Kommentar von Jens Leucke, Pleo Revolutioniert KI jetzt auch die Finanzwelt?

Von Jens Leucke 4 min Lesedauer

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2023 markierte einen Wendepunkt in der Künstlichen Intelligenz (KI). Erstmals gelangte die Technologie in die Hände eines breiten Publikums und unterstützte über 180 Millionen monatliche Nutzer in verschiedensten Bereichen. Noch können wir kaum ermessen, was KI alles kann. Diese Unbekannte sollte jedoch nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen werden. Insbesondere im Finanzsektor könnten die Vorteile etwaige Nachteile überwiegen.

Der Autor: Jens Leucke ist Head of DACH Region, Pleo(Bild:  Pleo)
Der Autor: Jens Leucke ist Head of DACH Region, Pleo
(Bild: Pleo)

Laut dem Pleo CFO Playbook 2024 sind viele Entscheidungsträger skeptisch. Nur 27 Prozent sind zuversichtlich, was den Einsatz von KI im Finanzwesen angeht. Weniger als ein Drittel (29 Prozent) glaubt, dass KI administrative Aufgaben reduzieren kann. Dabei ist ihr Nutzen im Finanzsektor unbestritten: KI automatisiert Zahlungen, erhöht die Sicherheit und kommuniziert mit Kunden über Chatbots. All das verbessert die Finanzabteilung. Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit sensiblen Finanzdaten bremsen jedoch den Einsatz. Das sollte aber nicht das Thema sein, sondern die Frage: Wie kann KI Menschen unterstützen? Hier sind einige Schritte für den Anfang.

KI wie neuen Mitarbeiter behandeln

Nehmen wir eine der größten Schwächen der generativen KI – ihre Neigung zu Halluzinationen. Damit ist das Phänomen gemeint, dass die generative KI auf eine Frage eine plausible, aber falsche Antwort gibt, weil sie für das System die wahrscheinlichste ist. Natürlich muss man hier aufpassen – aber das gilt genauso für einen neuen Kollegen, der auch vieles erst einmal auf Verdacht machen muss, weil ihm die Erfahrung fehlt und so zwangsläufig Fehler passieren.

Zum Thema Halluzinationen wird übrigens viel geforscht, hier wird die KI in Zukunft sicher besser werden. Es gibt auch Techniken, um diese Fehler zu vermeiden. Auf jeden Fall zeigt das Phänomen, dass man KI nicht einfach alleine laufen lassen kann. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn Mensch und KI zusammenarbeiten. Die KI schreibt, der Mensch korrigiert.

Mit kleinen Schritten loslegen

Künstliche Intelligenz entwickelt sich täglich weiter – schneller als jeder andere Technologiebereich. Das Werkzeug, mit dem man heute ein Problem löst, kann sich morgen schon so verändert haben, dass es für den Zweck nicht mehr geeignet ist. Deshalb sollte man in dieser Phase nicht alles auf einen Anbieter setzen.

Es gibt bereits unzählige Tools, die auf den gängigen generativen KIs wie ChatGPT aufsetzen, um spezielle Aufgaben zu lösen. Sicherlich kann so manche Aufgabe im Einzelfall effizienter gelöst werden. Andererseits kann es aber auch dazu führen, dass man viele teure Dienste abonniert, die man sich sparen könnte, wenn man die ursprünglichen Technologien beherrscht. Daher ist es am besten, wenn Mitarbeiter sofort lernen, ChatGPT oder Google Bard zu benutzen und ihre Prompting-Fähigkeiten entsprechend aufbauen. Es gibt viele sichere KI-Spielplätze, auf denen Teams üben und sich auf den neuesten Stand bringen können.

Begeisterung fördern

Das Beste, was Unternehmen tun können, um KI in ihrer Organisation organisch wachsen zu lassen, ist, Menschen zu finden, die sich von Natur aus dazu hingezogen fühlen. Je mehr Menschen mit KI arbeiten und experimentieren wollen, desto besser. Sie sind es, die die Technologie für das Unternehmen nutzbar machen und die Arbeitsweisen verändern. Entscheidend ist dabei, dass dieser Entdeckergeist von der Unternehmensführung gefördert wird.

Und was die KI-Verweigerer betrifft, so sollten Organisationen (noch) nicht zu viel Zeit darauf verwenden, sie überzeugen zu wollen. Laut McKinsey wird KI eine neue Produktivitätswelle auslösen. Sobald die Skeptiker sehen, dass KI-unterstützte Kollegen schneller bessere Ergebnisse liefern und dafür belohnt werden, wird das Interesse automatisch steigen.

Viel kommunizieren

Die erfolgreiche Einführung von KI hängt auch maßgeblich von einer effektiven Kommunikation ab. Geplante Einsatzszenarien von KI müssen klar und verständlich kommuniziert werden. Mitarbeiter müssen verstehen, wie KI ihre Arbeit beeinflussen wird, um Akzeptanz und Vertrauen zu schaffen. Durch eine offene und transparente Kommunikation können mögliche Bedenken und Ängste minimiert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Transparenz über den Einführungsprozess von KI. Unternehmen sollten den Implementierungsprozess nicht als Mysterium behandeln, sondern offen darüber kommunizieren. Dies beinhaltet Details wie Schulungen, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten. Eine klare Kommunikation über den Prozess schafft Klarheit und ermöglicht den Mitarbeitern, sich aktiv einzubringen und an der Gestaltung des Wandels teilzuhaben.

Letztendlich ist es von großer Bedeutung, Missverständnisse und Ängste zu vermeiden, indem die Kommunikation über den Einsatz von KI klar und umfassend ist. Mitarbeiter sollten verstehen, warum und wie KI im Unternehmen eingesetzt wird, um unnötige Bedenken zu vermeiden. Ein gut durchdachter Kommunikationsplan ist daher der Schlüssel zur erfolgreichen Einführung von KI und zur Schaffung einer positiven Unternehmenskultur, die den Wandel unterstützt.

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Den eigenen Weg finden – und gehen

Auf dem Weg zur KI-Implementierung ist eines klar: Es geht ums Empowerment. KI ist kein Wundermittel für alles. Sie ist ein Werkzeug, das in bestimmten Bereichen brilliert. Diese Bereiche zu finden, zu zeigen, was KI kann und dann zum nächsten Schritt überzugehen, ist der Weg. Ein guter Startpunkt? Überall dort, wo Unmengen an Text durchforstet werden müssen, um kleine Informationshäppchen zu finden und zu präsentieren. KI ist ein Ass darin und erledigt die Aufgabe in Windeseile.

Auch Pleo investiert in KI und treibt die Nutzung mit eigener internen Version von ChatGPT voran. Und die Erfahrung zeigt: Finanzteams und KI? Kein Widerspruch! Sicher, es gibt Bedenken. Aber anstatt diese zu ignorieren, werden sie angegangen. Und das bringt Unternehmen auf den richtigen Weg.

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