KI-Methoden Verbrechen mit Künstlicher Intelligenz bekämpfen

Autor / Redakteur: Julia Bender / Nico Litzel

Das Bundes- und das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz hat den Wunsch, sich im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit der Wissenschaft und Forschung zusammenzutun, damit KI-Methoden zukünftig auch im polizeilichen Kontext Anwendung finden.

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Methoden der Künstlichen Intelligenz finden nun auch den Weg in den polizeilichen Kontext, wo sie für die Analyse großer Datenmengen eingesetzt werden soll.
Methoden der Künstlichen Intelligenz finden nun auch den Weg in den polizeilichen Kontext, wo sie für die Analyse großer Datenmengen eingesetzt werden soll.
(Bild: DFKI Kaiserslautern)

Durch den technologischen Fortschritt in der Gesellschaft entstehen unter anderem auch neue kriminelle Bereiche. Cybercrime umfasst nicht nur Betrugshandlungen im Internet, sondern auch sexuelle Gewaltdarstellungen und Identitätsdiebstahl. Durch die Zusammenarbeit des BKA und LKA Rheinland-Pfalz mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern sollen neueste KI-basierte Systeme Einzug in die polizeiliche Arbeit halten. Gewaltige Datenmengen wie sie beispielsweise im Cyberbunker in Traben-Trarbach gefunden wurden, erfordern modernste technische Analysemöglichkeiten in der Ermittlungsarbeit, erklärt Innenminister Roger Lewentz.

Der geschäftsführende Direktor des DFKI Prof. Dr. Andreas Dengel ist überzeugt davon, dass moderne KI-Technologien die Ermittlungsbehörden bei den immer komplexer werdenden Aufgaben entlasten und nachhaltig zur Bekämpfung von Cyberkriminalität beitragen können. Man freue sich, die eigene KI-Expertise für die Verbrechensbekämpfung und -aufklärung einsetzen zu können, so Dengel.

Viele Einsatzmöglichkeiten für KI im polizeilichen Kontext

Man sehe insbesondere im Umgang mit großen Datenmengen ein großes Potenzial für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, sagt der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch. Bei der Analyse der Panama Papers kam bereits Künstliche Intelligenz zum Einsatz, was – Holger Münch zufolge – maßgeblich zu den erfolgreichen Ermittlungen in diesem Bereich beigetragen habe. Nun erhofft man sich, dass die Kooperation dazu beiträgt, neue Einsatzfelder von KI für polizeiliche Zwecke zu identifizieren, beispielsweise in den Bereichen Hasskriminalität und Kinderpornografie.

Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen riesige Datenmengen vorselektiert und hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet sowie unstrukturierte Rohdaten analysiert werden. Letzteres wird insbesondere dann relevant, wenn Tatverdächtige mit Durchsuchungsmaßnahmen rechnen und die Daten von ihren digitalen Endgeräten löschen, Rohdaten aber in fragmentierter Form zurückbleiben. Diese könnten durch den Einsatz von KI rekonstruiert werden und somit Rückschlüsse auf die Inhalte ermöglichen.

Am DFKI in Kaiserslautern soll zeitnah ein polizeispezifisches Transferlab, in dem sich ein gemischtes Team aus Polizei und Wissenschaft gemeinsam mit sicherheitsbehördlichen Projektfragestellungen beschäftigen soll, aufgebaut werden. Der Beginn des Transferlabs ist für Anfang 2021 geplant und zunächst auf ein Jahr ausgelegt.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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