Gartner-Studie zu KI und Personalabbau Entlassungen liefern keine KI-Rendite

Von Berk Kutsal 1 min Lesedauer

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80 Prozent der Unternehmen mit autonomen Geschäftsprozessen haben Personal abgebaut. Laut einer Gartner-Umfrage unter 350 Führungskräften macht es für den ROI aber keinen Unterschied: Die Abbauraten sind bei Firmen mit hoher Rendite nahezu identisch mit denen, die kaum oder negativ abschneiden. Wer bessere Ergebnisse erzielt, investiert in Qualifikation statt in Kündigungen.

Laut Gartner verwechselten viele CEOs Personalabbau mit KI-Rendite. Die erfolgreicheren Unternehmen investierten stattdessen aggressiv in Kompetenzen und Betriebsmodelle.(Bild:  KI-generiert)
Laut Gartner verwechselten viele CEOs Personalabbau mit KI-Rendite. Die erfolgreicheren Unternehmen investierten stattdessen aggressiv in Kompetenzen und Betriebsmodelle.
(Bild: KI-generiert)

Gartner hat im dritten Quartal 2025 weltweit 350 Führungskräfte befragt. Teilnahmebedingung: mindestens eine Milliarde US-Dollar Jahresumsatz und der Einsatz von KI-Agenten, intelligenter Automatisierung oder autonomen Systemen. Das Resultat ist eindeutig: Vier von fünf Unternehmen haben Stellen gestrichen, doch der Abbau korreliert nicht mit besseren Ergebnissen.

„Viele CEOs greifen zu Entlassungen, um schnelle KI-Erfolge vorweisen zu können. Diese Annahme führt in die Irre”, sagte Helen Poitevin, Distinguished VP Analyst bei Gartner. Personalabbau schaffe Budgetspielraum, aber keine Rendite. Die Firmen mit höherem ROI unterschieden sich durch eines: Sie investierten stärker in Kompetenzen, Rollen und Betriebsmodelle, die Menschen befähigen, autonome Systeme zu steuern und zu skalieren.

Mehr Autonomie, nicht weniger Menschen

Gartner definiert „autonome Geschäftsprozesse” als die nächste Stufe nach Augmentation und Automatisierung: Maschinen und Menschen erhalten gleichermaßen mehr Eigenständigkeit. Technologisch stützt sich das Konzept auf KI-Agenten, RPA, digitale Zwillinge und tokenisierte Vermögenswerte. Es gehe ausdrücklich nicht um ein Unternehmen ohne Menschen, sondern um „Human-amplified Business”.

Die Analysten prognostizieren, dass die Ausgaben für KI-Agenten-Software von 86,4 Milliarden US-Dollar 2025 auf 206,5 Milliarden im Jahr 2026 und 376,3 Milliarden im Jahr 2027 wachsen werden. Parallel dazu sagt Gartner voraus, dass autonome Geschäftsprozesse zwischen 2028 und 2029 netto mehr Arbeitsplätze schaffen als sie verdrängen. Als Treiber nennt Poitevin strukturelle Faktoren wie den demografischen Rückgang und vertrauensabhängige Kundenkontakte, die menschliche Präsenz erfordern.

Gartner warnt parallel vor Überhitzung

Dass Stellenabbau allein keine Rendite bringt, fügt sich in ein breiteres Bild: Das Analystenhaus selbst warnt, dass das Angebot die Nachfrage übersteige, und rechnet damit, dass mehr als 40 Prozent aller Projekte mit agentischer KI bis Ende 2027 scheitern.

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