Physik-KI für Crashsimulationen und Aerodynamik Mistral AI eröffnet Standort in München

Von Berk Kutsal 1 min Lesedauer

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Der französische KI-Anbieter will in Bayern Simulationsmodelle für die Industrie entwickeln. Dort sollen Teams an KI für physikalische Simulationen und industrielle Anwendungen arbeiten.

Neuer Anker für Physics AI in Europa: Mistral bündelt in München Forschung und Kundenprojekte.(Bild:  Mistral)
Neuer Anker für Physics AI in Europa: Mistral bündelt in München Forschung und Kundenprojekte.
(Bild: Mistral)

Mistral AI hat einen neuen Standort in München eröffnet. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen dort Forschungsteams für Physics AI und Industrial AI arbeiten, dazu Applied Engineers, die Unternehmenskunden direkt betreuen.

Simulationen sollen schneller werden

Unter Physics AI versteht Mistral KI-Systeme, die physikalische Zusammenhänge wie Strömungsdynamik, Materialverformung, thermisches Verhalten und mechanische Belastung abbilden. Klassische Simulationen dieser Art benötigen laut Mistral teils Tage pro Durchlauf. Die Expertise stammt von Emmi AI, das Mistral im Mai 2026 übernommen hat. Seitdem gehören mehr als 30 Physiker, Forscher und Ingenieure zum Unternehmen. Emmi AI hat sich auf die KI-Modellierung von Strömungssimulation (CFD), Strukturmechanik und Multiphysik spezialisiert.

In München arbeite Mistral mit BMW an Crashsimulationen und Engineering-KI sowie mit Siemens Energy an industriellen KI-Anwendungen.

Mit der Technischen Universität München (TUM) besteht zudem eine Forschungspartnerschaft. Gemeinsam mit Prof. Dr. Nikolaus A. Adams will Mistral die Windkanäle der Hochschule nutzen, um digitale Zwillinge für die Aerodynamik von Fahrzeugen zu entwickeln. Sensordaten aus Experimenten sollen dabei mit Offline-Simulationen der numerischen Strömungsmechanik (CFD) verknüpft werden, um präzise Aerodynamikvorhersagen in Echtzeit zu erhalten.

Warum München

Die Standortwahl begründet Mistral mit Bayerns Erfahrung im Aufbau neuer Technologien, mit Forschungseinrichtungen, industriellen Wurzeln und einem dichten Technologie-Ökosystem.

Florian Herrmann, Chef der Bayerischen Staatskanzlei, nannte die Entscheidung ein starkes Signal für Bayern als Hightech-Standort. Technologische Souveränität sei zugleich politische Souveränität, weshalb Europa starke KI-Champions brauche.

Zur Positionierung verweist Mistral auf seine Open-Weight-Modelle. Kunden könnten sie auf der eigenen Infrastruktur betreiben und mit eigenen Daten trainieren, ohne dass Daten das Unternehmen verlassen. Bis 2030 will Mistral zudem eine Rechenkapazität von einem Gigawatt in Europa aufbauen.

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