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Kommentar von Andreas Müller, Aras Das Versprechen von Big Data

| Autor / Redakteur: Andreas Müller / Nico Litzel

Unternehmen der Fertigungsindustrie sammeln große Mengen an Daten entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts: von der Analyse der Anforderungen und dem System-Engineering über Design, Entwicklung bis hin zu Produktion und Service. Doch eine zu große Menge an Daten kann unüberschaubar und verwirrend wirken: Die Daten liefern keine Informationen mehr, sondern nur noch Rauschen.

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Der Autor: Andreas Müller ist Senior Vice President EMEA bei Aras
Der Autor: Andreas Müller ist Senior Vice President EMEA bei Aras
(Bild: Aras)

Dabei steht Big Data eigentlich für das Versprechen, aus Daten echte Erkenntnisse für das Business zu generieren: zum Beispiel, um Fehler zu erkennen und zu beseitigen, die Markteinführung von Produkten oder Diensten zu beschleunigen, Compliance-Fehler zu vermeiden oder Produkte von hoher Qualität zu entwickeln sowie erfolgreich im Wettbewerb zu sein. Doch zu oft bringen Datenanalysen nicht die erwarteten Ergebnisse. Das liegt nicht an einem Mangel an Daten, sondern an ihrer Verwertbarkeit.

Etwa 84 Prozent aller Unternehmen scheitern an der digitalen Transformation. Die Herausforderungen liegen darin, die richtigen Strategien und Zielsetzung zu finden und sie umsetzen zu können. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit nimmt dabei eine wichtige Stellung ein. Allerdings harmonieren nicht immer alle Mitglieder eines Ingenieurs-Teams optimal miteinander. Sie sprechen sich nicht ausreichend ab, sie teilen zu wenig Informationen. Stattdessen beziehen sie festgefahrene Positionen, verstecken sich mitunter hinter ihren Verantwortlichkeiten oder grenzen ihr Aufgabengebiet etwas zu stark ein.

Silo-Applikationen verhindern einen Datenaustausch

Doch der Großteil der Schuld liegt nicht bei ihnen. Schließlich stecken sie in Silo-Applikationen fest, die keinen sinnvollen Datenaustausch ermöglichen. Ihre Tools, beispielsweise für xCAD-Management oder Autorensysteme, sprechen ihre jeweils eigene Sprache. Dadurch entstehen Verständnisprobleme innerhalb der Disziplinen. Die Arbeit mit Tabellen wird dann zum scheinbar letzten Ausweg, um Daten auszutauschen.

Die digitale Transformation scheitert auch deshalb, weil sich aus den vorhandenen Unternehmensdaten häufig nicht genug verwertbare Informationen ableiten lassen. Der Grund dafür: Es fehlt eine zentrale Plattform. Über sie haben Anwender einen schnellen und transparenten Zugang zu Daten. Eine solche Plattform ermöglicht ein sicheres Ökosystem mit einer durchdachten Geschäftslogik und der Abbildung des Datenkontexts. Offenbart sich bei einer Anwendung beispielsweise ein Fehler, lässt sich dieser mithilfe einer einheitlichen Datenbasis bis zu den ursprünglichen Anforderungen zurückverfolgen.

Umfassend miteinander vernetzte Daten bilden den Digital Thread. Er verbindet wichtige Informationen zwischen den Disziplinen sowie innerhalb aller Phasen der Entwicklung und Herstellung eines Produktes sowie zu dessen Einsatz. Über den Digital Thread kommt die Produkthistorie ins Spiel: Mit ihm lässt sich nachvollziehen, welche Gründe für die Verwendung oder den Austausch eines bestimmten Bauteils sprachen und welche Rahmenbedingungen einst dafür sorgten, dass gerade dieser Part auf eben diese Weise konstruiert wurde. Wird dieser Prozess innerhalb einer Product-Innovation-Plattform sauber durchlaufen, erhält der Nutzer eine umfassende Sicht: von der Konstruktion als Ganzem bis hin zur kleinsten verbauten Schraube. Auch Softwareupdates und die damit verbundenen Implikationen und Abhängigkeiten werden deutlich sichtbar.

Plattformansatz erlaubt effektive Zusammenarbeit

Ein Plattformansatz unterstützt die Nutzer in ihren unterschiedlichen Domänen und Disziplinen dabei, effektiv zusammenzuarbeiten. Alle Änderungen, auch kurzfristige, sind jederzeit in der Datenbasis abgebildet und lassen sich entsprechend weiterverarbeiten. Über den Digital Thread erfahren Nutzer außerdem, an welcher Stelle im Produktlebenszyklus sich Daten ändern. Mit seiner Hilfe sind Anwender in der Lage, kurzfristig auf neue Kundenwünsche einzugehen, ohne dass die Qualität darunter leidet. Außerdem lassen sich neue Services schneller einführen oder neue Geschäftsideen umsetzen.

Darüber hinaus ermöglicht es der Digital Thread, die Daten aus der Entwicklung mit den Daten aus dem Betrieb zu verknüpfen. Diese neue Art der Vernetzung über den Digital Thread bringt den Herstellern einige Vorteile: So können sie die Qualität ihrer Produkte weiter steigern und Erkenntnisse in Echtzeit über ihren Einsatz erhalten. Der Digital Thread bildet außerdem die Basis für künftige Innovationen.

Eine robuste und zukunftsfähige Plattform versetzt Anwender in die Lage, flexibel auf Kundenwünsche einzugehen und dabei alle dafür notwendigen Informationen zu managen. Das kommt den Entscheidern aus den Fertigungsbereichen sowie den IT-Abteilungen bei ihren digitalen Transformations-Anstrengungen zugute. Auch wenn die Richtung vieler künftiger Innovationen noch nicht genau absehbar ist, benötigen Unternehmen eine flexible Plattform: Auf ihr lassen sich mit datengetriebenen Entscheidungen die Weichen für erfolgreiche neue Produkte stellen. Darüber hinaus können Unternehmen die Plattformtechnologie flexibel und zügig anpassen, um die Anforderungen von morgen umzusetzen.

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