Bitkom-Umfrage Nur jeder Fünfte erhält KI-Training am Arbeitsplatz

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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In deutschen Unternehmen nehmen KI-Schulungen langsam Fahrt auf. Laut Bitkom hat bisher nur ein Fünftel der Beschäftigten am Arbeitsplatz Weiterbildung zur Künstlichen Intelligenz erhalten. Die Nachfrage nach Trainings liegt deutlich höher, Unsicherheiten bleiben groß.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont, Weiterbildung zu KI sei „eine Grundvoraussetzung für einen produktiven und verantwortungsvollen KI-Einsatz“.(Bild:  Hasselblad H5D)
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont, Weiterbildung zu KI sei „eine Grundvoraussetzung für einen produktiven und verantwortungsvollen KI-Einsatz“.
(Bild: Hasselblad H5D)

Bitkom hat in einer Umfrage* erhoben, dass nur rund 20 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland am Arbeitsplatz eine Schulung zu Künstlicher Intelligenz (KI) absolviert haben. 70 Prozent der Befragten berichten hingegen, bislang keine Weiterbildung zur Nutzung von KI erhalten zu haben. Trotz dieser Lücke sei das Interesse hoch: Sechs von zehn Arbeitnehmern möchten sich laut Bitkom gern zu KI weiterbilden.

Unternehmen bieten zu wenig an

Die Zahlen spiegeln sich auch auf Unternehmensseite wider. Nur 21 Prozent der Unternehmen bieten allen Beschäftigten Weiterbildungen zu generativer KI an. Weitere 28 Prozent schulen nach eigenen Angaben lediglich ausgewählte Mitarbeiter. Bitkom weist darauf hin, dass vor allem breit angelegte Qualifizierungsmaßnahmen fehlen – dies könnte eine gezielte Nutzung von KI und Produktivitätssteigerungen erschweren.

„KI macht viele Tätigkeiten im Beruf einfacher und effizienter – und die Nutzung kann zudem noch Spaß machen. Wichtig ist, dass man die Tools richtig bedienen kann und auch über die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie sowie über Datenschutz und Datensicherheit Bescheid weiß“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Laut europäischer KI-Verordnung müssen alle Unternehmen, die KI einsetzen, sicherstellen, dass die beteiligten Personen über ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ verfügen. Dazu gehören neben den eigenen Beschäftigten unter anderem auch Freelancer, Zeitarbeiter oder Dienstleister. Diese Vorgabe gilt seit Februar 2025, die konkrete Umsetzung in der Praxis wirft allerdings noch viele Fragen auf. Wintergerst: „Auch Unternehmen, die aktuell noch keine KI einsetzen, sollten überlegen, für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechende Fortbildungen anzubieten, denn viele nutzen zum Beispiel private KI-Apps auch für berufliche Zwecke.“

Unsicherheit und Wunsch nach Orientierung

Nicht nur die Fortbildungssituation bleibt angespannt. 14 Prozent der Befragten befürchten, ihr Arbeitsplatz könne durch KI-Technologie ersetzt werden. Ein Drittel spricht sich explizit gegen eine durch KI gesteuerte Führungskraft aus. Laut Bitkom blicken viele Beschäftigte skeptisch auf den Wandel und wünschen sich klare Leitplanken, um KI sicher im Arbeitsalltag einzusetzen.

* Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt, darunter 513 Erwerbstätige. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 11 bis KW 15 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.

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