Unkontrollierte Nutzung von KI „Schatten-KI“ ist eine Gefahr für Unternehmensdaten

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Nicht nur für Big-Data-Plattformen stellt die wachsende Verbreitung von Schatten-KI (Künstliche Intelligenz) eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit und Integrität dar. Schatten-KI beschreibt die eigenmächtige Nutzung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz durch Mitarbeiter, ohne dass diese von der IT-Abteilung autorisiert oder überwacht wird. Das führt zu gravierenden Sicherheits- und Compliance-Risiken.

Schatten-IT ist ein bekanntes Problem, doch jetzt kommt mit Schatten-KI eine neue Bedrohung für Datenschutz und Sicherheit in Unternehmen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Schatten-IT ist ein bekanntes Problem, doch jetzt kommt mit Schatten-KI eine neue Bedrohung für Datenschutz und Sicherheit in Unternehmen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Unternehmen speichern sensible Informationen wie Kundendaten, Finanzberichte und proprietäres Wissen. Schatten-KI-Anwendungen greifen auf diese Daten zu, oft ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen. Besonders kritisch ist das bei personenbezogenen Daten, die den Anforderungen der DSGVO unterliegen. Die unkontrollierte Nutzung solcher Tools kann zu Datenschutzverletzungen führen, die nicht nur hohe Bußgelder nach sich ziehen, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern beschädigen.

Darüber hinaus schaffen Schatten-KI-Tools zusätzliche Angriffsvektoren. Viele dieser Anwendungen kommunizieren mit externen Servern, häufig ohne Verschlüsselung oder andere Sicherheitsmechanismen. Diese ungeschützten Datenflüsse erhöhen das Risiko, dass sensible Informationen von Cyberkriminellen abgefangen oder von Drittanbietern missbraucht werden. Angreifer können Schatten-KI zudem als Einfallstor nutzen, um auf Big-Data-Plattformen zuzugreifen oder Daten gezielt zu manipulieren.

Auswirkungen auf Datenqualität und Geschäftsentscheidungen

Big Data lebt von strukturierten, validierten und konsistenten Datensätzen. Schatten-KI greift jedoch häufig auf fehlerhafte oder ungesicherte Datenquellen zurück. Das führt zu verzerrten Analysen, ungenauen Vorhersagen und fehlerhaften Modellen. Unternehmen, die ihre Entscheidungen auf Basis solcher unzuverlässigen Ergebnisse treffen, riskieren strategische Fehlentscheidungen und finanzielle Verluste.

Darüber hinaus untergraben die ungenauen Ergebnisse von Schatten-KI das Vertrauen der Mitarbeiter in datengetriebene Entscheidungsprozesse. Das führt zu einer Verlangsamung von Arbeitsabläufen, da Ergebnisse mehrfach überprüft werden müssen. Im schlimmsten Fall entsteht eine Kultur des Misstrauens gegenüber neuen Technologien, was Innovationspotenziale langfristig hemmt.

Wirtschaftliche und ökologische Kosten

Die Nutzung großer KI-Modelle erfordert eine erhebliche Rechenleistung und Energie. Schatten-KI-Anwendungen belasten IT-Budgets durch ineffiziente Ressourcennutzung und verursachen zusätzlich hohe Betriebskosten. Gleichzeitig erhöhen sie den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens. Da Schatten-KI außerhalb der formellen IT-Überwachung läuft, fehlt oft die Transparenz über diese Umweltauswirkungen. Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele verfolgen, riskieren durch den unkontrollierten Einsatz von Schatten-KI, ihre eigenen Standards zu untergraben.

Schatten-KI führt darüber hinaus zu einer Fragmentierung der IT-Landschaft, da unterschiedliche Abteilungen eigenständig KI-Tools einsetzen. Das erschwert die Konsolidierung von Daten und die Integration von Analyseergebnissen in unternehmensweite Strategien. Ohne zentrale Kontrolle fehlt zudem eine einheitliche Governance, was die Einhaltung von Compliance-Vorgaben und Datenschutzrichtlinien erschwert.

Zusätzlich erhöht die Nutzung unautorisierter Anwendungen die Anfälligkeit für Sicherheitsvorfälle. Angreifer können Schwachstellen in Schatten-KI-Tools ausnutzen, um Daten zu kompromittieren oder Betriebsgeheimnisse zu stehlen. Ein unzureichend geschützter Datenfluss zu Drittanbietern kann dazu führen, dass sensible Informationen in die Hände von Mitbewerbern oder Cyberkriminellen gelangen.

Notwendigkeit einer zentralisierten Steuerung

Um die Risiken von Schatten-KI zu minimieren, ist eine stärkere Zentralisierung der KI-Nutzung erforderlich. Unternehmen sollten klare Richtlinien und Kontrollmechanismen für den Einsatz von KI-Anwendungen etablieren. Eine zentrale Überwachung der Datenflüsse und der Zugriff auf Big-Data-Plattformen sind wichtig, um Sicherheits- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig müssen Mitarbeiter für die Risiken sensibilisiert werden, die mit der Nutzung unautorisierter KI-Tools verbunden sind.

Durch die Einführung einer einheitlichen Governance-Strategie und die Konsolidierung der genutzten KI-Plattformen lassen sich die Risiken erheblich reduzieren. Unternehmen schützen nicht nur ihre Daten, sondern schaffen auch die Grundlage für eine effiziente und nachhaltige Nutzung von Big-Data- und KI-Technologien.

Praktische Ansätze zur Vermeidung von Schatten-KI

Unternehmen können Schatten-KI durch eine gezielte Kombination aus Technologie, Prozessen und Schulung eindämmen. Unternehmen sollten eine umfassende Bestandsaufnahme vorhandener und potenziell genutzter KI-Anwendungen durchführen, um unerwünschte Tools frühzeitig zu identifizieren. Die Einführung von klaren Reporting-Systemen ermöglicht es Mitarbeitern, neue Anwendungen unkompliziert und ohne bürokratische Hürden bei der IT-Abteilung zu melden.

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Zur technischen Kontrolle empfiehlt sich die Implementierung eines Netzwerkmonitorings, das auffällige Datenströme analysiert und verdächtige Aktivitäten automatisch meldet. Ergänzend dazu sollten Zugangskontrollen verschärft werden, indem KI-Tools ausschließlich über zentralisierte Plattformen bereitgestellt werden, die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen.

Neben technologischen Maßnahmen spielt auch die Aufklärung der Mitarbeiter eine Schlüsselrolle. Regelmäßige Schulungen, die die Gefahren unkontrollierter KI-Nutzung konkret aufzeigen, stärken das Verständnis für Sicherheitsrichtlinien. Dabei hilft es, positive Anreize zu schaffen: Mitarbeiter sollten Vorteile durch den Einsatz autorisierter KI-Systeme erkennen können, zum Beispiel durch eine höhere Effizienz und verbesserte Entscheidungsgrundlagen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen IT, Datenschutzbeauftragten und Führungskräften ist ebenfalls unerlässlich. Gemeinsame Workshops zur Erarbeitung einer KI-Strategie fördern nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Einbindung aller relevanten Abteilungen in die Sicherheits- und Innovationsprozesse. Unternehmen, die keine KI-Strategien entwickeln, riskieren die Gefahr, dass Anwender selbst nach KI-Tools im Internet suchen und diese ohne Kontrolle, Schutz, Aufklärung und entsprechendem Hintergrundwissen nutzen. Daher sollten Verantwortliche im Unternehmen Schatten-KI nicht unterschätzen, sondern nur aktive Strategien deren Einsatz verhindern und unnötig machen.

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