Deloitte-Studie sieht enttäuschende Entwicklung

Zögerliche Akzeptanz von VR und Sprachassistenten

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Laut Deloitte scheint der VR-Hype deutlich abgeflacht zu sein.
Laut Deloitte scheint der VR-Hype deutlich abgeflacht zu sein. (Bild: StockSnap / pixabay.com / CC0)

Laut der aktuellen Global Mobile Consumer Survey von Deloitte konnten Angebote aus dem Bereich Virtual Reality (VR) die Erwartungen bisher nicht erfüllen. Auch bei Sprachassistenten oder dem Mobilfunkstandard 5G sieht es wenig erfreulich aus.

Die Studie belegt, dass der Hardwarebestand an VR-Geräten gegenüber dem Vorjahr (zwei Prozent) mit einem Verbreitungsgrad von drei Prozent nur unwesentlich zugenommen hat. Somit ist VR noch weit von einem Massenphänomen entfernt. Benutzer verwenden allerdings eher höherwertige Produkte: So verdoppelte sich der Einsatz von Full-Feature-Brillen auf rund 32 Prozent, während einfache Cardboard-Lösungen an Bedeutung verlieren.

Deloitte rechnet vorerst nicht mit einer Trendwende, rät den Herstellern aber zur Fokussierung auf eine jüngere Zielgruppe und die verstärkte Vermarktung VR-fähiger Smartphones. Zudem ist der erkennbare Mehrwert von VR-Anwendungen für das zukünftige Potenzial entscheidend.

Smarte Helfer wenig gefragt

Auch für intelligente Sprachassistenten wie Siri, Cortana oder Echo interessieren sich laut der Studie nur wenige Verbraucher. Lediglich 18 Prozent der Befragten setzen derartige Dienste ein, nur iPhone-Besitzer zeigen hier eine etwas höhere Affinität. Meist werden die Assistenten zur Steuerung von beispielsweise Navigationsgeräten, zur Informationssuche oder als Entertainment-Tool eingesetzt. Nur in diesen Segmenten konnte Deloitte eine vermehrte Nutzung gegenüber dem Vorjahr verbuchen. In anderen Bereichen wie Wetter, Reise oder Verkehr nimmt der Einsatz der Sprachassistenten sogar ab.

5G unwichtig, IoT zieht an

Ebenfalls enttäuschend fiel die Entwicklung beim neuen Mobilfunkstandard 5G aus: 61 Prozent der Befragten ist der Dienst mit seinen höheren Bandbreiten nicht sehr oder gar nicht wichtig. Interesse zeigte nicht einmal ein Drittel der befragten Verbraucher. Deloitte folgert daraus, dass bislang der Nutzen von 5G nicht überzeugend dargestellt wurde.

Besser sieht es dagegen beim Thema Internet der Dinge (IoT) aus: Während die vernetzten Geräte bislang kaum von den Verbrauchern angekommen wurden, ist der IoT-Bestand nun spürbar gestiegen. Zudem deuten die geäußerten Kaufabsichten auf einen nachhaltigen Aufschwang in diesem Bereich hin.

„Das IoT wird oft mit der Industrie in Verbindung gebracht, spielt aber auch im Privatleben eine zunehmend wichtige Rolle. Vom Smart Home über das Connected Car bis zur Smart Watch: Vernetzte Systeme bieten neue, attraktive Möglichkeiten. Die beliebtesten smarten Geräte sind aktuell noch Fitness-Tracker und Smart Watches. Der Wearables-Bestand hat sich in den letzten Monaten mehr als verdoppelt. Für das gesamte Internet der Dinge gibt es weiterhin noch sehr viel Luft nach oben, wenn die vorhandenen Potenziale tatsächlich ausgeschöpft werden sollen. Dabei wird es vor allem auf eine verstärkte plattformübergreifende Interoperabilität ankommen“, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter TMT EMEA von Deloitte.

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