Industrie im KI-Fieber Wo Industrial AI echten Mehrwert schafft – acht konkrete Einsatzfelder

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Von der datenbasierten Materialplanung bis zur intelligenten Fehlererkennung in der Produktion – Artificial Intelligence (AI), auf Deutsch: Künstliche Intelligenz (KI), ist in der Industrie längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein zunehmend handlungsrelevanter Faktor für Effizienz, Resilienz und Nachhaltigkeit. Aktuelle Studien von Bitkom und dem VDMA zeigen: Viele deutsche Industrieunternehmen sind bereit, in Artificial Intelligence zu investieren – doch oft fehlt der Überblick über konkrete Einsatzfelder. Wo kann AI heute schon sinnvoll eingesetzt werden?

„Wo Industrial AI echten Mehrwert schafft – acht konkrete Einsatzfelder“ von Proalpha gibt einen Überblick über zentrale Anwendungsbereiche.(Bild:  KI-generiert)
„Wo Industrial AI echten Mehrwert schafft – acht konkrete Einsatzfelder“ von Proalpha gibt einen Überblick über zentrale Anwendungsbereiche.
(Bild: KI-generiert)

Künstliche Intelligenz hat sich im industriellen Umfeld von einem Trendthema zu einem strategischen Muss entwickelt. Laut einer Bitkom-Befragung setzen 42 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland bereits KI-Technologien in ihrer Produktion ein. Weitere 35 Prozent planen die Implementierung. Noch klarer fällt das Stimmungsbild im Maschinen- und Anlagenbau aus: Eine VDMA-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 79 Prozent der Unternehmen im DACH-Raum GenAI-Anwendungen bereits nutzen oder konkrete Einsatzpläne verfolgen. 89 Prozent sehen in der Technologie einen entscheidenden Hebel für die künftige Rentabilität.

Vom Pilotprojekt zur Praxis: Acht KI-Anwendungen mit Wirkung

Trotz hoher Relevanz bleibt der flächendeckende Einsatz von Industrial AI eine Herausforderung. Es mangelt an Know-how, strategischer Orientierung und Vertrauen in die Technologie. Proalpha, Anbieter von ERP- und KI-Lösungen, hat auf Basis eigener Projekterfahrungen acht konkrete Anwendungsfelder identifiziert, die bereits heute in der Industrie produktiv eingesetzt werden.

1. Datenqualität steigern, Silos aufbrechen

KI-basierte Systeme können Daten bereinigen, Dubletten entfernen und semantisch konsolidieren. Das ist mehr als Hygiene: Es ist Voraussetzung für alle datengetriebenen Prozesse. Durch automatisierte Analyse lassen sich Anomalien und Muster in Echtzeit identifizieren, was abteilungsübergreifend zu einer fundierten Entscheidungsfindung beiträgt.

2. Materialbedarfe besser planen

KI-Modelle analysieren historische Verbräuche, saisonale Schwankungen und Wiederbeschaffungszeiten. Ziel ist die Optimierung von Bestellmengen und -zeitpunkten. Das Unternehmen emz Hanauer setzt auf eine entsprechende Lösung von Proalpha und konnte laut eigenen Angaben über 1.000 Teile analysieren und dadurch Lagerbestände signifikant senken.

3. Fertigungsprozesse effizienter gestalten

Produktionsdaten wie Taktzeiten, Maschinenauslastung oder Störungsprotokolle bilden die Grundlage für eine KI-gestützte Prozessoptimierung. Durchlaufzeiten lassen sich verkürzen und die Ressourcennutzung verbessern. Intelligente Dashboards fassen die KPIs zusammen und ermöglichen es, schneller auf Abweichungen zu reagieren.

4. Lieferketten robuster machen

KI-Modelle erfassen Echtzeitdaten entlang der Supply Chain und erkennen potenzielle Störungen frühzeitig. Die Systeme unterstützen bei der Kapazitätsplanung, Forecasts und Risikobewertung. Das Ergebnis: höhere Liefertreue, weniger Stillstand.

5. Externe Datenströme integrieren

Ob Wetterdaten, politische Risiken oder Social-Media-Stimmungen – externe Einflüsse wirken sich zunehmend auf Lieferketten aus. Industrial AI kann solche unstrukturierten Informationen in bestehende Modelle einbinden und so frühzeitige Reaktionen ermöglichen.

6. Predictive Maintenance etablieren

Anhand von Sensordaten analysiert KI den Zustand von Maschinenkomponenten. Kritische Abweichungen können frühzeitig erkannt und Wartungsmaßnahmen zustandsbasiert eingeplant werden. Das reduziert nicht nur Ausfallzeiten, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Anlagen.

7. CO2-Emissionen tracken und reduzieren

Die Erhebung und Auswertung von Energie-, Stoff- und Prozessdaten ermöglicht die Berechnung des CO2-Fußabdrucks in Echtzeit. Damit können Unternehmen regulatorische Vorgaben erfüllen, ESG-Ziele nachverfolgen und öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

8. Kundenservice automatisieren

Mithilfe von Natural Language Processing (NLP) lassen sich Standardanfragen klassifizieren und automatisiert beantworten. Darüber hinaus kann KI aus Supporttickets Handlungsmuster ableiten und proaktive Serviceangebote generieren.

Fazit: Weg von der Theorie, rein in die Praxis

Der Proalpha Insight zeigt, dass Industrial AI längst nicht mehr im Laborstadium steckt. Wer den Schritt in die operative Umsetzung wagt, kann laut Expertenmeinung bereits heute signifikante Effizienzgewinne realisieren. Entscheidend ist dabei nicht die Breite, sondern die Tiefe der Integration. Die große Herausforderung liegt nicht im Technologiestack – sondern im Change Management.

(ID:50392745)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung