Kommentar von Mark Barrenechea, OpenText

Das sind die wichtigsten Techniktrends 2018

| Autor / Redakteur: Mark Barrenechea / Nico Litzel

Der Autor: Mark Barrenechea ist CEO und CTO von OpenText
Der Autor: Mark Barrenechea ist CEO und CTO von OpenText (Bild: OpenText)

In den nächsten zehn Jahren werden fünf Milliarden Anwender über Hochgeschwindigkeitsnetzwerke verbunden sein. Neben Menschen gehen auch Billionen von Maschinen ans Netz. Damit einher geht eine neue Art zu arbeiten. Neue Software treibt die digitale Transformation voran und ermöglicht immer intelligentere Unternehmen.

Die Topthemen sind dieses Jahr ohne Frage Künstliche Intelligenz, selbstfahrende Autos und Drohnen, Cyberwährungen, das Internet der Dinge, Sicherheit und die Cloud. Für OpenText geht es aber vor allen Dingen um die Technologien und Trends, die die Zukunft von intelligenten Unternehmen prägen.

1. Künstliche Intelligenz (KI) im Unternehmen

Was KI schon heute leisten kann, hat das GO-Spiel von AlphaGo (Computerprogramm) gegen den erfahrenen Spieler Lee Sedol eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Sieg der Technik über das menschliche Gehirn basierte nicht nur auf klassischen KI-Funktionen wie Mustererkennung und Entscheidungsfindung, sondern auch auf der bahnbrechenden Technik des Reinforcement Learning. Gemeint ist, eine Aktion auszulösen, die zu einer größeren Belohnung führt. Algorithmen auf der Basis von Reinforcement Learning sind bereits heute verfügbar. Dieses Jahr werden sie mit autonomen Fahrzeugen auf der Straße oder Robotern in Fabrikhallen angewendet.

Im Laufe des nächsten Jahres steigt das Interesse an KI in allen Branchen weiter an: Bis 2020 wird der KI-Markt auf 47 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Die Investition in KI, Big Data Tools und Systeme für maschinelles Lernen lohnt sich für Unternehmen: Bestehende und neue Daten können effektiver erfasst und ausgewertet werden und ermöglichen so eine bessere Entscheidungsfindung. Zudem steigt die Produktivität, Prozesse lassen sich gewinnbringend automatisieren und optimieren.

2. Autonome Autos, LKW und Drohnen

Algorithmen, die auf KI basieren und Reinforcement Learning nutzen, werden autonome Fahrzeuge, Roboter und Drohnen steuern. Intelligente Roboter (wie beispielsweise Baxter) werden gebaut, um nicht nur für sich selbst zu „denken“, sondern auch ihre Umgebung genauer zu erfassen.

Bereits 2025 sollen weltweit fahrerlose Autos im Einsatz sein. Die großen Automobilhersteller befinden sich derzeit in der Testphase. Uber beispielsweise plant für 2020 sogar den Test von selbstfliegenden Autos. Solche Fahrzeuge werden die Logistik- und Transportbranche grundlegend verändern. Auch der Einsatz von Drohnen wird zunehmen: Sie unterstützen Landwirte bei der täglichen Arbeit, etwa bei der Überwachung der Ernte. Die Lieferung von Waren wie Medikamente an abgelegene Orte, Lebensmittel an Verbraucher und Bauteile an Hersteller kann ebenfalls bald Realität sein.

3. Das „Internet of Everything“

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) schafft ein riesiges, globales Netzwerk von Geräten und Maschinen, die miteinander verbunden sind, kommunizieren und Daten austauschen. Dieser Markt umfasst bis 2020 Milliarden von Geräten im Wert von 14,4 Billionen US-Dollar.

Auch wenn wir die unmittelbaren Auswirkungen des Internet der Dinge vielleicht nicht spüren, so ist seine Wirkung doch enorm. Fortschritte in der IoT-Biotechnologie heben die Gesundheitsversorgung auf ein neues Niveau, mit einer rund um die Uhr laufenden Überwachung, einer gezielten Behandlung und sogar einer automatisierten Dosierung von Medikamenten. In intelligenten Städten, wenn alles an das IoT-Netz angeschlossen ist, werden autonome Fahrzeuge Unfälle durch menschliches Versagen verhindern und jährlich eine Million Menschenleben retten. Im „intelligent Enterprise“ verbindet das Internet der Dinge die globale Lieferkette und ermöglicht so eine umfassende Transparenz, proaktive Nachschubplanung und vorausschauende Wartung. Mit dem IoT wird die datenbasierte Entscheidungsfindung zum Standard in allen Branchen und im täglichen Leben.

4. Edge-Computing und Devices

IoT-Geräte stoßen an die Grenzen der Cloud und schaffen ein neues Cloud-Computing-Paradigma, in dem Cloud- und Edge-Computing aufeinandertreffen. Mithilfe von Edge-Computing rückt die Rechenleistung stärker an die Datenquelle heran. Nach diesem Paradigma sind Daten nicht gleich Daten. Nur die Daten, die für das Unternehmen wirklich relevant sind, werden in die Cloud gesendet. So werden Kosten reduziert, die mit der Verwaltung und dem Speichern steigender IoT-Datenmengen verbunden sind. Zeitkritische Daten können vom Gerät selbst verarbeitet werden, was eine schnellere Antwortzeit ermöglicht und die Netzwerklatenz deutlich reduziert. Dies ist weitaus effektiver als die reine Cloud-Nutzung. Da die Anzahl an Geräten und die Verarbeitung großer Datenmengen auch weiter steigt, wird Edge-Computing die Cloud, die nun mehr als unterstützende Technologie fungiert, an den Rand drängen. Zusammen können beide Technologien die Infrastruktur bereitstellen, die nötig ist, um im sich immer weiter ausdehnenden IoT-Universum zu bestehen.

Manchmal liegen zukünftige Technologien und Fiktion nahe beieinander. Fakt ist jedoch: Unternehmen werden intelligenter und digitaler. Ob Cloud, Edge-Points, Internetsicherheit oder Supply Chain – 2018 profitieren verschiedene Bereiche von den neuen Technologien.

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