Kommentar von Dr. Frank Hofmann, Otris Software AG Wo Künstliche Intelligenz Vorteile bietet – und wo sie an Grenzen stößt

Von Dr. Frank Hofmann 5 min Lesedauer

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Die fortschreitende Automatisierung durch Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt grundlegend. Unternehmen setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, um Effizienzsteigerungen zu realisieren. Doch nicht alle Aufgaben lassen sich problemlos von Maschinen übernehmen. Während KI repetitive Prozesse optimiert, gibt es Bereiche, in denen menschliche Fähigkeiten unersetzlich bleiben.

Der Autor: Dr. Frank Hofmann ist Mitgründer und Vorstand der Otris Software AG. Sein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI).(Bild:  Uwe Ernst Dipl. Designer)
Der Autor: Dr. Frank Hofmann ist Mitgründer und Vorstand der Otris Software AG. Sein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI).
(Bild: Uwe Ernst Dipl. Designer)

Künstliche Intelligenz automatisiert Prozesse und steigert die Effizienz in zahlreichen Bereichen. Unternehmen profitieren vor allem von höheren Verarbeitungsgeschwindigkeiten, geringerer Fehleranfälligkeit und kontinuierlicher Verfügbarkeit.

Laut einer Studie zum Thema Digitalisierung in Unternehmen des Softwareanbieters Otris setzen bereits 55 Prozent der Entscheider KI in ihrem Arbeitsalltag ein. Besonders in der Industrie, im Finanzsektor und im Kundenservice beschleunigt die Automatisierung Prozesse und senkt Kosten. Maschinen analysieren große Datenmengen in Sekunden, optimieren Abläufe und ermöglichen eine präzisere Entscheidungsfindung. Das führt zu mehr Produktivität und Skalierbarkeit in Unternehmen.

Entscheider deutscher Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz in ihrem Arbeitsalltag mehr als dreimal so häufig wie Nicht-Entscheider. (Bild:  otris.de)
Entscheider deutscher Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz in ihrem Arbeitsalltag mehr als dreimal so häufig wie Nicht-Entscheider.
(Bild: otris.de)

Fallbeispiele erfolgreicher Automatisierung

  • In der Automobilindustrie: Übernehmen Roboter repetitive Montagetätigkeiten und sorgen für gleichbleibende Qualität bei hoher Geschwindigkeit.
  • Finanzsektoren: Setzen auf KI-gestützte Algorithmen, um Finanzmärkte effizient zu analysieren und Muster frühzeitig zu erkennen.
  • Im Gesundheitswesen: Spielt Automatisierung eine immer größere Rolle: Intelligente Diagnosesysteme helfen Ärzten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
  • In der Logistik: Optimieren Algorithmen Routenplanung und Bestandsmanagement, während KI-gestützte Chatbots den Kundenservice revolutionieren.

Menschliche Stärken: Wo KI an ihre Grenzen kommt

Trotz der zahlreichen Vorteile können Maschinen den Menschen nicht in allen Bereichen ersetzen. Besonders gefragt bleibt menschliche Kreativität, soziale Intelligenz und kritisches Denken. Während Algorithmen Muster erkennen und auf Basis historischer Daten Prognosen erstellen, fehlt ihnen die Fähigkeit zu innovativem Denken.

Empathie und zwischenmenschliche Kommunikation sind für viele Berufsfelder unverzichtbar. Verhandlungen, Beratungsgespräche oder kreative Prozesse profitieren somit nach wie vor von menschlicher Expertise. Besonders in Berufen mit komplexen, unvorhersehbaren Aufgabenstellungen bleibt menschliche Intuition von entscheidender Bedeutung.

Besonders in Berufen im Bereich der Psychologie und Beratung sind emotionale Intelligenz und Empathie unersetzlich. Auch in kreativen Branchen wie Kunst, Musik und Design sind menschliche Fähigkeiten gefragt, da KI zwar bestehende Muster reproduzieren, aber keine originellen Ideen entwickeln kann. Forschung und Entwicklung erfordern oft das Überschreiten bestehender Grenzen und das Entwerfen neuer Konzepte, was Maschinen ebenfalls schwerfällt.

Akzeptanz und Herausforderungen der KI-Integration

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen ist ein komplexer Prozess, der zahlreiche Vorteile bietet, jedoch auch erhebliche Herausforderungen mit sich bringt. Während KI-Technologien Effizienzgewinne ermöglichen und neue Geschäftsmodelle fördern, stehen Unternehmen vor verschiedenen Hürden, die eine erfolgreiche Implementierung erschweren können.

Datenschutz, Datenqualität, ethische Fragestellungen und der Fachkräftemangel sind zentrale Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, um KI nachhaltig und gewinnbringend einzusetzen. Laut der zuvor genannten Studie zur Digitalisierung bewerten 43 Prozent der Befragten mangelndes Vertrauen in KI als größte Hürde für deren Akzeptanz. Zudem geben 49 Prozent der Nicht-Entscheider an, sich über den Nutzen der Technologie unsicher zu sein.

43 % der Befragten geben fehlendes Vertrauen in Künstliche Intelligenz als Grund für die fehlende Akzeptanz an.(Bild:  otris.de)
43 % der Befragten geben fehlendes Vertrauen in Künstliche Intelligenz als Grund für die fehlende Akzeptanz an.
(Bild: otris.de)

Datenschutz und Datensicherheit

Ein zentrales Hindernis für die Integration von KI in Unternehmen ist der Datenschutz. KI-Systeme verarbeiten große Mengen an Daten, die oft sensible Informationen enthalten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass diese Daten gemäß den geltenden Datenschutzgesetzen verarbeitet werden, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten.

Die Implementierung sicherer Verschlüsselungstechnologien und transparenter Datenrichtlinien ist entscheidend, um rechtlichen und ethischen Anforderungen gerecht zu werden.

Datenqualität und Verlässlichkeit

Unvollständige oder fehlerhafte Daten können zu ungenauen Ergebnissen führen und die Effektivität von KI-Systemen erheblich beeinträchtigen. Unternehmen müssen daher robuste Datenmanagement-Strategien implementieren, um die Integrität der Daten sicherzustellen. Dazu gehören die regelmäßige Bereinigung und Validierung von Daten sowie die Implementierung von Mechanismen zur Vermeidung von Verzerrungen in den Modellen.

Technische und finanzielle Herausforderungen

Die Implementierung von KI erfordert erhebliche Investitionen in die IT-Infrastruktur. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Systeme in der Lage sind, die hohen Rechenanforderungen von KI-Anwendungen zu bewältigen.

Das kann den Erwerb neuer Hardware, die Aktualisierung bestehender Systeme und die Implementierung spezialisierter Software umfassen. Zudem müssen Unternehmen eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, um sicherzustellen, dass die Investitionen langfristig wirtschaftlich tragfähig sind.

Ethische Überlegungen und Fairness

KI-Systeme können unbeabsichtigte Voreingenommenheiten aufweisen, die zu diskriminierenden Entscheidungen führen können. Das kann insbesondere in Bereichen wie Personalmanagement oder Kreditvergabe problematisch sein.

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Es ist daher wichtig, Mechanismen zur Identifizierung und Minderung solcher Voreingenommenheiten zu implementieren, um faire und gerechte Ergebnisse zu gewährleisten. Unternehmen sollten ethische Richtlinien für den Einsatz von KI entwickeln und regelmäßige Audits durchführen.

Fachkräftemangel und Qualifikation

Ein weiteres bedeutendes Hindernis ist der Fachkräftemangel. Es besteht eine hohe Nachfrage nach Fachleuten mit KI-Kompetenzen, während das verfügbare Angebot begrenzt ist. Unternehmen müssen daher verstärkt in die Ausbildung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, um die erforderlichen Fähigkeiten intern aufzubauen. Kooperationen mit Universitäten und Schulungsprogrammen können dazu beitragen, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken.

Strategien für eine erfolgreiche KI-Integration

Eine erfolgreiche Einführung von KI in Unternehmen erfordert eine durchdachte Strategie. Zunächst sollten Unternehmen mit kleinen Automatisierungsschritten beginnen und diese nach und nach ausbauen, um Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und Anpassungen vorzunehmen. Ebenso wichtig ist die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um Vertrauen in die Technologie aufzubauen und Akzeptanz zu fördern.

Regelmäßige Evaluierungen sind essenziell, um den Fortschritt zu überwachen und sicherzustellen, dass die eingesetzte KI den gewünschten Mehrwert bringt. Durch eine gezielte Planung und eine transparente Kommunikation kann KI sinnvoll in bestehende Strukturen integriert werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schulungen und Fortbildungen sollten sicherstellen, dass die Belegschaft mit den neuen Technologien umgehen kann. Unternehmen müssen zudem klare ethische Richtlinien für den KI-Einsatz definieren, um sicherzustellen, dass menschenzentrierte Werte und Transparenz gewahrt bleiben.

Fazit: Mensch und Maschine als Team

Die Zukunft liegt nicht in der vollständigen Automatisierung, sondern in einer symbiotischen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Unternehmen, die diese Balance finden, werden langfristig erfolgreicher sein. Eine gezielte Integration unter Berücksichtigung menschlicher Stärken ermöglicht es, das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, ohne essenzielle Fähigkeiten des Menschen zu vernachlässigen.

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