IBM-Studie zeigt offene Fragen auf CEOs forcieren die Einführung von KI – auch gegen Widerstände

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Einer aktuellen Studie von IBM zufolge forcieren CEOs die Einführung von KI in ihrem Unternehmen. Dabei agieren sie teilweise schneller, als es ihren Mitarbeitern lieb ist. Fragen zu Belegschaft und Unternehmenskultur bleiben dabei häufig auf der Strecke.

Eine aktuelle IBM-Studie zeigt, dass CEOs bei der Einführung von generativer KI nicht immer Rücksicht auf ihre Belegschaft nehmen.(Bild:  Gerd Altmann /  Pixabay)
Eine aktuelle IBM-Studie zeigt, dass CEOs bei der Einführung von generativer KI nicht immer Rücksicht auf ihre Belegschaft nehmen.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay)

Das IBM Institute for Business Value hat eine Studie veröffentlicht, laut der CEOs bei der schnellen Implementierung und Skalierung von KI auf Herausforderungen in den Bereichen Arbeitskräfte, Kultur und Governance stoßen. Befragt wurden 3.000 CEOs aus 30 Ländern und 26 Branchen. Demnach sind knapp zwei Drittel der Teilnehmer (64 Prozent) der Ansicht, dass der Erfolg generativer KI (GenAI) mehr von der Akzeptanz der Menschen abhängt, als von der Technologie selbst. 61 Prozent drängen ihr Unternehmen zu einer schnelleren GenAI-Einführung, als es einigen Angestellten lieb ist.

Obwohl viele CEOs (63 Prozent) von den GenAI-Fähigkeiten ihrer Teams überzeugt sind, verstehen nur wenige, wie sich die Einführung generativer KI auf Belegschaft und Kultur ihres Unternehmens auswirkt. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) haben die Auswirkungen generativer KI auf ihre Mitarbeiter noch gar nicht bewertet. In Deutschland liegt dieser Anteil sogar bei 64 Prozent.

51 Prozent der CEOs besetzen GenAI-Stellen, die es im vergangenen Jahr noch nicht gab. Knapp 47 Prozent gehen davon aus, im kommenden Jahr aufgrund generativer KI Personal abzubauen oder anderweitig zu ersetzen. „Bei der Integration generativer KI in ihre Unternehmensstrategie ist es wichtig, dass Führungskräfte eine Haltung und Unternehmenskultur aufbauen, die die Akzeptanz fördert und die Menschen durch die Veränderungen führt“, erklärt Matt Candy, Global Managing Partner von IBM Consulting.

GenAI-Einführung belastet Arbeitskräfte

Weitere Ergebnisse der IBM-Studie zeigen, dass mehr als die Hälfte der CEOs (53 Prozent) schon jetzt Probleme hat, wichtige Technologiestellen zu besetzen. Weltweit benötigen 35 Prozent der Mitarbeiter eine Umschulung oder Umqualifizierung – dieser Anteil lag im Jahr 2021 nur bei sechs Prozent. Obwohl 81 Prozent die Inspiration ihres Teams mit einer gemeinsamen Vision als Grundlage bessere Ergebnisse betrachten, stellt ein gutes Drittel (37 Prozent) der CEOs fest, dass ihre Mitarbeiter die Auswirkungen strategischer Entscheidungen auf ihre Arbeit nicht vollständig verstehen.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Manager stuft kulturelle Veränderungen wichtiger als das Überwinden technischer Herausforderungen ein, um zu einem datengesteuerten Unternehmen zu werden. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten sind dabei der Meinung, dass ihr Unternehmen dazu Technologien nutzen muss, mit deren schneller Fortentwicklung die menschliche Anpassung nicht mithalten kann.

Automatisierung und Innovationen im Fokus

Gut zwei Drittel (68 Prozent) der CEOs sind sich einig, dass Governance für generative KI bereits während der Entwicklung von Lösungen und nicht erst nach der Implementierung etabliert werden muss. 75 Prozent halten den Einsatz vertrauenswürdiger KI in ihrem Unternehmen ohne effektive KI-Governance für unmöglich. Die Mehrheit der Befragten (67 Prozent) sehen große Produktivitätsgewinne durch Automatisierung und würden daher auch erhebliche Risiken akzeptieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dennoch kommen 71 Prozent der CEOs nicht über GenAI-Pilotprojekte und -Experimente hinaus.

Grundsätzlich stufen die Führungskräfte Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen als höchste Priorität für die kommenden drei Jahre ein. 41 Prozent würden dabei betriebliche Effizienz für mehr Innovation opfern. Die Konzentration auf kurzfristige Verbesserungen wird als Hindernis betrachtet (44 Prozent). Nur gut ein Drittel der CEOs (36 Prozent) finanzieren ihre GenAI-Investitionen primär mit zusätzlichen IT-Budgets – stattdessen werden meist (64 Prozent) die Ausgaben für andere Technologien reduziert.

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