Kommentar von Tal Saraf, Atlassian Künstliche Intelligenz: So maximieren Unternehmen ihren ROI

Von Tal Saraf 5 min Lesedauer

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Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) steigen rasant – und mit ihnen der Anspruch, den maximalen Return on Investment (ROI) aus der Technologie zu generieren. Doch das erfordert mehr als nur kurzfristige Effizienzgewinne.

Der Autor: Tal Saraf ist Head of Corporate Engineering bei Atlassian(Bild:  Atlassian)
Der Autor: Tal Saraf ist Head of Corporate Engineering bei Atlassian
(Bild: Atlassian)

Künstliche Intelligenz hat sich innerhalb kürzester Zeit von einem experimentellen Konzept zu einem strategischen Investitionsfeld entwickelt: Laut IDC werden sich die globalen Ausgaben für KI innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr als verdoppeln – und im Jahr 2028 rund 538 Milliarden Euro betragen. Mit diesen Ausgaben wächst jedoch auch der Druck, zu belegen, dass diese sich auszahlen.

Künstliche Intelligenz bietet enormes Potenzial, wirtschaftliche Vorteile zu schaffen und bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen noch Erfahrung darin, wie sie den größtmöglichen Nutzen aus ihren KI-Investitionen ziehen können. Um den ROI von KI langfristig zu maximieren, sind eine klare Strategie, das richtige Mindset sowie die aktive Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend.

Der aktuelle Status von KI-ROI

Aktuell gibt es noch keinen einheitlichen, „richtigen“ Weg, mit KI zu arbeiten. Trotzdem kreist ein großer Teil der Diskussion darum, wie sich ihr ROI möglichst genau bestimmen lässt. Viele Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit Kennzahlen, um den Wert von KI zu quantifizieren. Häufig im Fokus stehen Leistungsindikatoren wie eingesparte Stunden oder Produktivitätsgewinne. Solche Metriken sind wichtig, um Wirkung und Einfluss von KI greifbarer zu machen.

Ebenso sinnvoll sind interne Auswertungen, die einen Überblick darüber geben, welche Ressourcen in KI-Initiativen fließen und wie sie verteilt sind. Genauso wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass viele Organisationen in ihrer Zusammenarbeit mit KI noch ganz am Anfang stehen. Jetzt ist die Zeit zum Testen und Experimentieren – und dafür, die strukturellen und kulturellen Voraussetzungen zu schaffen, damit KI langfristig gedeihen kann. Genau diese Basis ist entscheidend, um in Zukunft einen deutlich höheren ROI zu erzielen.

Rollenbestimmung: KI an den richtigen Stellen einsetzen

Um das volle Potenzial – und damit den ROI – von KI-Initiativen auszuschöpfen, sollten Unternehmen zunächst mögliche Anwendungsbereiche für die Technologie identifizieren und klar definieren, welche Rolle sie im Team spielen soll. So könnte der Fokus zum Beispiel auf die Mitarbeiterproduktivität gelegt werden, um mit KI Workflows zu automatisieren und so den Aufwand für Routineaufgaben zu minimieren. Durch KI-gestützte Service-Agenten, die standardisierte IT-Anfragen automatisch bearbeiten, kann zum Beispiel das IT-Team deutlich entlastet werden und sich wieder mehr auf wesentliche Arbeit konzentrieren.

Auch in anderen Unternehmensbereichen gilt es, genau zu überlegen: Welche Aufgabe soll die KI im Team erfüllen? Wie kann sie bestehende Arbeitsprozesse unterstützen? Wo sind ihre Grenzen? Diese Überlegungen helfen, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie von Anfang an so effektiv wie möglich zu gestalten. Dabei ist es sinnvoll, dass alle Bereiche – Software-Entwicklung, Sales, Marketing, HR und Rechtsabteilung – geschäftsübergreifend zusammenarbeiten, um gemeinsam die wichtigsten Anwendungsfälle zu identifizieren, bei denen KI die Effizienz und Produktivität messbar steigern kann. So entsteht nach und nach ein klares Rollenprofil für KI im Unternehmen.

Das richtige Mindset

Viele Teams betrachten KI noch immer als reines Hilfsmittel für einfache Routineaufgaben – eine schnelle Antwort hier, eine kurze Zusammenfassung dort. Während der KI-Einsatz in diesen Bereichen zwar hilfreich ist und kurzfristig Zeit spart, sollten sich Unternehmen nicht darauf beschränken. Um einen langfristigen strategischen Nutzen – und maximalen ROI – zu erzielen, ist ein Umdenken gefragt. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur dazu motivieren, KI häufiger zu nutzen – sie müssen aktiv einen Kulturwandel vorantreiben.

Dabei sollte KI nicht nur als Hilfsmittel für voneinander unabhängige Aufgaben zum Einsatz kommen, sondern als aktives Teammitglied verstanden werden. Wird die Technologie beispielsweise als kreativer Sparringspartner in Planungsprozesse oder bei komplexen Entscheidungen eingebunden, kann sie Teams dabei helfen, qualitativ bessere und durchdachtere Ergebnisse zu liefern. Laut dem aktuellen AI Collaboration Report von Atlassian sparen Teams, die KI strategisch und im Rahmen ihrer Kernaufgaben einsetzen, nicht nur bis zu einen ganzen Arbeitstag pro Woche – sie berichten auch von höherer Arbeitsqualität und nutzen die gewonnene Zeit, um sich neue Fähigkeiten anzueignen. Diese Entwicklung ist ein zentraler Baustein für nachhaltigen ROI.

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Lernkultur als Erfolgsfaktor

KI liefert Ergebnisse nicht von heute auf morgen – und der richtige Umgang mit der Technologie braucht seine Zeit. Der Schlüssel zur langfristigen Rentabilität liegt in der kontinuierlichen Weiterbildung und dem Mut zum Experimentieren. Denn nur wer ausprobiert, lernt, was funktioniert – und was nicht. Führungskräfte spielen hier eine entscheidende Rolle: Sie müssen ihre Teams nicht nur dazu ermutigen, mit KI zu experimentieren, sondern auch die nötigen Rahmenbedingungen dafür schaffen.

Eine gelebte Lernkultur zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass Teams immer über aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich KI informiert werden und Wissen intern teilen können. Hierfür könnten Unternehmen zum Beispiel einen dedizierten internen Channel aufsetzen, in dem Mitarbeiter – zum Beispiel im Format eines kurzen Loom-Videos – einfache und effektive Möglichkeiten vorstellen, wie sie KI in ihrem Arbeitsalltag integrieren.

Um Experimente mit KI auf allen Positionen zu fördern, ist es zudem wichtig, den Zugang zu relevanten Tools so einfach und sicher wie möglich zu gestalten. Herumprobieren und Testen hilft den Teams, die Technologie reibungslos in ihre tägliche Arbeitsroutine zu integrieren – und mit wachsender Erfahrung zunehmend strategischer und wirkungsvoller mit ihr zusammenzuarbeiten. So bewegen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schritt für Schritt vom gelegentlichen Einsatz hin zu einer wirklich strategischen Zusammenarbeit mit KI. Eine solche Lernkultur bildet die Grundlage, um Produktivitätsgewinne, das Innovationspotenzial und letztlich auch den ROI von KI langfristig zu steigern.

Fazit

Wer mit KI echten Mehrwert schaffen will, muss über einzelne Tools oder einmalige Pilotprojekte hinausdenken. KI sollte nicht als kurzfristiger Trend, sondern als dauerhafte Investition mit nachhaltigem Nutzenpotenzial verstanden werden. Der nachhaltige ROI von KI entsteht dort, wo die Technologie zielgerichtet eingesetzt, Mitarbeiter strategisch eingebunden und kontinuierliches Lernen gefördert wird. Mit zunehmender Reife der Technologie und ihrer Nutzung im Unternehmen wird auch die Messung des ROI einfacher und eindeutiger werden. Unternehmen, die klare Rollen für KI definieren, den Kulturwandel aktiv gestalten und Raum für Experimente schaffen, verwandeln KI langfristig vom reinen Zukunftsversprechen in einen realen Wachstumstreiber.

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