Finanzvorstände im Wandel: Die digitale Transformation verändert die Tätigkeit von Finanzteams. Unternehmerische Entscheidungen werden kaum noch auf Basis reiner Finanzkennzahlen getroffen. Langfristige und strategische Entscheidungen erfordern in der immer komplexer werdenden Geschäftswelt fundierte Datenanalysen, die weit über die bloße Auswertung typischer Finanzkennzahlen hinausgehen.
Der Autor: Stevan Lutz ist Vorstand (CFO) der CSS AG und Experte unter anderem für die Themen Finanzen, Unternehmensskalierung, Datenstrategie und Business Intelligence.
(Bild: CSS AG)
Ohne diese Analysen würde es Unternehmen kaum noch gelingen, relevante Marktentwicklungen zu identifizieren, ihre Leistung zu überwachen und neue Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen. Für einen Chief Financial Officer (CFO) gilt es daher, sich mit den neuesten Methoden der Datenanalyse vertraut zu machen, um das Unternehmen besser an sich verändernde Marktbedingungen anpassen zu können. Nur mit einer entsprechenden Datenkompetenz kann der CFO Risiken reduzieren und neue Wachstumspotenziale entdecken. Der CFO von heute muss sich also in der Rolle des Datenstrategen wiederfinden.
Finanzdaten sind nicht die einzigen wichtigen Daten
Zwar sind Finanzdaten wichtig für einen CFO, aber sie sind längst nicht mehr die einzigen Daten, die für ihn relevant sind. Er muss darüber hinaus operative Daten kennen, die zum Beispiel zeigen, wie viele Verkaufsmöglichkeiten es gibt oder wie viele Verkäufe kurz vor dem Abschluss stehen. Diese Daten haben direkten Einfluss auf den zukünftigen Geschäftserfolg.
Ebenso wichtig sind Marktdaten. Sie können zum Beispiel Änderungen in den Kundenbedürfnissen aufzeigen oder über die Suchtrends potenzieller Kunden – zum Beispiel bei Suchmaschinen wie Google oder auf der eigenen Webseite – wertvolle Informationen liefern, wie das Unternehmen sich anpassen und positionieren muss, um auf Marktentwicklungen zu reagieren.
Zudem ist der Vertrieb eine wichtige Datenquelle, denn er gibt Aufschluss darüber, wie Kunden und Konkurrenz agieren. Derlei Daten ermöglichen es, die Marktposition des Unternehmens zu verstehen und zu erkennen. Mit diesem Wissen kann das Unternehmen zum Beispiel strategisch in Bereiche investieren, die viel Potenzial für Wachstum bieten.
Zusammenarbeit mit der IT ist unerlässlich
Um die Daten effektiv zu nutzen, ist es wichtig, eng mit den Abteilungen zusammenzuarbeiten, die diese Daten erzeugen und verwalten. Der IT kommt dabei eine besondere Rolle zu. Die Zusammenarbeit zwischen dem CFO und der IT sollte vorsehen, dass gemeinsam Ziele definiert werden, die Datenqualität sichergestellt wird, Prozesse optimiert und Innovationen gefördert werden.
Der CFO und die IT müssen dabei nicht nur bei der Auswahl von Software zusammenarbeiten. Sie müssen auch einen Weg der Kommunikation finden, um sicherzustellen, dass sie als Team die gleichen Ziele verfolgen. Sie können etwa ein gemeinsames Verständnis für ihre Bedürfnisse und Probleme entwickeln, indem sie regelmäßig IT-Strategiemeetings abhalten und ihre Ziele aufeinander abstimmen.
Der CFO sollte außerdem einen Überblick über die IT-Budgetplanung haben, damit er Ressourcen effizient verteilen und sicherstellen kann, dass geplante Investitionen mit den Geschäftszielen des Unternehmens übereinstimmen.
Datenintegration wird zum zentralen Thema
Die Bedeutung einer umfassenden Datenkompetenz für den CFO sowie die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung rücken eine wichtige Aufgabe in den Vordergrund: den Prozess der Datenintegration im Unternehmen. Für den Unternehmenserfolg ist es von enormer Bedeutung, wie gut es gelingt, Datenströme aus unterschiedlichen Quellen zu integrieren, um fundierte Entscheidungen auf der Basis von integren Daten treffen zu können.
Doch wie kann eine effiziente Datenintegration aussehen? Hier stellt Data Warehousing – insbesondere in der Cloud – eine zentrale Strategie dar. Denn Data Warehousing ermöglicht es, alle relevanten Daten an einem zentralen Ort zu speichern und zu verwalten. Dazu werden im Wesentlichen zunächst alle wichtigen Daten in das Data Warehouse geladen, in der Regel über Pipelines, die mit entsprechenden Checks abgearbeitet werden. Dies stellt sicher, dass die Daten korrekt und in einem konsistenten Format in das System geladen werden, was eine solide Grundlage für die weitere Verarbeitung schafft.
Präzise Definition und Strukturierung der Daten
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind klar definierte ETL-Prozesse. Denn durch sie lässt sich eine präzise Definition und Strukturierung der Daten sicherstellen. Dies wiederum ist für die weitere Analyse und Berichterstattung unerlässlich. Schließlich müssen die Informationen, die für finanzielle Prognosen und Berichte verwendet werden, zuverlässig sein. Außerdem wird auch das Entstehen von „eigenen Wahrheiten“ – zum Beispiel, wenn Rohdaten falsch weiterverarbeitet werden – verhindert und es wird dafür gesorgt, dass KPIs klar definiert und abgegrenzt werden.
Stand: 08.12.2025
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Strategische Entscheidungsfindung durch Dashboarding
In einem weiteren Schritt können die Daten einfach weiterverarbeitet werden: Sie werden normalisiert und KPIs werden definiert. Diese Schritte sind wichtig, damit die Daten in eine nutzbare Form gebracht werden. Außerdem wird so sichergestellt, dass sie korrekt interpretiert werden können. Die Normalisierung der Daten trägt dazu bei, Inkonsistenzen zu beseitigen und die Datenqualität zu verbessern. Durch die Definition von KPIs werden klare und unternehmensweit einheitliche Messgrößen für die Beurteilung der Leistung etabliert.
Anschließend können die aufbereiteten Daten an verschiedene Endpunkte ausgegeben werden – je nachdem, wo sie benötigt werden. Zum Beispiel ist es möglich, sie in Dashboard-Tools für die visuelle Darstellung und Analyse einzuspeisen. Durch Dashboarding können alle Stakeholder einfach und schnell auf die Daten zugreifen und diese interpretieren. Dadurch wird die strategische Entscheidungsfindung erheblich erleichtert.
Interne und externe Datenquellen von Bedeutung
Ebenso können die Daten per API direkt in operative Prozesse oder an Drittsysteme wie Tools für Marketing-Aktivitäten weitergeleitet werden. Diese Art der strukturierten Datenintegration und -verteilung ermöglicht es, die Daten effektiv zu nutzen und in den verschiedenen Bereichen eines Unternehmens wertvolle Einsichten zu gewinnen.
Das Heranziehen verschiedener Datenquellen, sowohl interne als auch externe, ist ein weiterer Schlüssel zur Optimierung der Datenintegration. Denn eine ganzheitliche Sichtweise erweitert nicht nur die Informationsbasis für CFOs, sondern verbessert auch die Qualität strategischer Entscheidungen sowie die Steuerung finanzieller Aktivitäten.
CFO als Datenstratege als Schlüsselfaktor für Unternehmenserfolg
Es lässt sich resümieren: Die Rolle des CFOs hat sich grundlegend gewandelt: Er muss heute auch ein Datenexperte sein. Denn die digitale Transformation erfordert neben Finanzwissen zunehmend Datenkompetenz und damit verbunden eine enge Zusammenarbeit mit der IT. Eine effektive Datenintegration ist hier entscheidend. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategien, unterstützt durch moderne Technologien, ist daher ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg.