Data Analytics birgt großes Potenzial quer durch alle Geschäftsbereiche – vorausgesetzt, die Daten sind topaktuell und leicht zugänglich. Herkömmliche Business Intelligence Tools können das oft nicht leisten. Active Intelligence dagegen ermöglicht agile, datenbasierte Entscheidungen und erlaubt eine intuitive Nutzung der Daten. Was verbirgt sich aber genau hinter Active Intelligence und welchen Mehrwert bietet sie?
Der Autor: Wolfgang Kobek ist SVP EMEA bei Qlik
(Bild: Qlik)
Tagtäglich werden in Unternehmen unzählige Entscheidungen getroffen – Daten und deren Analyse sind dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Bei einer Umfrage von IDC und Qlik sagten drei Viertel der befragten Firmen, dass sie durch Investitionen in Datenmanagement und Analytik ihren Umsatz (75 Prozent), Gewinn (74 Prozent), die Kundenzufriedenheit und -treue (75 Prozent), die betriebliche Effizienz (76 Prozent) und die Mitarbeiterproduktivität (74 Prozent) verbessern konnten. Mit der zunehmenden Bedeutung von Daten ändert sich auch die Art und Weise, wie Entscheidungsprozesse ablaufen. Zwar ist die klassische Einteilung in strategische, taktische und operative Entscheidungen nach wie vor gültig. Doch die Integration von digitalen Technologien in sämtliche Unternehmensbereiche und -abläufe erfordert in allen Entscheidungsbereichen einen dynamischeren Umgang mit Informationen.
Hier kommt Active Intelligence ins Spiel. Während herkömmliche BI Tools oft nur Analysen mit vorkonfigurierten, historischen Daten bieten, sorgen Active-Intelligence-Lösungen dafür, dass Informationen auf Basis einer intelligenten Daten-zu-Analyse-Pipeline in Echtzeit zur Verfügung stehen. So werden die Informationen, in Kombination mit maschinellem Lernen und Natural Language Processing, für proaktive Entscheidungen im schnelllebigen Business nutzbar.
Zuletzt hat die COVID-19-Pandemie gezeigt, dass Unternehmen, die in der Lage sind, schnell auf plötzliche Entwicklungen zu reagieren, wettbewerbsfähiger und in turbulenten Zeiten resilienter sind. Aber auch unabhängig von der Corona-Krise erfordern immer kürzere Produktentwicklungszyklen und der globale Wettbewerb in vielen Branchen ein immer höheres Maß an Agilität. Damit werden Echtzeitdaten, die ursprünglich vor allem für operative Entscheidungen herangezogen wurden, auch für strategische Entscheidungen bedeutsam. Allem voran müssen Kundenbedürfnisse schnell erkannt und noch vor dem Wettbewerb umgesetzt werden.
Active Intelligence verwandelt Möglichkeiten in strategische Entscheidungsinstrumente
Der führende Science-Fiction- und Comics-Retailer Forbidden Planet erkannte früh die Bedeutung von Daten für den eigenen Geschäftserfolg. Die Herausforderung lag jedoch darin, die vorhandenen Daten so praktikabel und benutzerfreundlich aufzubereiten, dass sie für die Definition der Businessstrategien des Retailers brauchbar wurden. Der Einblick in die Quartalsentwicklung beispielsweise stand den Entscheidern zwar theoretisch zur Verfügung, versteckte sich in der Praxis aber in unzähligen Exceltabellen und Stapeln von Papier. Da die Daten für jedes Strategiemeeting erst mühselig und zeitaufwendig manuell zusammengesucht werden mussten, waren sie zum tatsächlichen Zeitpunkt der Besprechung oft schon wieder veraltet.
Mit dem schnelllebigen Comic-Business, in dem wöchentlich neue Ausgaben erscheinen, konnte diese Vorgehensweise nicht Schritt halten. Forbidden Planet sattelte daher um auf die Active-Intelligence-Lösung von Qlik. Mithilfe der neuen Software werden nun Echtzeitdaten aus unterschiedlichen Datenquellen auf einer Datenanalyseplattform kombiniert. Damit sind aussagekräftige Berechnungen und Echtzeit-Einblicke in Abverkäufe, Umsatz- und Gewinnentwicklung, die Performance einzelner Produkte und die Entwicklung von Lagerbeständen jederzeit möglich.
In den Strategiemeetings bekommt das Team über interaktive Analyse-Dashboards aussagekräftige, aktuelle Geschäftsmetriken und Datensätze direkt an die Hand, kann Highlights und Topseller auf einen Blick ausmachen und Zusammenhänge daraus ableiten. Das Ergebnis: Die Besprechungen von Forbidden Planet enden nicht länger mit offenen Fragen, sondern sind der Startschuss für zielgerichtete Aktionspläne und klare Strategien.
Active Intelligence lenkt taktische Entscheidungen in die richtige Richtung
Auch Business-User, die taktische Entscheidungen im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie treffen sollen, sind mit zunehmend komplexeren Daten konfrontiert. Das Unternehmen Enolytics hat für Vertriebs- und Marketingentscheider in der Weinindustrie ein Daten-Ökosystem geschaffen, das mit Active Intelligence von Qlik die unterschiedlichen Markt-, Vertriebs- und Konsumentendaten zusammenführt. So können Winzer und Weinhändler nachvollziehen, welche Kampagnen gut oder weniger gut funktionierten und welche Angebote bei den jeweiligen Zielgruppen besonders erfolgreich sind. Auf einer Scorecard-App lassen sich via Dashboard wichtige KPIs farblich codiert darstellen. So sehen Marketing- und Vertriebsmitarbeiter auf einen Blick, wo Handlungsbedarf besteht und wo im wahrsten Sinne des Wortes „alles im grünen Bereich“ ist.
Stand: 08.12.2025
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Enolytics hilft Weinunternehmen aber nicht nur, eigene Daten zu visualisieren, sondern wertet auch Branchendaten aus, um über das Verhalten und die Stimmung von Weinkonsumenten weltweit Erkenntnisse zu gewinnen. Das reicht von geografischen Unterschieden beim Weinkonsum, über Vertriebswege und Preisgestaltung bis hin zur Marktfähigkeit einer neuen Linie oder Produkterweiterung. Auf Basis dieser Daten entsteht eine zuverlässige „Source-of-Truth“, die sicherstellt, dass die taktischen Entscheidungen der Unternehmen weiterhin im Rahmen ihrer strategischen Ziele liegen.
Active Intelligence automatisiert operative Entscheidungen
In jedem Unternehmen gibt es operative Entscheidungen, die regelmäßig und routinemäßig neu getroffen werden, wie beispielsweise Einkauf von Material oder die Vergabe von Kundenrabatten. Mithilfe von Active Intelligence können diese Aufgaben automatisiert ablaufen. So lassen sich etwa Kundenanfragen personalisiert beantworten oder Interessenten, die ein vergriffenes Produkt kaufen wollen, erhalten dynamisch neue Angebote. Mit dem Prinzip von Software-as-a-Service lässt sich einfach und relativ günstig die jeweils passende Anwendung für die einzelnen Aufgaben implementieren. Damit dabei keine Datensilos entstehen, muss aber ein fließender Informationsaustausch zwischen den Anwendungen stattfinden.
Integration Platform as a Service (iPaaS)-Lösungen werden künftig entscheidend sein, wenn es darum geht, sich wiederholende Aufgaben und Datenprozesse zu automatisieren. So kann ein Unternehmen beispielsweise die Rechnungstellung und Lieferung für Abonnementkunden automatisieren, indem es Informationen aus seinen Cloud-basierten CRM-, ERP-, Buchhaltungs- und Inventarsystemen integriert. Dadurch werden zeitliche Ressourcen in den Abteilungen frei – Zeit, die die Mitarbeiter für strategische oder taktische Aufgaben und innovative Entwicklungen nutzen können.
Daten bekommen neuen Stellenwert in der Entscheidungsfindung
Generell nimmt die Komplexität des digitalen Geschäfts zu: Der Wettbewerb wird härter, Geschäftsdynamiken ändern sich ständig, und die Datenexplosion wirkt häufig eher verwirrend als erhellend. Entscheidungen zu treffen, wird vor diesem Hintergrund schwieriger - wenn die Entscheider nur von traditionellen Prozessen und Business Intelligence Tools unterstützt werden. Das neue digitale Zeitalter verlangt nach neuen Lösungen. Es geht darum, die Fülle an Echtzeit- und hyperkontextuellen Daten zusammenzuführen und hierbei die Beschäftigten mit ihren Erfahrungen, ihrem Know-how und ihrer Skepsis gleichermaßen einzubeziehen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, die Bedeutung und die Möglichkeiten von Daten tief in der eigenen Unternehmemskultur zu verankern. Nur so lässt sich eine neue Form von Datenkompetenz aufbauen, die Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen befähigt, Rohdaten in Erkenntnisse zu verwandeln und auf dieser Basis optimale Entscheidungen zu treffen.