibt (und umgekehrt) – und jeder der drei Speaker stellte dazu eine Antwort aus eigener Sichtweise vor. Jürgen A. Krebs betonte die Rolle des Internet of Things (IoT) als Integration der physikalischen und digitalen Welt, also wiederum die Verschmelzung von OT und IT.

Nigel Williams von Commvault betonte in seinem Vortrag die fundamentale Bedeutung von Daten für die digitale Transformation – einerseits, um das Business möglich zu machen (Enablement), andererseits zum Schutz desselben (Protection). Als Anbieter von Lösungen für Backup & Restore sorgt Commvault dafür, dass Daten immer geschützt sind, egal welche Anwendung, welche Infrastruktur oder welcher Service-Level dahinter stehen. Joe O'Connor von Brocade ergänzte den Vortrag dann aus der Sicht eines Anbieters von Netzwerkinfrastruktur. Das Netzwerk ermöglicht erst die digitale Transformation, so O'Connor. Seiner Ansicht nach wird der Grad, in dem Unternehmen die digitale Welt annehmen, in den nächsten zehn Jahren darüber entscheiden, wer Gewinner und wer Verlierer sein wird.

Breakout Sessions – Erkenntnisse aus der Praxis für die Praxis

Nach dem Lunch-Break bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit, in mehreren Breakout-Sessions Einblicke mit Praxisbezug zu bekommen. Im ersten Block berichtete Rupert Petschina von T-Systems über die „digitale DNA“ seines Unternehmens und vermittelte einen Insider-Einblick in das Thema Digitalisierung. Jörg Pulfer und Roland Scheffer von Veritas berichteten in ihrer Session über Datenberge als Chance und brachten die Herausforderung auf den Punkt: Zu viele Daten, zu wenig Informationen. Die Lösung dafür: 360-Grad-Datenmanagement! Über smarte Infrastruktur für Smart Cities berichtete Christian Dornacher von HDS in seiner Breakout-Session, in der er den Hitachi-Use-Case „City Date Exchange“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen vorstellte.

Im zweiten Block der Breakout-Sessions erläuterte Thomas Bludau von Computacenter den „Weg zu SAP HANA“: Wie lässt sich eine SAP-Umgebung mit der Hitachi UCP-Referenzarchitektur automatisch migrieren? Sascha Oehl von HDS stellte seinem Vortrag „Datenmanagement im Cloud und Petabyte-Zeitalter” die Frage voran, wie viel eigentlich ein Gigabyte kostet. Er erklärte dann auch, wieso sich diese Frage zwar nicht pauschal beantworten lässt, In-House auf Basis von Hitachi-Technologie jedoch in aller Regel billiger ist als die Nutzung von AWS. Und sicherer oben drein… Eine To-Do-Liste für die Einführung von S/4 HANA in der Cloud (powered by Hitachi) stellten Uwe Wannemacher und Ralf Seufert von CSC vor. Was es mit einer „Data Pipeline” auf sich hat und welche Rolle die Analyse-Software von Pentaho im HDS-Portfolio spielt, erläuterte Gaetano Bisaz von HDS in seiner Session.

Im dritten und letzten Block beschrieb Dr. Tristan Daude von Commvault „Next Generation Data Protection and Copy Management for SAP HANA“. Commvault setzt dabei auf Storage-Technologie von HDS. Auch David Blackman von Infosys hob in seiner Präsentation insbesondere die Partnerschaft mit HDS auf dem deutschen Markt hervor. Mit Oberstleutnant Jörg Flessel, IT-Stabsoffizier bei der Bundeswehr, konnte Dennis Seiffert vom HDS-Partner SVA einen Anwender mit auf die Bühne bringen. Die Bundeswehr hat für das medizinische Datenmanagement eine revisionssichere Archivierung mittels eines Medical Archive Grids umgesetzt.

Hitachi Rail und Pentaho

Im Anschluss an die Breakout-Sessions stellte Wael Elrifai von Pentaho in seiner Keynote „Hitachi Rail“ vor. Hitachi ist eines von wenigen Unternehmen, das im Schienenbereich ein komplettes Angebot vorweisen kann, vom modernen Hochgeschwindigkeitszug bis zur Signaltechnik. In Großbritannien hat das Unternehmen für mehr als 27 Jahre den Betrieb mehrerer wichtiger Bahnstrecken im Rahmen eines „Train-as-a-Service“-Konzeptes übernommen. Modernste Sensor- und IoT-Technologie sorgt für Predictive Maintenance und damit für eine 100-prozentige Verfügbarkeit des Betriebs. Als Basis des Projektes, an dem auch Vodafone IoT als Partner beteiligt ist, erfasst die Lumada-Plattform von Hitachi jeden Tag rund 48.000 Datensätze (rund 25 GB an Daten) von jedem Zug. Neben den Ingenieuren werden Data Scientists eingesetzt, um den größtmöglichen Nutzen aus diesen Daten zu ziehen.

Zum Abschluss unterhielt Innovationsexperte Dietmar Dahmen die Anwesenden mit einer Präsentation über die „Digital-Tsunami“, bevor im Foyer der Classic Remise ein Apéro Riche gereicht wurde. Zahlreichen Teilnehmern fiel es danach sichtlich schwer, sich vom Veranstaltungsort zu verabschieden. Ob das an der Fülle an Eindrücken zur digitalen Transformation oder doch eher an dem einen oder anderen Oldtimer lag, konnte nicht mehr in Erfahrung gebracht werden ...

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