Cisco-Studie zur KI-Readiness 2025 Nur jedes achte deutsche Unternehmen ist für KI gerüstet

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Laut dem aktuellen AI Readiness Index von Cisco haben sich deutsche Unternehmen bei der Vorbereitung auf Künstliche Intelligenz (KI) zwar verbessert, bleiben aber weit hinter dem globalen Spitzenfeld zurück. Während Vorreiter ihre Pilotprojekte bereits produktiv nutzen und messbare Gewinne erzielen, fehlen hierzulande oft noch Strategie, Infrastruktur und Priorisierung.

„Die KI-Revolution nimmt in Deutschland Fahrt auf – aber es ist noch immer sehr viel zu tun“, sagt Uwe Peter, Geschäftsführer von Cisco in Deutschland(Bild:  Cisco | Pavel Becker)
„Die KI-Revolution nimmt in Deutschland Fahrt auf – aber es ist noch immer sehr viel zu tun“, sagt Uwe Peter, Geschäftsführer von Cisco in Deutschland
(Bild: Cisco | Pavel Becker)

Die dritte Auflage des AI Readiness Index von Cisco zeigt: Deutschland holt bei der Vorbereitung auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf, doch der Weg zur flächendeckenden Nutzung bleibt weit. Laut der Befragung von über 8.000 Führungskräften weltweit – darunter 300 Entscheider aus Deutschland – zählen hierzulande inzwischen zwölf Prozent der Unternehmen zu den sogenannten „Vorreitern“. Sie gelten als optimal auf KI vorbereitet und liegen damit europaweit hinter Großbritannien (16 Prozent) auf Platz 2.

Noch 2024 lag der Anteil der Top-Performer bei lediglich sechs Prozent. Auch der Anteil der Unternehmen in der zweitbesten Kategorie („Verfolger“) stagniert mit 28 Prozent. Insgesamt sind damit 40 Prozent der deutschen Unternehmen gut oder sehr gut auf KI-Anforderungen eingestellt – ein deutlicher Fortschritt, der aber weiterhin eine Mehrheit unvorbereiteter Betriebe gegenübersteht.

Stärken bei Infrastruktur, Schwächen bei Daten

Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Infrastruktur: Hier stieg der Anteil gut oder sehr gut vorbereiteter Unternehmen von 34 Prozent (2024) auf 47 Prozent und übertrifft damit den europäischen Durchschnitt von 41 Prozent. In anderen Kategorien wie Governance oder Talent ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

Schwächer fällt das Bild beim Thema Daten aus – hier schaffen es nur 32 Prozent der Unternehmen in die oberen Bewertungsstufen.

„Die KI-Revolution nimmt in Deutschland Fahrt auf – aber es ist noch immer sehr viel zu tun“, fasst Uwe Peter, Geschäftsführer von Cisco in Deutschland, die Ergebnisse zusammen. „Es ist gut, dass wir in der Spitze breiter werden. Aber das fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen immer noch nicht auf die KI-Anforderungen eingestellt sind, ist alarmierend. KI kann deutschen Unternehmen helfen, ihre Expertise in den digitalen Raum zu überführen. Wenn wir das nicht schaffen, verliert Deutschland den Anschluss.“

KI-Agenten im Kommen – erste Einsatzfelder etabliert

Trotz bestehender Defizite zeigt die Studie auch eine hohe Dynamik beim Einsatz generativer KI. Bereits 76 Prozent der deutschen Unternehmen planen den Einsatz von KI-Agenten, und 41 Prozent erwarten, dass diese innerhalb eines Jahres mit Mitarbeitern zusammenarbeiten werden.

Aktuell dominieren Anwendungen im Bereich Software-Engineering (41 Prozent), gefolgt von Produktivitäts-Agenten (33 Prozent) und Kundendienst-Anwendungen (30 Prozent). Auch im Bereich Cybersicherheit sind bereits 29 Prozent der Unternehmen mit KI-Agenten aktiv.

Parallel dazu berichten 58 Prozent der befragten Firmen, dass KI-basierte Lösungen ihre Umsatzerwartungen erfüllen oder übertreffen. 56 Prozent sehen auch eine positive Wirkung auf die Profitabilität, und 63 Prozent verzeichnen Prozessverbesserungen.

Was deutsche Unternehmen von den Vorreitern lernen können

Ein Blick auf die globalen Top-Performer zeigt, wo deutscher Nachholbedarf liegt:

  • Strategische Verankerung: Nahezu alle Vorreiter verfügen über eine definierte KI-Roadmap. In Deutschland trifft das nur auf 62 Prozent zu.
  • Skalierbare Infrastruktur: 71 Prozent der Vorreiter können ihre Netzwerke flexibel an neue KI-Projekte anpassen, in Deutschland gelingt das nur 12 Prozent.
  • Umsetzungskompetenz: Pilotprojekte gehen weltweit viermal häufiger in die Produktion. In Deutschland setzen nur 10 Prozent bereits produktive Anwendungen um.
  • Messbarkeit: 95 Prozent der Vorreiter verfolgen den ROI ihrer KI-Investitionen, hierzulande sind es lediglich 31 Prozent.

„KI ist nicht das Problem, sondern die fehlende Bereitschaft dafür“, so Jeetu Patel, President und Chief Product Officer von Cisco. „Die KI-Vorreiter aus unserer Studie beweisen das. Sie bringen Pilotprojekte viermal häufiger in die Produktion und erzielen 50 Prozent häufiger messbaren Mehrwerte. Da mehr als 80 Prozent der Unternehmen kurz vor der Einführung von KI-Agenten stehen, bestätigen diese neuen Erkenntnisse: Ohne Bereitschaft, Struktur und Handeln gibt es keinen Mehrwert.“

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