Das Jahr 2020 hat einige Umwälzungen – insbesondere auch im Geschäfts- und Kaufverhalten von Unternehmen und Konsumenten mit sich gebracht. Firmen werden sich auch im Zuge der Corona-Pandemie neu aufstellen und flexibel auf aktuelle Entwicklungen und Veränderungen reagieren müssen. Dies wird insbesondere am Beispiel Einzelhandel sichtbar, wo eine deutliche Veränderung im Kaufverhalten und somit eine Verschiebung hin zum Online-Kauf verzeichnet werden kann.
Der Autor: Ronnie Wilson ist Group Executive Vice President bei Serviceware SE
(Bild: Serviceware SE)
Ob die Transformation des Einzelhandels oder der Brexit – insbesondere Geschäftsverantwortliche auf C-Level sollten sich als innovative Vordenker verstehen. Um das eigene Unternehmen erfolgreich und gewinnbringend aus der Krise zu manövrieren, müssen Entscheider bereits jetzt auf die Zeit nach und mit Covid-19 vorbereitet sein und die bevorstehende Marktlagen genauestens antizipieren.
In der Vergangenheit wurde viel über kostensparende Methoden – etwa die Identifizierung von Abrechnungsfehlern zur Erzielung schneller Gewinne – diskutiert. Doch gerade in der jetzigen Zeit sind die Erzielung umfassender Kostentransparenz und -kontrolle sowie die Digitalisierung und Automatisierung von Serviceprozessen wettbewerbsentscheidend. Letztlich müssen Unternehmen Kosten senken und gleichzeitig ihre digitale Transformation beschleunigen, um in einem herausfordernden Markt mithalten zu können.
Auch wenn dies wie eine Mammutaufgabe erscheinen mag, bieten moderne Technologien den C-Level-Entscheidern die Möglichkeit, entsprechende Prozesse anzustoßen. Insbesondere Business Data Analytics Tools sind wichtige Treiber für Wachstum und Erfolg.
Höhere Komplexität
Allerdings beschleunigt die digitale Transformation, von der Unternehmen immer stärker abhängig sind, auch den Komplexitätsgrad in Bezug auf eine korrekte und konstruktive Datenanalyse. Ob zusätzliche Anbieter und Anwendungen oder unterschiedliche Zugriffsmethoden auf Services (etwa Legacy und On-premises vs. Cloud), sie generieren Mehrkosten und erzeugen eine Unmenge an Nutzungsdaten, die analysiert werden müssen.
Die Herausforderung, mit der sich Entscheider jetzt deshalb konfrontiert sehen, besteht darin, eine transparente Sicht auf alle relevanten Geschäftsausgaben im Vergleich zum erwirtschafteten Umsatz zu gewinnen. Diejenigen, die eine solche Faktenvisibilität proaktiv geschaffen haben, sind am besten in der Lage, Geldeinsparungspotenziale zu erkennen und in zukünftige Projekte zu investieren, um Wachstum zu ermöglichen. Aber wie können Unternehmensverantwortliche diesen Schritt gehen, wenn sie sich oft auf qualitativ minderwertige, unzusammenhängende Daten verlassen müssen, um entsprechende betriebliche Entscheidungen zu treffen?
Navigation durch eine Flut ungenauer Daten
Viele Organisationen, die in Innovation investieren, treffen Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“, anstatt diese auf systematische Analysen zu stützen. Diese Handlungsweise hindert sie jedoch daran, den wahren Erfolg getroffener Entscheidungen realistisch zu bewerten. Die Verarbeitung von Daten ist in Unternehmen kein neues Konzept. Allerdings sind Daten häufig schon bei deren Eintreffen häufig schon veraltet. Dies begünstigt das Auftreten systemischer Fehler und birgt potenziell das Risiko, finanzieller Verluste.
Wenn es um die Entscheidungsfindung geht, sind Daten, die in Echtzeit erfasst und effektiv analysiert werden, essenziell. Jede Ungenauigkeit, die verhindert, sie in zuverlässige Informationen umzuwandeln, macht diese völlig wertlos. Letztlich liegt deren Wert nicht in den Daten selbst, sondern in den Informationen und faktenbasierten Entscheidungen, die sich daraus ergeben können.
Ein weiteres Problem: Auch wenn viele Organisationen versuchen Daten für ihre eigenen Belange nutzbar zu machen, fehlt ihnen oftmals ein ganzheitlicher oder weitsichtiger unternehmerischer Ansatz – wie er von Marktführern praktiziert wird. Dies kann sich in einer immer komplexer werdenden Marktlandschaft als kostspielig erweisen, da die Fähigkeit, auf eine sich ändernde Nachfrage zu reagieren, entscheidend ist. Durch halbherzige, veraltete oder ineffiziente Datenverarbeitung findet die Entscheidungsfindung quasi im „Blindflug“ statt. Betreffende Unternehmen werden nicht in der Lage sein, die Folgen ihrer Entscheidungen wirklich zu verstehen, sondern sie könnten letztlich auch das zukünftige Firmenwachstum behindern. Ein Faktor der bereits in florierenden Zeiten ein hohes Gefahrenpotenzial birgt, beim derzeitigen wirtschaftlichen Klima – insbesondere auch durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie – jedoch über das eigene Überleben entscheiden kann, wenn falsche Entscheidungen getroffen werden.
Was hindert Unternehmen daran zu handeln?
Unternehmen werden durch „dumme Daten“, also niederschwellige, unvollständige oder veraltete Datensätze behindert, was eine schlechte Datentransparenz innerhalb einer gesamten Organisation und eine ineffiziente Handhabung relevanter Unternehmensinformationen zur Folge hat. Hierbei gibt es auch Fälle, in denen verschiedene Datensätze, die sich mit dem gleichen Problem befassen, unterschiedliche Schlussfolgerungen enthalten – was es Unternehmen erschwert, die wirkliche Essenz an Informationen aus diesen zu ziehen. Fehler durch manuelle Dateneingaben können ebenfalls zu Ungenauigkeiten beitragen. Werden diese nicht rechtzeitig identifiziert, kann dies – bei deren Nutzung als unternehmerische Entscheidungsgrundlage – teilweise verheerende Folgen haben.
Stand: 08.12.2025
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Einige Unternehmen glauben, das interne Sammeln von Daten hätte einen durchweg positiven Effekt. Sie erkennen jedoch häufig nicht, dass ihre Prozesse nicht miteinander verbunden sind (was zu Datensilos und einer fehlenden Integration von Business Intelligence führt), sind unflexibel oder das innerbetriebliche Vorgehen liefert nicht die Fakten, die für eine effektive Entscheidungsfindung erforderlich sind. Lokale Datennutzung ist mit Sicherheit besser als gar keine. Doch schlechtes Datenmanagement kostet Unternehmen de facto Geld. Es hindert sie, agil auf Veränderungen zu reagieren, damit verbundene Anforderungen zu erfüllen, Kosten effizient zu verwalten und den Betrieb effektiv zu halten.
Eine ineffiziente und unsachgemäße Datenverarbeitung hat viele Ursachen – die häufigsten sind:
Tabellenkalkulationen, die veraltet sind oder mehrfach manuell eingegebene Fehler enthalten
Datensilos aus mehreren Legacy-Anwendungen, die keine geschäftsrelevanten Anforderungen integrieren oder erfüllen
Unflexible, organisationsweit eingesetzte Lösungen, die nicht modular oder in der Reichweite begrenzt sind. Daher können diese nicht – wenn sich Anforderungsprofile ändern – in neue Anwendungen integriert und auf finanzwirtschaftliche Bedürfnisse hin skaliert werden
Unternehmen, die sich auf „dumme Daten“ verlassen, fehlt der nötige Einblick in wichtige betriebliche Erfordernisse. Insbesondere in turbulenten Zeiten wie diesen eine schlechte Nachricht. Neben Ungenauigkeiten können ungenaue Daten zu verzögertem Reporting, Verwechslungen bei der Kostenzuordnung und einem Mangel an effektiver Szenario-Planung führen. Die jüngsten Ereignisse haben CEOs und CFOs enorm unter Druck gesetzt, wichtige Entscheidungen in Fragen der Kosten, der betrieblichen Prozesse und der Strategie zu treffen. Gerade im Augenblick gilt es, in der Lage zu sein, sehr kurzfristig zu handeln. Wenn die Datenqualität schlecht ist, kann dies für Firmen bisweilen fatale Folgen haben.
Selbst renommierte Wirtschaftsunternehmen kämpfen gerade um das eigene Überleben. Doch wie viele von ihnen sind ehrlicherweise in der Lage, sofort auf sich ändernde geschäftliche Anforderungen und Kundenwünsche zu reagieren – und wie viele Firmen werden dieser prekären Entwicklung noch folgen?
Harte Zeiten erfordern umfassende Transparenz
Es gibt ausnahmsweise eine einfache Antwort auf die Frage, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen derzeit stehen. Unternehmensverantwortlichen haben keine andere Wahl, als zuverlässige Echtzeitdaten jedes einzelnen Vorgangs und Prozesses und jedes Kostenpunktes positiv für sich zu nutzen. Eine ganzheitliche Betrachtung aller Kosten und entsprechende Investitionen in die digitale Transformation werden dazu beitragen, die eigene Liquidität auch in Zeiten des Abschwungs aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass das eigene Unternehmen nicht der Konkurrenz hinterherhinkt. Die Verwendung von teil- oder isolierten Informationen könnte einer Organisation jedoch ernsthaft schaden – heute mehr denn je.
Dies erfordert eine integrierte, leistungsstarke und vor allem flexible Lösung, die zuverlässige Informationen aus allen Geschäftsbereichen generiert, auf deren Basis Entscheidungen hinsichtlich Kosten, Prozessen, Betriebsabläufen durch die Geschäftsleitung sinnvoll getroffen werden können.
Auch wenn damit anfängliche Investitionskosten verbunden sind, um beispielsweise die Leistungsfähigkeit vorhandener Legacy-Systemen im Vergleich zu Cloud-basierten Lösungen zu analysieren, rechnet sich der Aufwand. Dabei ist es nicht damit getan, eines der vielen Softwaretools auf dem Markt auszuwählen und einzusetzen. Finanzmanagement-Tools sind jedoch für die Erfassung wichtiger Echtzeitdaten zu Betriebs-, Projekt- und Lieferantenkosten von entscheidender Bedeutung. Diese Lösungen ermöglichen eine faktenbasierte Szenario-Planung und tragen wiederum dazu bei, dass Innovation und digitale Strategien bei der Optimierung von Dienstleistungen und Verfeinerungsprozessen im Mittelpunkt stehen – und gleichzeitig Mehrwert schaffen. Kurz gesagt: Sie eliminieren die Risiken von „dummer Daten“ und ermöglichen gleichzeitig intelligente Finanzentscheidungen.
In einer sich derzeit schnell verändernden Marktlandschaft – wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat – werden Unternehmen, die immer noch auf veraltete, unvollständige oder ungenaue Daten angewiesen sind, definitiv Schwierigkeiten haben. Diejenigen, die jetzt Entscheidungen auf der Grundlage hochwertiger, transparenter Daten treffen, werden hiervon auch langfristig profitieren und weiterwachsen können.