OpenAI hat sein neues Flagschiff-KI-Modell GPT-4.5 „Orion“ vorgestellt. Darüber hinaus soll ein interaktiver KI-Agent erscheinen, den OpenAI für den Preis von 20.000 US-Dollar pro Monat im Abonnement bereitstellen will.
GPT-4.5 ist das neue Flaggschiff-Modell von OpenAI.
(Bild: T. Joos)
GPT-4.5 Orion basiert auf einem verbesserten unüberwachten Lernansatz und wurde mit dem Ziel trainiert, eine breitere Wissensbasis sowie eine optimierte Kontextverarbeitung bereitzustellen. Im Gegensatz zu Reasoning-orientierten Modellen wie OpenAI o1 oder o3-mini generiert GPT-4.5 seine Antworten direkt, ohne zuvor explizite „Denkschritte“ auszuführen. Das Modell ist damit ein Non-reasoning-Modell, das keine dedizierten „Denkschritte“ ausführt. Der Fokus von GPT-4.5 liegt auf Sprachverarbeitung, Kontextverständnis und der Fähigkeit, menschlichere Konversationen zu führen.
Ein wesentliches Merkmal von GPT-4.5 ist die verbesserte Faktentreue. In Benchmarks wie dem SimpleQA-Test zeigt das Modell eine höhere Genauigkeit als GPT-4o und o3-mini. Gleichzeitig wurde die Halluzinationsrate im Vergleich zu früheren Modellen reduziert, liegt aber mit 37,1 Prozent weiterhin auf einem relevanten Niveau. Bei mathematischen und logischen Aufgaben schneidet GPT-4.5 hingegen schlechter ab als Reasoning-Modelle, was sich in Benchmarks wie MATH 2024 zeigt.
GPT-4.5 wurde mit einer neuen Methode trainiert, die auf synthetischen Daten aus kleineren Modellen basiert. Dadurch konnte OpenAI die Skalierung des unüberwachten Lernens weiter vorantreiben. Das Modell wurde über mehrere Rechenzentren hinweg gleichzeitig trainiert, um eine effizientere Nutzung von Rechenressourcen zu ermöglichen. Zudem kamen optimierte Trainingsmechanismen zum Einsatz, die es erlauben, größere Modelle mit weniger Rechenaufwand zu trainieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die natürlichere Sprachverarbeitung. GPT-4.5 wurde darauf optimiert, feiner auf soziale Hinweise zu reagieren und emotionale Nuancen besser zu erfassen. In Tests mit menschlichen Nutzern wurde festgestellt, dass es in der Tonalität, der Zusammenarbeit und der allgemeinen Gesprächsführung als natürlicher empfunden wird als vorherige Modelle.
Einsatzmöglichkeiten und Verfügbarkeit
GPT-4.5 ist zunächst für Pro-Nutzer in ChatGPT verfügbar und wird schrittweise für Plus-, Enterprise- und Edu-Kunden freigeschaltet. Entwickler haben über die API Zugriff auf das Modell, wobei OpenAI derzeit noch prüft, ob GPT-4.5 langfristig als eigenständiges API-Modell bestehen bleibt, da es rechenintensiver und damit teurer ist als GPT-4o.
Das Modell eignet sich besonders für Anwendungen mit hohem Sprachverständnis, darunter kreative Schreibaufgaben, Marketingtexte, Kundenkommunikation und allgemeine Wissensabfragen. In der reinen Faktenvermittlung schneidet GPT-4.5 in vielen Bereichen besser ab als seine Vorgänger. Jedoch ist es für komplexe logische Problemlösungen oder tiefgehende mathematische Analysen weniger geeignet.
Vergleich mit Vorgängermodellen
Im Vergleich zu GPT-4 Turbo formuliert GPT-4.5 präzisere und strukturiertere Antworten. Während frühere Modelle dazu neigten, übermäßig viele Details bereitzustellen, bietet GPT-4.5 kompaktere und leserfreundlichere Antworten. Zudem wurde die Balance zwischen Informationsdichte und Verständlichkeit weiter optimiert.
OpenAI sieht GPT-4.5 als Grundlage für zukünftige Reasoning-Modelle, da es eine skalierbare Wissensquelle für weiterentwickelte KI-Systeme mit expliziten Denkfähigkeiten darstellen könnte. Mit GPT-4.5 verfolgt OpenAI die Weiterentwicklung unüberwachter Lernprozesse und erweitert die Einsatzmöglichkeiten sprachbasierter KI-Modelle. Während Reasoning-Modelle für komplexe logische Aufgaben optimiert sind, konzentriert sich GPT-4.5 auf die Verbesserung der Sprachverarbeitung und die Erhöhung der Faktentreue. Parallel zu GPT-4.5 legt OpenAI auch mit seinen KI-Agenten nach.
OpenAIs neue KI-Agenten: Revolution oder teure Spielerei?
OpenAI plant parallel zu GPT-4.5 und weiteren Modellen, spezialisierte KI-Agenten auf den Markt zu bringen, zu Preisen von bis zu 20.000 US-Dollar pro Monat. Laut Berichten entwickelt OpenAI mehrere KI-Agenten, die auf verschiedene Aufgaben spezialisiert sind. Diese Agenten sollen Unternehmen helfen, hochkomplexe Aufgaben zu automatisieren, die bislang menschliche Experten erforderten. OpenAI erhofft sich von diesem Modell ein stabiles Geschäft, um die immensen Kosten der KI-Entwicklung zu decken. Das Unternehmen verlor allein im vergangenen Jahr rund fünf Milliarden US-Dollar.
Kritiker betonen, dass KI trotz beeindruckender Fortschritte immer noch an Verständnis, Kontextbewusstsein und echter Problemlösungskompetenz mangelt. Der Erfolg dieser neuen Agenten wird also stark von ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit abhängen. Die hohen Preise für KI-Agenten könnten ein Versuch sein, OpenAIs Bewertung von 360 Milliarden US-Dollar zu rechtfertigen. Investoren wie SoftBank haben bereits Milliarden in das Unternehmen gesteckt. Allein SoftBank plant, drei Milliarden US-Dollar für OpenAIs Agenten auszugeben. Das könnte ein entscheidender Faktor sein, um die Finanzierung für zukünftige KI-Entwicklung zu sichern.
Stand: 08.12.2025
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Unterschied zwischen KI, AGI, KI-Bots und KI-Agenten
Eine Artificial General Intelligence (AGI) bezeichnet eine hypothetische Form der KI, die menschenähnliches Denken in verschiedensten Bereichen beherrscht und flexibel Probleme lösen kann. Aktuelle KI-Systeme, wie neuronale Netze oder Large Language Models, sind spezialisiert und gelten als schwache KI (ANI – Artificial Narrow Intelligence), während AGI als starke KI bezeichnet wird. Ein KI-Bot wie ChatGPT ist ein textbasierter Assistent, der auf Spracheingaben reagiert und vor allem der Kommunikation und Informationsvermittlung dient. KI-Agenten hingegen sind Systeme, die autonom handeln und Entscheidungen treffen können, oft mit einem definierten Ziel. Sie interagieren mit ihrer Umgebung, lernen aus Erfahrungen und führen komplexe Aufgaben aus, die über das reine Beantworten von Fragen hinausgehen, zum Beispiel die Steuerung von Robotern oder die Automatisierung von Prozessen.
Auch das „Stargate“-Projekt, eine gigantische Rechenzentrums-Initiative der USA mit Oracle, dürfte eine Rolle spielen. OpenAI benötigt enorme Rechenleistung für die nächste Generation von Modellen, und teure Unternehmenslösungen könnten helfen, diese Infrastruktur zu finanzieren. OpenAIs Strategie ist ambitioniert, aber es gibt Konkurrenz. Anthropic mit Claude 3.5 oder Google DeepMind setzen ebenfalls auf fortschrittliche KI-Modelle. Die Frage bleibt, ob OpenAIs Agenten wirklich bahnbrechend sind oder ob sie lediglich als Premium-Version bestehender KI-Dienste dienen. Sollten sich die Agenten als erfolgreich erweisen, könnten sie ein neues Zeitalter der Automatisierung einläuten. Andernfalls könnte sich OpenAI mit einem zu frühen Vorstoß in diesen Markt selbst ein Bein stellen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Unternehmen bereit sind, diese hohen Summen für KI-Unterstützung zu zahlen, oder ob OpenAI seine Preisstrategie überdenken muss.
Vergleich: GPT-4.5 versus DeepSeek R1 – und ein Ausblick auf R2
GPT-4.5 von OpenAI stellt eine Weiterentwicklung innerhalb der GPT-4-Serie dar und bietet Verbesserungen in der Sprachverständlichkeit, Konsistenz und multimodalen Verarbeitung. Mit einem Kontextfenster von 128.000 Token und optimierten Antwortstrukturen zielt das Modell vor allem auf professionelle Anwendungen in Forschung, Entwicklung und kreativen Prozessen ab. DeepSeekR1 hingegen nutzt eine „Mixture of Experts“-Architektur mit 236 Milliarden Parametern, wobei nur ein Teil der Experten gleichzeitig aktiv ist, um Rechenkosten zu reduzieren. Das Modell wurde gezielt auf die Verarbeitung von wissenschaftlichen und technischen Texten optimiert, ist jedoch in der allgemeinen Sprachverständlichkeit noch nicht auf dem Niveau von GPT-4.5.
Allerdings steht DeepSeek R2 kurz vor der Veröffentlichung und soll laut den Entwicklern eine signifikante Verbesserung in Genauigkeit, Effizienz und Skalierbarkeit bieten. Durch ein erweitertes Expertenmodell mit über 600 Milliarden Parametern und optimierter Kontextverarbeitung könnte R2 in direkten Wettbewerb mit GPT-4.5 treten, insbesondere im Hinblick auf Kosten-Nutzen-Verhältnis und Rechenleistung. Sollte DeepSeek die angekündigten Fortschritte umsetzen, könnte sich das Unternehmen als ernstzunehmender Herausforderer für OpenAI positionieren.