Deloitte zu aktuellen GenAI-Entwicklungen Für schnelle Vorteile müssen strategische Ziele zurückstehen

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt, dass generative KI (GenAI) einen großen technologischen Wandel in Gang setzt. Unternehmen haben dabei aber eher kurzfristige, schnelle Vorteile im Fokus, anstatt strategische Ziele wie Wachstum und Innovation ins Visier zu nehmen.

Eine aktuelle Deloitte-Studie zeigt, dass GenAI in Unternehmen begeistert aufgenommen wird. Hindernisse gibt es aber nach wie vor.(Bild:  Gerd Altmann /  Pixabay)
Eine aktuelle Deloitte-Studie zeigt, dass GenAI in Unternehmen begeistert aufgenommen wird. Hindernisse gibt es aber nach wie vor.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay)

Für die Studie „State of AI in the Enterprise: Now decides next“ wurden mehr als 2.800 Führungskräfte aus sechs Branchen in 16 Ländern zum Thema GenAI befragt. Obwohl die Teilnehmer unterschiedlich erfahren im Umgang mit der Technologie sind, gaben alle an, dass ihr Unternehmen GenAI testet oder bereits implementiert.

„Wir befinden uns in den Anfängen eines großen technologischen Wandels, in dem GenAI eine Welle von Innovationen in allen Branchen auslöst“, meint Joe Ucuzoglu, Global CEO von Deloitte. Geschwindigkeit, Umfang und Anwendungsfälle von GenAI seien atemberaubend. „Unternehmen stehen unter einem immensen Handlungsdruck und müssen gleichzeitig sicherstellen, dass angemessene Governance- und Risikominderungsmaßnahmen vorhanden sind“, so Ucuzoglu.

Begeisterung trifft auf Befürchtungen

Hinsichtlich potenzieller geschäftlicher Vorteile sind die Befragten von GenAI begeistert. Weniger Optimismus herrscht bezüglich gesellschaftlicher Auswirkungen vor. 52 Prozent gehen davon aus, dass der weitverbreitete Einsatz generativer KI die Macht in der Weltwirtschaft zentralisieren wird. Ebenfalls etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) geht von einer zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheit aus. Dementsprechend werden stärkere globale Regulierung (78 Prozent) und Zusammenarbeit (72 Prozent) stark befürwortet, um eine vertrauensvolle KI-Einführung zu gewährleisten.

Fast vier von fünf Unternehme (79 Prozent) gehen davon aus, dass sich ihr Unternehmen innerhalb von drei Jahren dank GenAI wesentlich verändern wird. Taktische Vorteile wie Effizienzsteigerung und Kostensenkung stehen dabei stärker im Mittelpunkt als strategische Themen wie Wachstum und Innovation. „Die vordringliche Suche der Unternehmenslenkerinnen und -lenker nach taktischen Vorteilen ist durchaus nachvollziehbar“, erklärt Dr. Björn Bringmann, Leiter des AI Institute von Deloitte Deutschland. Für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit würden allerdings strategische Bereiche eine Schlüsselrolle spielen und sollten daher stärker priorisiert werden. „Nur so lässt sich auch mittel- und langfristig das immense Potenzial dieser Technologie adäquat heben und nutzen“, so Bringmann.

Weitere Ergebnisse im Überblick

Allgemein fühlen sich die Teilnehmer gut auf die nötige Strategie und technische Infrastruktur vorbereitet. Fachkräftemangel, Governance und weitere Risken bei der KI-Einführung bleiben aber Sorgenkinder – nur 22 Prozent sehen sich hier gut aufgestellt. Nur knapp die Hälfte (47 Prozent) glauben, dass sie ihre Mitarbeiter ausreichend über Fähigkeiten, Nutzen und Wert von GenAI aufklären.

Als weitere Hindernisse bei der Einführung generativer KI wurden vor allem mangelndes Vertrauen in Ergebnisse (36 Prozent), Bedenken hinsichtlich geistigen Eigentums (35 Prozent), Missbrauch von Kunden- oder Auftraggeberdaten (34 Prozent), Einhaltung von Vorschriften (33 Prozent) sowie mangelnde Erklärbarkeit und Transparenz (31 Prozent) genannt.

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