„Daten nutzen“-Survey von Sopra Steria Data-driven-Deutschland bleibt Zukunftsmusik

Von Martin Hensel

Die Managementkompass-Survey „Daten nutzen“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut zeigt, dass die Umwandlung von Daten in Wachstum und Mehrwerte noch lahmt. Ein datengetriebenes Deutschland bleibt damit vorerst Zukunftsmusik.

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Die „Daten nutzen“-Survey zeigt, dass es bei der Verwertung von Daten noch hapert.
Die „Daten nutzen“-Survey zeigt, dass es bei der Verwertung von Daten noch hapert.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Laut der Umfrage sehen 73 Prozent der befragten Entscheider aus Wirtschaft und Verwaltung Handlungsbedarf bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, um Daten überhaupt produktiv nutzen zu können. Die geschäftliche und gesellschaftliche Verwertung von Daten ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor. Unternehmen können etwa auf Basis von Datenanalysen Wettbewerbsvorteile erzielen, während Behörden schnelleren Service und Bürokratieabbau realisieren.

Drei Viertel der Teilnehmer spüren diesbezüglich starken bis außerordentlichen Handlungsdruck seitens Kunden, Wettbewerbern oder in der Verwaltung durch das Onlinezugangsgesetz. 42 Prozent halten die Datennutzung zu wirtschaftlichen oder öffentlichen Zwecken langfristig für überlebenswichtig. Bei Banken und Versicherern liegt dieser Wert sogar bei 53 Prozent.

Zahlreiche Hindernisse

Die meisten Unternehmen und Verwaltungen kämpfen noch mit der Basisarbeit: Daten liegen oft nur in Papierform vor und lassen sich schlecht weiterarbeiten. 64 Prozent der Umfrageteilnehmer scheitern mindestens teilweise daran, Daten in ihre IT-Systeme und Geschäftsabläufe zu integrieren. 37 Prozent haben Schwierigkeiten, passende Daten für neue Geschäftsmodelle zu finden oder zu definieren.

Laut der Umfrage ist die fehlende Fachlichkeit in Teams ein Faktor: Zwar werden Spezialisten wie Data Scientists und Engineers engagiert, deren Know-how aber nicht mit fachlicher Expertise zusammengebracht. „Es werden Teams benötigt, die die fachlichen Zusammenhänge der Geschäftsprozesse verstehen und die richtigen Fragen stellen können. Fachwissen ist essenziell dafür, geeignete Daten für neue Geschäftsmodelle und datenbasierte Dienstleistungen zu identifizieren“, erklärt Lisa Schiborr, Expertin für Data & Analytics von Sopra Steria.

Prognosen zu optimistisch

Die Studienautoren sehen angesichts der bestehenden Hürden die Prognosen für die kommenden fünf Jahre als zu optimistisch. Die Mehrheit der Entscheider geht von einem Anteil datenbasierter Dienstleistungen am gesamten Leistungsangebot von bis zu 50 Prozent aus. Datenbasierte As-a-Service-Geschäftsmodelle bleiben aber für viele Unternehmen eher ein Zubrot als eine Wachstumssäule, solange die Hausaufgaben nicht erledigt sind.

„Sobald Unternehmen die Voraussetzungen in puncto Dateninfrastruktur, Datenqualität, Datenkultur und Datenkompetenz geschaffen haben und Verwaltungen mehr Open-Data-Plattformen errichten, können Daten volkswirtschaftlich zu einem Konjunkturmotor werden. Aktuell sind sie eher ein Hilfsmotor“, meint Lars Schlömer, Head of Data & Analytics von Sopra Steria.

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