Künstliche Intelligenz (KI) wird mithilfe von Datensätzen auf eine ganz neue Ebene gehoben. Schrittweise ahmt die KI die Entscheidungsprozesse des menschlichen Gehirns nach – indem es eine Reihe von Berechnungen durchführt, um zu einer Schlussfolgerung zu gelangen. Um ihr volles Potenzial zu erreichen, müssen die Daten so weiterentwickelt werden, dass sie den Anforderungen fortschrittlicherer KI-Algorithmen gerecht werden.
Der Autor: Cullen Childress ist GVP of Product bei SolarWinds
(Bild: SolarWinds)
Was der KI jedoch noch fehlt, ist die Fähigkeit, zwischen „gut“ und „böse“ bei der Verwendung der Daten zu unterscheiden. Doch was bedeutet es, „gut“ zu sein? Aristoteles verstand darunter Menschen, die einen „tugendhaften Charakter“ entwickeln. Kant zufolge kommt es darauf an, ob eine Handlung in sich „gut“ ist, während Nietzsche über den Gedanken gelacht hätte, dass Moral für Menschen „gut“ sei. Was „gut sein“ bedeutet, ist jedoch nicht mehr nur eine Frage der Philosophie – auch die Geschäftswelt stellt sie sich immer stärker. Man denke zum Beispiel an das langjährige Motto von Google: „Don‘t be evil“.
„Gutes zu tun“ bedeutet für ein Unternehmen, mehr als nur Umsätze, Profitabilität und Wachstum zu berücksichtigen. Unternehmen legen immer häufiger über eine Geschäftsethik fest, was es für sie bedeutet, gut zu sein und Gutes zu tun. Die Unternehmensethik hat Auswirkungen auf jede Entscheidung, die ein Unternehmen trifft. Die Basis dieser Entscheidungen bilden zunehmend verschiedene Datensätze – wodurch auch der Wachstumsbereich der Datenethik ins Leben gerufen wurde.
Mithilfe von diesen Daten haben Unternehmen die Möglichkeit gleichzeitig ihre Produkte und ihren Kundenservice zu verbessern sowie ihre Gewinne zu steigern. Es werden immer größere Mengen an Daten benötigt, um wettbewerbsfähig, innovativ und erfolgreich zu bleiben. Doch diese enormen Datenmengen bringen die große Verantwortung mit sich sie ethisch einzusetzen. Die neue Realität sieht deshalb so aus, dass jedes Unternehmen auch automatisch als Datenunternehmen identifiziert werden kann.
Moderne digitale Unternehmen können Daten zu Kunden, Nutzern und Angestellten effizienter erfassen, speichern und nutzen als zu jedem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Fortschrittliche Cloud-Datenbanken können mittlerweile Petabytes – Millionen von Gigabytes – an Daten verarbeiten. Die Menge an Informationen, die die Unternehmen speichern können, wird nicht nur immer größer sondern auch komplexer. Unternehmen generieren heutzutage 2,5 Trillionen Bytes an Daten allein an einem Tag. Angesichts dieser Masse an gesammelten Daten müssen Unternehmen ihre Geschäftsethik zwingend auf die Frage ausweiten, wie sie diese Daten verwenden.
Die folgenden drei Strategien liefern eine Roadmap hin zu einer ethischen Datenverarbeitung:
Welchem Ziel folgt das Unternehmen mit den Daten?
Für eine ethische Verwendung von Daten sind die Absichten und Ziele ausschlaggebend, aber die Ergebnisse sind ebenso entscheidend. Es gilt das Leben der Nutzer zu verbessern, denen das Unternehmen dient.
Die grundlegende Frage, die sich jedes Unternehmen stellen sollte, ist was sie mit den Daten erreichen wollen. Wollen sie das Leben ihrer Kunden verbessern oder sind sie nur an Profit interessiert? Häufig geht beides Hand in Hand: Unternehmen, die das Leben der Kunden bereichern, sind mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreicher. Doch die Intention hinter der Datennutzung ist der erste Schritt zur ethischen Verwendung.
In der Ethik bezeichnet Konsequentialismus die Annahme, dass es vom Ergebnis einer Handlung abhängt, ob sie gut oder schlecht ist. Wenn eine Stadt beispielsweise ein gesetzliches Tempolimit einführt und dadurch Unfälle reduziert werden, ist das Gesetz moralisch gut. Sein Wert ergibt sich nicht aus dem Gesetz selbst, sondern aus seinen Auswirkungen. Diese Sichtweise ist auch beim Blick auf die Datennutzung hilfreich. Wenn die Ergebnisse der Nutzung von Kundendaten durch ein Unternehmen für den Kunden gut sind, kann man diese Datennutzung vernünftigerweise als ethisch bezeichnen.
Transparent mit Datenrichtlinien umgehen
Wenn Unternehmen Daten über ihre Kunden sammeln und nutzen, sollten sie sie so behandeln, als ob diese Daten den Kunden gehören würden. Das bedeutet, transparent zu kommunizieren, welche Daten das Unternehmen erfasst und wie sie verwendet werden. Mithilfe einer eindeutigen Datenverarbeitungs- und Datenschutzrichtlinie sollte genau festgelegt werden, welche Vorgehensweise für die ethische Datenverarbeitung erforderlich ist. Ein zusätzlicher Schritt, den Unternehmen gehen können, ist die Bitte um Erlaubnis in ihre Datenrichtlinien einzuarbeiten. Die Kunden explizit nach ihrer Erlaubnis für die Datenverwendung zu fragen hat einen zusätzlichen Vorteil: Das Vertrauen zwischen den Kunden gegenüber dem Unternehmen wird gestärkt.
Vorurteilen entgegenwirken
Wie auch die gesamte Gesellschaft sind Daten nicht frei von Vorurteilen. Es liegt aber an jedem selbst, aktiv daran zu arbeiten, Stereotype zu überwinden und zu korrigieren. Gleiches gilt auch bei der Datenerfassung. Ethische Datenrichtlinien erkennen die Existenz von Vorurteilen an und versuchen, sie wo immer möglich zu korrigieren.
Stand: 08.12.2025
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Leider enthalten Datensätze – auch diejenigen, die von KI- und Machine Learning-Technologien erstellt wurden – sehr häufig eine gewisse Form von Vorurteilen. Unternehmen können eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um den Vorurteilen in den von ihnen genutzten Daten entgegenzuwirken. Sie können beispielsweise regelmäßig prüfen, wie sie Daten erfassen, die Daten anschließend inspizieren und Dritte damit beauftragen, zu überprüfen, ob diese objektiv sind.
Die ethische Datennutzung bietet Unternehmen große Vorteile und hilft ihnen, erfolgreicher und profitabler zu werden – wodurch auch eine vielversprechendere Zukunft geschaffen wird. Die generative KI für Verbraucher und AIOps für Unternehmen verbreiten sich weiterhin rasant. Mehr und mehr KI-gestützte Technologien basieren deshalb auf riesigen Datenmengen, mit denen sie lernen und sich verbessern. Wenn man in der Zukunft ethische KI haben möchten, brauchen man heute ethische Daten.