Laut einer aktuellen BITKOM-Studie plant fast jedes Fünfte aller größeren Industrieunternehmen in Deutschland Industrie-4.0-Anwendungen wie vernetzte Produktionsanlagen. Aktuell haben vier von zehn Unternehmen IoT-Plattformen im Einsatz, jedes Dritte will diese zukünftig nutzen. Führend ist hier die Automobilindustrie, die laut Cap Gemini Research Institute global bis 2023 ihre Investitionen in den Aufbau von Smart Factories um mehr als 60 Prozent erhöhen will.
Daten und Anwendungsfälle sind die wesentlichen Treiber der Manufacturing Reference Architecture.
(Bild: OMP Whitepaper „Introduction to the OMP Manufacturing Reference Architecture“)
Unternehmen wollen mit IIoT-Anwendungen in erster Linie Kosten senken sowie Datenanalysen für ganzheitliche Vorhersagen und Entscheidungen nutzen. Um die Herausforderungen auf dem Weg zur Smart Factory zu lösen, müssen Fertigungsunternehmen, Lösungsanbieter und Systemintegratoren zusammenarbeiten. Dieses Ziel verfolgt die weltweite Branchen-Allianz Open Manufacturing Platform (OMP), welche die Innovationsgeschwindigkeit im industriellen IoT beschleunigen will und dabei unter anderem eine Referenzarchitektur für smarte Fertigung entwickelt.
Offene Standards für heterogene Umgebungen
Fertigungsprozesse erfordern ein komplexes Zusammenspiel mehrerer, voneinander getrennter Systeme auf unterschiedlichen Ebenen. Viele Unternehmen kämpfen mit der Integration von Shopfloor-Systemen, Maschinen, Steuerungen, Sensoren sowie unterschiedlichen bestehenden IoT-Lösungen. Oft bleiben diese Projekte in einzelnen Proofs-of-Concept stecken, weil der ganzheitliche Ansatz fehlt. Holistische Plattformmodelle sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen intelligenten Fabrik, aber vielen Fertigungsunternehmen fehlt ein fundiertes Verständnis der mittel- bis langfristigen Anforderungen solcher Plattformen.
Die OMP unterstützt Fertigungsunternehmen dabei, Innovationen durch offene, branchenübergreifende Zusammenarbeit, Wissens- und Datenaustausch sowie den Zugang zu neuen Technologien zu beschleunigen. Die Allianz entwickelt herstellerunabhängige Lösungsansätze- und komponenten – basierend auf offenen Standards und Technologien – um eine intelligente Fertigung zu ermöglichen, Datensilos aufzubrechen und IIoT-Lösungen für die Zukunft aufzubauen. Als Mitglieder der OMP-Allianz bringen Microsoft und Teradata ihre langjährige Erfahrung im Umfeld von Cloud-Lösungen mit ein.
MRA: Blueprint für holistische IIoT-Plattform
Im Rahmen der OMP-Allianz entwickelt eine von Microsoft geleitete Arbeitsgruppe – der auch Teradata angehört – eine „Manufacturing Reference Architecture“ (MRA). Die MRA ist eine offene, auf Branchenstandards basierende, übergeordnete Referenzarchitektur für die Fertigung. Dieser Blueprint für eine IIoT-Architektur ermöglicht Unternehmen, ihre Shopfloor-Infrastruktur und -Systeme aufeinander abzustimmen und industrielle Lösungen schneller zu integrieren. Dabei steht der Funktionsumfang im Fokus, nicht die Herstellerspezifikationen. Die MRA bietet Hilfestellung bei Interoperabilität und Flexibilität, d.h. Kapazitäten in der Fertigung lassen sich dank adaptiver Produktionsbausteine flexibel ausnutzen. Das Modell ist zudem für unterschiedliche Branchenumgebungen skalierbar. Die Architektur bildet die Anforderungen verschiedener Anwendungsfälle in der Fertigung ab. Gleichzeitig stärkt die MRA die Innovationsfähigkeit der Unternehmen, da sie den Einsatz moderner Technologien und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglicht.
Dies sind die größten Hürden auf dem Weg zur Smart Factory:
Pilotprojekte skalieren: In der Fertigungsbranche gibt es einen ständigen Strom an Innovationen. Beispiele sind hier die vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) oder industrielle Computer-Vision-Systeme, die in Werken in der Qualitätsprüfung zum Einsatz kommen. Informationen aus optischen Daten werden dabei extrahiert und mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Es könnte der Eindruck entstehen, dass solche Technologien zum Standard in der Produktion gehören. Tatsächlich aber stecken sie meist noch in der Pilotphase. Lokale Pilotprojekte zu skalieren, erfordert eine systematische Vorgehensweise. So gibt es z. B. nach einer erfolgreichen Implementierung eines spezifischen Computer-Vision-Projekts mehrere Optionen für die Skalierung: Den Einsatz von Computer Vision für ähnliche Anwendungsfälle im selben Werk oder die Replizierung des gleichen Anwendungsfalles in möglichst vielen Werken. Der jeweils zu erwartende Aufwand für diese Projekte erfordert eine klare Priorisierung im Vorfeld.
Transformation mit schnellem ROI: Große Budgets für die digitale Transformation in der Fertigung gehören der Vergangenheit an. Der aktuelle Kostendruck zwingt Fertigungsunternehmen, die Investitionsrentabilität von Digitalisierungsprojekten in den Fokus zu stellen. Hier spielt die Datenanalyse eine zentrale Rolle. Einfach Daten in einem Data Lake zu sammeln und später zu entscheiden, wie sich aus den Daten ein Mehrwert schöpfen lässt, ist kein gültiger Ansatz mehr. Es ist entscheidend, dass Unternehmen aus den aggregierten Daten in Echtzeit Erkenntnisse gewinnen, diese in Informationen umwandeln, die entsprechende Semantik hinzufügen und die Ergebnisse der Datenanalyse sofort für die verschiedenen Anwendungsfälle nutzen. Eine große Herausforderung liegt darin, umfangreiche Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen – auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Zudem muss sichergestellt werden, dass Daten aus alten und modernen Systemen interoperabel sind.
Gemeinsam auf dem Weg zur Smart Factory
Die Fertigung stützt sich auf ein komplexes Ökosystem aus verschiedenen Parteien innerhalb eines Unternehmens sowie auf externe Partner, Lieferanten und Kunden, deren digitale Touchpoints in die Produktion integriert werden müssen. Eine moderne Fertigungsarchitektur sollte daher in der Lage sein, all diese unterschiedlichen Datenströme zu integrieren und die Bereitstellung und das Management der gesamten Cloud- und Edge-Fertigungsumgebung zu vereinfachen. Nur eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren in diesem heterogenen Ökosystem wird es möglich machen, einen Mehrwert aus industriellen Daten zu schöpfen. Wenn dies auf der Grundlage offener Standards geschieht, profitieren alle Beteiligten davon, weil es das Ökosystem weiterwachsen lässt. Die Arbeitsergebnisse der OMP-Arbeitsgruppen stehen auf GitHub als Open Source zur Verfügung. Interessierte Unternehmen sind eingeladen sich jederzeit in der OMP zu beteiligen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
* Monica Mcdonnell ist Automotive Industry Consultant bei Teradata und Soufiane Ameziane Client Partner Automotive bei Teradata. Martina Pickhardt ist Chair of the OMP Working Group „Manufacturing Reference Architecture” sowie Principal Program Manager, IIoT, bei Microsoft.