Softwarequalität Studie: Fast jedes dritte deutsche Unternehmen verliert über eine Million US-Dollar im Jahr

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Der zweite Quality Transformation Report von Tricentis zeigt ein Paradox: Unternehmen liefern dank KI schneller denn je, verlieren dabei aber das Vertrauen in ihren Code. Sechs von zehn Firmen bringen wissentlich ungetesteten Code in die Produktion.

Kevin Thompson, CEO von Tricentis: „Softwarequalität kann nicht länger als reine Engineering-Frage behandelt werden. Sie muss Chefsache sein.“(Bild:  Tricentis)
Kevin Thompson, CEO von Tricentis: „Softwarequalität kann nicht länger als reine Engineering-Frage behandelt werden. Sie muss Chefsache sein.“
(Bild: Tricentis)

Der Testspezialist Tricentis hat die Ergebnisse seines zweiten jährlichen Quality Transformation Reports veröffentlicht, einer weltweiten Befragung von mehr als 2.500 Führungskräften und Fachleuten. Demnach hat der verstärkte KI-Einsatz die Liefergeschwindigkeit deutlich erhöht, zugleich aber das Vertrauen in die Softwarequalität untergraben. Steigende Komplexität und wachsendes Code-Volumen bringen nach Angaben von Tricentis neue Risiken in den Software Development Lifecycle.

Laut Report verliert weltweit jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) jährlich mehr als eine Million US-Dollar durch mangelhafte Softwarequalität, in Deutschland fast jedes dritte (30 Prozent). Als Hauptursachen nennt die Studie Sicherheits- und Compliance-Verstöße sowie technische Schulden und Nacharbeiten.

Ungetesteter Code als bewusste Entscheidung

Sechs von zehn Unternehmen weltweit, in Deutschland fast sieben von zehn, schalten ungetesteten Code produktiv. Anders als im Vorjahr führen sie das nicht mehr auf Versehen zurück, sondern räumen ein, Code wissentlich ungetestet einzusetzen. Treiber sind dem Bericht zufolge der Druck der Management-Ebene, Geschwindigkeit über Qualität zu stellen, sowie das schiere Volumen an KI-generiertem Code. Kein Sektor entzieht sich dem: Den höchsten Anteil verzeichnen Finanzdienstleister (64 Prozent), gefolgt vom Handel (63 Prozent) und der Energiewirtschaft (58 Prozent).

Führungsebene und Praxis driften auseinander

Deutlich wird eine Wahrnehmungslücke: 81 Prozent der C-Level-Executives vertrauen KI-gestützten Tools, bei QA- und DevOps-Fachleuten sind es nur 56 Prozent. Für gut aufgestellt, um KI-Agenten im SDLC zu steuern, halten sich 44 Prozent der Führungskräfte, aber nur jeder vierte Praktiker (24 Prozent).

„Wenn Qualitätsprozesse nicht mit dem Entwicklungstempo Schritt halten, nehmen Unternehmen oft Abkürzungen, die das Vertrauen in die Softwarequalität messbar untergraben“, kommentiert Tricentis-CEO Kevin Thompson. „[…] Softwarequalität kann nicht länger als reine Engineering-Frage behandelt werden. Sie muss Chefsache sein.“

Erst im März 2026 hatte Tricentis mit dem AI Workspace eine Plattform vorgestellt, die genau hier ansetzt.

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