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Kommentar von Andy Cotgreave, Tableau Software So gestalten Sie ein aussagekräftiges Dashboard

| Autor / Redakteur: Andy Cotgreave / Nico Litzel

Der Schlüssel zum Aufbau einer datengetriebenen Unternehmenskultur liegt in der Verbindung von Selfservice-Analytics und ansprechenden Visualisierungen. Interaktive Dashboards sind hervorragende Werkzeuge, um Erkenntnisse aus Daten zu ziehen und miteinander zu teilen. Um damit möglichst erfolgreich zu sein, sollten Datenanalysten einige Kriterien bei ihrem Dashboard-Design beachten.

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Der Autor: Andy Cotgreave ist Visual-Analytics-Experte bei Tableau Software
Der Autor: Andy Cotgreave ist Visual-Analytics-Experte bei Tableau Software
(Bild: Tableau Software)

Eines vorweg: Um ein informatives und handlungsweisendes Dashboard zu erstellen, bedarf es mehr als nur einen Aha-Effekt hervorzuzaubern. Damit Sie das Beste aus ihren Daten herausholen, sollten Sie einige Planungs- und Designelemente berücksichtigen. Anhand eines gut strukturierten Dashboards kann das menschliche Auge Zahlen – etwa Mengen, Verteilungen und Entwicklungen – wesentlich schneller erfassen als in einem Excel-Sheet.

Grundsätzlich gilt: Eine statische Grafik kann nur eine Frage zu einem bestimmten Datensatz in einem bestimmten Kontext beantworten. Das besondere Kennzeichen datengesteuerter, interaktiver Dashboards ist die Fähigkeit, Daten blitzschnell sichtbar und verständlich zu machen. Stellen Sie daher eine Verbindung zu allen Ihren Daten her, die wichtig sind, unabhängig vom Speicherort. Wenn nicht nur BI-Experten, sondern auch Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Fragen in Echtzeit stellen und beantworten können, lassen sich mit Dashboards wichtige Erkenntnisse ableiten und Innovationen hervorbringen. Die folgenden Tipps unterstützen Sie bei der erfolgreichen Datenvisualisierung.

So gelingen aussagekräftige Visualisierungen und Dashboards:

1. Welchen Zweck hat Ihre Grafik?

Welche Absicht verfolgen Sie mit Ihrer Visualisierung? Welchem Zweck soll sie dienen? Zu welchen weiteren Fragen soll die Grafik anregen? Versuchen Sie, noch bevor Sie die Daten auswählen, sich über einige Fragen und Thesen Gedanken zu machen.

2. Versetzen Sie sich in die Zielgruppe

Stellen Sie sich folgende Fragen kritisch: Für welche Zielgruppe erstellen Sie das Dashboard? Was möchten diese Personen wissen und wie sollen sie mit dem Dashboard arbeiten? Ein gutes Dashboard informiert nicht nur schnell, sondern es lädt dazu ein, mit diesem zu interagieren. Nur wenn der Umgang mit dem Dashboard Spaß macht, wird es auch benutzt.

3. Setzen Sie auf Kennzahlen mit starker Aussagekraft

Treffen Sie eine strikte Auswahl: Wählen Sie für Ihr Dashboard nur Leistungsindikatoren aus, die für die jeweiligen Ziele relevant sind. Befindet sich Ihr Unternehmen beispielsweise auf Expansionskurs und der Neukundengewinnung kommt eine hohe Bedeutung zu, ist die Neukundenrate eine wichtige Kennzahl.

4. Machen Sie Ihre Daten verfügbar

Oft befinden sich die relevanten Daten an unterschiedlichen Orten. Sie müssen aber alle Daten, ob nun intern oder extern verfügbar, heranziehen, die helfen können, die ausgewählte Fragestellung zu beantworten. Vermeiden Sie, nur deshalb auf bestimmte Daten zuzugreifen, weil sie leicht verfügbar sind. Verknüpfen Sie daher Daten aus unterschiedlichsten Quellen, um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen.

5. Berücksichtigen Sie Mobilgeräte schon im Entwurfsstadium

Immer und überall erreichbar zu sein und Zugriff auf seine Daten zu haben, ist heute selbstverständlich. Benutzer sollen es so einfach wie möglich haben, ihre Daten einzusehen. Hierzu gehört auch, Dashboards zu erstellen, die für mobile Geräte wie Smartphones optimiert sind. Versetzen Sie sich in die Lage einer Führungskraft oder in den Service-Mitarbeiter, der viel unterwegs ist. Auf welche zentralen Zahlen müssen diese zugreifen können? Denken Sie zudem für mobile Geräte an eine Anzeige im Hoch- wie im Querformat, damit Anwender auch unterwegs das Dashboard optimal verwenden können.

Bei mobilen Geräten sollte an eine Anzeige im Hoch- wie im Querformat gedacht werden, damit Betrachter unterwegs den maximalen Nutzen aus dem Dashboard ziehen können.
Bei mobilen Geräten sollte an eine Anzeige im Hoch- wie im Querformat gedacht werden, damit Betrachter unterwegs den maximalen Nutzen aus dem Dashboard ziehen können.
(Bild: Tableau Software)

6. Schnelligkeit ist angesagt

Gerne lassen sich Nutzer dazu hinreißen, höchst komplexe Echtzeit-Dashboards zu erarbeiten, die jegliche Fragestellungen des Unternehmens berücksichtigen. Verbringen Sie besser nicht Wochen oder Monate damit, ein „perfektes“ Dashboard zu entwickeln. Setzen Sie stattdessen auf eine zügige Umsetzung, kurze Implementierungszyklen für Prototypenerstellung, Testen und Anpassung.

7. Visuelles Verhalten im Blick haben

Einblicke in das visuelle Verhalten von Dashboard-Betrachtern liefert die Eye-Tracking-Studie von Tableau „How to develop a designer’s instinct: A study of dashboards“. Eine wichtige Erkenntnis: Der typische, bereits vom Konsum von Texten bekannte Blickverlauf, das sogenannte „F-Muster“, gilt ebenfalls für Management-Dashboards. Darauf basierend ist die visuelle Aufmerksamkeit von Betrachtern bei Webseiten oben links am größten und unten rechts am geringsten. Lassen Sie dieses Wissen in den Aufbau des Dashboards einfließen.

So sieht das typische Verhalten beim Betrachten eines Dashboards aus, visualisiert mit einer sogenannten Heatmap.
So sieht das typische Verhalten beim Betrachten eines Dashboards aus, visualisiert mit einer sogenannten Heatmap.
(Bild: NNG)

8. Kontrast macht munter

Vorsicht: Gleichartige Visualisierungen ermüden den Betrachter schnell. Erfolgreiche Dashboard-Designer nutzen gezielt Elemente, die sich in Form oder Farbe von ihrer Umgebung abheben, um die visuelle Aufmerksamkeit des Betrachters auch außerhalb des F-Musters zu gewinnen.

Wer die Aufmerksamkeit des Betrachters außerhalb des F-Musters ansprechen will, sollte versuchen, gezielt mit visuellen Hightlights aufzufallen.
Wer die Aufmerksamkeit des Betrachters außerhalb des F-Musters ansprechen will, sollte versuchen, gezielt mit visuellen Hightlights aufzufallen.
(Bild: Tableau Software)

Wenn Sie die Aufmerksamkeit des Betrachters außerhalb des F-Musters ansprechen wollen, versuchen Sie gezielt mit visuellen Hightlights aufzufallen.

9. Keep it simple!

Ein großer Fehler besteht darin, die Visualisierungen zu überfrachten. Trägt ein Element nicht dazu bei, Ihre Frage zu beantworten oder Ihre These zu stützen, verwerfen Sie es. Wenn Sie beispielsweise eine Landkarte verwenden, müssen die Meere, die die dargestellten Länder/Kontinente umgeben, nicht unbedingt blau sein. Im Sinne der Einfachheit sollten Sie für das Meer die Farbe des Hintergrunds wählen.

10. Denken Sie an einen passenden Hintergrund

Mit verschiedenen Hilfsmitteln lässt sich das Hauptmotiv hervorheben, wie zum Beispiel mit Größe, Kontrast und Farben. Was häufig vernachlässigt wird, ist der Hintergrund. Ohne einen Hintergrund wirkt das Bild jedoch schnell überladen. Ist der Hintergrund dagegen zu dominant oder zu dynamisch, besteht die Gefahr, dass das Bild Ihre Botschaft nicht deutlich genug transportiert. Wählen Sie einen Hintergrund, der nicht von Ihrer Visualisierung ablenkt, sondern ihre Aussage hervorhebt.

11. Legen Sie eine begrenzte Anzahl an Farben und Formen fest

Farben und Formen helfen uns dabei, Muster einfacher zu sehen und zu verstehen. Zu viele Formen und Farben bewirken jedoch häufig das Gegenteil. In der Ansicht unten sind 24 Farben sichtbar. Und wenn alle Farben und Linien kombiniert sind, ist es nahezu unmöglich, herauszufinden, welches Land auf welcher Linie liegt. Oder welches Muster dieses Land im Hinblick auf die Bestellmenge zeigt. Bewährt hat sich die Anzahl der Farben und Formen in einer Ansicht auf sieben bis zehn zu begrenzen, damit Sie sie unterscheiden und wichtige Muster erkennen können.

Die Anzahl der Farben und Formen in der Ansicht sollten auf auf 7 bis 10 begrenzt werden, damit Betrachter diese gut unterscheiden und wichtige Muster erkennen können.
Die Anzahl der Farben und Formen in der Ansicht sollten auf auf 7 bis 10 begrenzt werden, damit Betrachter diese gut unterscheiden und wichtige Muster erkennen können.
(Bild: Tableau Software)

Begrenzen Sie die Anzahl der Farben und Formen in der Ansicht auf 7 bis 10, damit Sie diese unterscheiden und wichtige Muster erkennen können.

12. Experimentieren, iterativ vorgehen und Feedback einholen

Mit der Veröffentlichung eines Dashboards ist es nicht getan. Wenn Sie von den Nutzern keine Rückmeldung zur Relevanz der Kennzahlen erfragen und die Daten aktualisieren, wird das Dashboard nicht genutzt. Jeder Mensch hat eine andere Perspektive. Daher ist es wichtig, möglichst ein Feedback von mehreren Personen einzuholen. Das hilft bei der Entwicklung eines Dashboards, das Spaß im Umgang vermittelt, einen Nutzen für die Anwender besitzt und daher auch von ihnen verwendet wird. Hinzu kommt, nach einigen Iterationsrunden hat das ursprüngliche Dashboard bereits ein neues Gesicht angenommen. Fordern Sie also immer wieder das Feedback von Anwendern ein und überprüfen sie die Zweckmäßigkeit des Dashboards.

Weitere wertvolle Hinweise zum Dashboard-Design liefert das Tableau-Whitepaper „Zehn bewährte Methoden für die Erstellung nützlicher Dashboards“.

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