Auf der SAS Innovate verkündete das Unternehmen Pläne für die Zukunft. Geplant sind unter anderem ein stärkeres Engagement auf dem Gebiet KI-Ethik, hohe Investitionen in Branchenlösungen und eine Verbreiterung des Kundenstamms in den Mittelstand hinein.
Die SAS Innovate Tour machte halt in Frankfurt am Main. Rund 160 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich über neue Entwicklungen zu informieren oder mit anderen Kunden auszutauschen.
(Bild: Rüdiger)
Rund 160 Teilnehmer waren nach Frankfurt zur SAS Innovate gekommen, um sich über neue Entwicklungen zu informieren oder mit anderen Kunden auszutauschen. Mit Gavin Day, Executive Vice President, der Leiterin des SAS-Viya-Produktprogrammes Alice McClure, Udo Sglavo, weltweit zuständig für Advanced Analytics, und I-Sah Hsieh, Principal Social Innovation, waren hochrangige Mitglieder des weltweiten Managements anwesend, um die Gäste zu informieren.
Gastreferent Sascha Lobo zeigte anhand eines Deep Fake mit Bundeskanzler Scholz, wie wirksam moderne KI-Technologien sind.
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Als Keynote-Speaker hatte man Sascha Lobo, Spiegel-Kolumnist und Buchautor, gewonnen. In seinem Vortrag wurde er nicht müde zu betonen, mit ChatGPT habe ein neues KI-Zeitalter begonnen. Man könne die bevorstehenden Veränderungen quasi gar nicht überschätzen. Denn Menschen seien bereit, freiwillig auch intimste Daten preiszugeben. Aus diesen entstünden dann Datenströme, die man analysieren könne. So kämen durch Netzwerkeffekte Einsichten zustande, zu denen Einzelne schlicht nicht in der Lage seien. Diese könnten in Nullkommanichts ganze Branchen auf den Kopf stellen, und zwar jetzt, nicht in zehn Jahren.
Kein KI-Hype bei SAS
„Bei uns findet kein KI-Hype statt, wir machen seit 40 Jahren KI, bodenständig und zum Nutzen unserer Kunden“, Gavin Day, weltweiter Geschäftsführer SAS auf der SAS Innovate.
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Nach diesen Höhenflügen konnte das SAS-Management umso bodenständiger wirken. Unisono betonte es, bei SAS betreibe man seit 40 Jahren Künstliche Intelligenz (KI) und wolle sich am aktuellen Hype nicht beteiligen. Was natürlich nicht heißen solle, dass man aktuelle KI-Entwicklungen ignoriere, im Gegenteil. KI stecke quasi überall in SAS Viya. Allerdings, so betonte Day im Gespräch mit BigData-Insider, werde SAS garantiert kein KI-Toolset anbieten. Man erforsche erst mal, was man den Kunden anbieten wolle.
„Das Interesse auch unserer Kunden an ChatGPT ist groß“, sagt beispielsweise SAS Deutschland-Geschäftsführerin Helene Lengler im Gespräch mit BigData-Insider. „Aber bei ernsthaften geschäftlichen Anwendungen gibt es noch keine Nachfrage. Was die Anwender umtreibt, ist in erster Linie eine vertrauenswürdige KI.“
KI-Ethik im Gesundheitswesen
„Wir arbeiten weltweit an Programmen, um in Zukunft mehr Mittelstandskunden zu gewinnen“, sagt SAS-Deutschland-Geschäftsführerin Helene Lengler.
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Diesen Bedürfnissen seiner Kunden kommt SAS unter anderem mit einer Erweiterung seines Geschäftsbereichs Datenethik und dem Motto „Transparency by design“ entgegen. Mit dem Erasmus Medical Center in den Niederlanden und der TU Delft hat SAS das erste Labor für KI-Ethik im Gesundheitswesen eröffnet (Responsible and Ethical AI in Healthcare Lab, REAHL). Dort sollen multidisziplinäre Teams und politische Entscheidungsträger zusammen an Regeln für Sicherheit, Privatsphäre und Patientenautonomie im KI-Zeitalter arbeiten.
Alice McClure, verantwortlich für SAS Viya, im Gespräch mit BigData-Insider: „Bei der Diskussion um generative AI geht es um eine Abwägung zwischen mehr Produktivität und AI-Governance.“ Die nächsten sechs Monate würden zeigen, wie Kunden weltweit das sehen – auf der SAS Explore, die im September in Las Vegas stattfindet, gebe es dazu neue Informationen.
Bias-Anzeiger bei Modellen
Das Data-for-Good-Programm mit gemeinnützigen KI-Projekten des Anbieters wurde in den Bereich SAS Data Ethics Practice integriert. Letztere stellt zudem Weiterbildungsmaßnahmen zur verantwortungsvollen Innovationsentwicklung bereit – demnächst auch für Kunden.
Die Ethik-Orientierung hat auch produktseitige Auswirkungen: Mit SAS Viya generierte Modelle geben in Form einer Skala ähnlich der Gesundheitsbewertung auf Lebensmittelpackungen an, wie wahrscheinlich sie vorurteilsbeladen sind. Bei diesbezüglich kritischen Algorithmen schlägt Viya auch Abhilfemöglichkeiten vor.
Die Datenplattform SAS Viya wurde mit der vor etwa zwei Jahren finalisierten Version 4 in eine Cloud-native Architektur überführt und kann heute auf jeder Cloud laufen, auch on Premises. Besonders eng ist die Kooperation aber mit MS Azure.
Modularisiertes SAS Viya 4 schont Ressourcen
Hier liegt Cloud-Ökonomie stark im Fokus. Beispielsweise implementierte Azure speziell auf SAS Viya optimierte virtuelle Maschinen. Zusammen mit der Modularisierung der Software habe das zu erheblich sinkenden Cloud-Kosten aufgrund geringeren Ressourcenverbrauchs geführt. Day: „Man muss immer nur die Komponenten laufen lassen, die wirklich gebraucht werden.“
Zu den mittelständischen deutschen Cloud-Anbietern gibt es bisher keine Verbindungen. Lengler: „Es fehlt die Nachfrage.“ Das könnte sich zukünftig ändern, denn SAS möchte weltweit den Channel ausbauen, um mehr Mittelstandskunden zu gewinnen. Bislang sind Großunternehmen und der gehobene Mittelstand die Domäne des Anbieters.
Stand: 08.12.2025
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Mehr Mittelstandskunden angestrebt
Derzeit laufen die konzeptionellen Vorarbeiten: Wer kommt als Partner in Frage, wie sollen die neuen Kunden geködert werden? Mit John Carey wurde kürzlich ein neuer Manager für das Partnerprogramm an Bord geholt.
Den Umgang mit analytischen Daten in der Cloud erleichtert eine enge Kooperation mit Single Store, einer Datenbank, die Transaktions- und analytische Daten gleichermaßen verarbeiten kann. Zudem kooperiert SAS mit Snowflake.
Rund 30 Prozent der Anwender nutzen heute SAS Viya in der Cloud-Variante. „Kunden steigen meist im Zug ihrer Cloud-Transformationsprozesse um, wenn sie auch andere Applikationen in die Cloud migrieren“, erklärt Gavin Day. Man kann sie auch gleichzeitig mit Version 3 für on-Premises-Anteile nutzen. Für SAS spiele das keine Rolle. Die Lösung kooperiere mit allen Sprachen und Skillsets und könne laufen, wo immer es Kunden wollen.
Effektiver als andere
Apropos Kosten: Kurz vor der Veranstaltung veröffentlichte SAS eine zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen Futurum Group eine Benchmarking-Studie. Ergebnis: Die Lösung ist bei KI und Analytik im Schnitt 30-mal schneller als konkurrierende Produkte einschließlich Spark. Es skaliere besser mit größeren Datensätzen und erzeuge bei Training und Scoring rund 86 Prozent geringere Kosten.
Zum Thema Kostenvermeidung in der Cloud tragen sicher auch neue Erweiterungen von SAS Customer Intelligence 360 bei. Die erweiterte Customer Data Platform hat jetzt eine intuitive Benutzeroberfläche, mit der sich Zielgruppen und Kundenattribute direkt und ohne Programmierkenntnisse in SAS Customer Intelligence 360 laden lassen.
Weitere Features: nahtlose Konsolidierung und Aktivierung von First-Party-Datenquellen, Echtzeit-Datenstreaming in die Cloud-basierte Datenquelle, Direkt-Datenzugriff ohne Migration. Nur relevante personenbezogene Daten werden in die Customer Intelligence eingespeist und nur so lange wie unbedingt notwendig dort vorgehalten.
Eine Milliarde US-Dollar für Branchenlösungen
Große Chancen sieht SAS in Zukunft in der Entwicklung von branchenspezifischen Lösungen etwa für die Finanzwelt, das Gesundheitswesen oder den Einzelhandel. In diesen Bereich soll in den kommenden drei Jahren, beginnend 2023, eine Milliarde US-Dollar gesteckt werden. Entstehen sollen auf SAS Viya basierende Lösungen. Das Geld fließt nicht nur in Forschung und Entwicklung, sondern auch in branchenspezifische Vertriebsteams.
Angepeilt werden unter anderem branchenspezifische Low-Code/No-Code-Lösungen, damit auch Anwender ohne Programmierkenntnisse Analytik nutzen können. Gleichzeitig sollen die Daten weiterhin gut geschützt bleiben. Dafür hat SAS unter anderem mit Microsoft Azure und AMD MS Azure Confidential Computing entwickelt. Es schützt sensible Daten bei der In-Memory-Verarbeitung und wird zunächst in den Niederlanden, Irland und den USA in SAS Viya verfügbar gemacht.
Durch die Nutzung von KI sollen Unternehmen unter anderem resilienter werden – SAS hatte im März eine weltweite Studie publiziert, die ergab, dass sich nur die Hälfte der befragten 2.400 Unternehmen für ausreichend widerstandsfähig halten.