Kommentar von John Premkumar, Infosys Marketing – Künstliche Intelligenz schafft Werte für Unternehmen und Marken

Von John Premkumar 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie Marken Marketingaktivitäten planen und realisieren. Angefangen beim kreativen Prozess, der sich demokratisieren lässt und den Verbrauchern so die Möglichkeit gibt, ihre eigenen personalisierten Werbematerialien zu erstellen.

Der Autor: John Premkumar ist Vice President & Service Offering Head for Digital Experience Business bei Infosys(Bild:  Infosys)
Der Autor: John Premkumar ist Vice President & Service Offering Head for Digital Experience Business bei Infosys
(Bild: Infosys)

Ein Beispiel: Bei den diesjährigen French Open waren die Fans in der Lage, eine Erinnerung an Rafael Nadal auszuwählen und über eine einfache generative KI-Schnittstelle einen individuellen Text einzugeben. In Sekundenschnelle hatten sie so ein persönliches Poster. Von diesen Spielereien abgesehen, kann die Technologie einen immensen Nutzen für Vertrieb und Marketing bringen. Laut McKinsey ist KI einer von vier Bereichen, die zusammen 75 Prozent der jährlichen von Generativer KI erwarteten Wertschöpfung in Höhe von 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar einbringen. Im Großen und Ganzen bedeutet dieser Wert eine höhere Marketingeffizienz, ein effektiveres Engagement und ein beschleunigtes Unternehmenswachstum.

Höhere Marketing-Effizienz

KI kann auf Seiten der Unternehmen Kosten, Zeit und Aufwand reduzieren. Wie dies funktioniert? KI automatisiert eine Vielzahl mühsamer und repetitiver Aufgaben – vom Mediaeinkauf bis zur Erstellung von Inhalten. Analysten von Gartner prognostizieren deshalb, dass bis 2025 ca. 30 Prozent der von Konzernen verschickten Marketingbotschaften von KI generiert werden.

KI-Tools lassen sich auch darauf trainieren, Werbematerialien in Übereinstimmung mit den Markenrichtlinien zu erstellen. Dazu gehören auch Farbe, Schriftart und Tonfall. Der Einsatz von KI für die Konzeption und Erstellung von Inhalten kann fünf bis zehn Prozent der Marketing-Bandbreite freisetzen. KI steigert außerdem die Effizienz: Sie analysiert eine Reihe unterschiedlicher Leistungsdaten und löst in Echtzeit eine angemessene Reaktion aus. Die Ergebnisse der KI – Inhalte und kreative Ideen, datengestützte Empfehlungen und Leistungserkenntnisse – optimieren Marketingkampagnen entsprechend. Damit sind Unternehmen in der Lage, Kosteneinsparungen im zweistelligen Bereich erzielen.

Effektives Engagement

Marketingfachleute sehen schon seit Jahren einen Trend zur Hyper-Personalisierung. Aber erst jetzt, mit den Fortschritten bei KI und insbesondere Generativer KI (GenAI), lässt sich dies in die Praxis umsetzen. Die neuesten Lösungen verstehen Kundenpräferenzen und

-verhalten. Sie sind darüber hinaus in der Lage, ihren Kunden relevante Empfehlungen auszusprechen, um personalisierte, einprägsame Erlebnisse zu entwickeln, die auf allen Kanälen effektiver sind. Kunden, die beispielsweise die KI-verstärkte Marketing-Suite von Infosys einsetzen, erhöhen die Zahl der Wiederkäufer um bis zu 50 Prozent.

KI zeigt in Echtzeit, wie effektiv Werbeaktionen sind. Marken-Inhaber sind so in der Lage, fundierte und zeitnahe Entscheidungen zu treffen. Außerdem liefert sie detaillierte Informationen – zum Beispiel darüber, welche Aktivitäten bei einer bestimmten Kampagne erfolgreich waren und welche nicht. So lassen sich Marketingstrategien in Zukunft noch effektiver realisieren. Weitere Anwendungsszenarien, bei denen KI für besserer Ergebnisse sorgt, sind Ad-Targeting, optimierte E-Mail-Versandzeiten sowie die Berechnung der Konversionswahrscheinlichkeit.

Beschleunigtes Unternehmenswachstum

Die von KI zur Verfügung gestellten Kundeneinblicke können Vertriebsteams nutzen, um die richtigen Leads sowie Cross- und Upselling-Möglichkeiten zu identifizieren – und so den Umsatz pro Kunde zu steigern. Weitere analytische Einblicke sind die Basis für eine verbesserte Konvertierung von Kanälen und Nachfrageerfassung sowie höhere Wiederkaufraten. KI unterstützt auch dabei, Preisstrategien für eine Markteinführung festzulegen. Um das Unternehmenswachstum schneller zu steigern, bietet KI die Möglichkeit, Kundenbindungsprogramme zu entwickeln.

Gleichzeitig sind Vertriebsmitarbeiter in der Lage, den Weg zu weiteren Umsätzen zu beschleunigen die ihnen neue Chancen eröffnen – zum Beispiel, indem sie Hinweise aus Kundengesprächen aufgreifen und passende Produkte vorschlagen, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Bislang war das nur durch monatelange, persönliche Marktbeobachtung möglich.

Ein Beispiel: Ein Zahlungsabwicklungsunternehmen und eine Reihe von E-Commerce-Plattformen integrierten einen Chatbot und einen virtuellen Assistenten in ihre Lösungen und konnten so ihren Online-Käufern kuratierte Produktempfehlungen und gezielte Beratung anbieten.

KI ist Daten

Bislang haben Markeninhaber das Potenzial von KI kaum ausgeschöpft. Unternehmen, die das richtig machen – und zwar durchgehend – erhalten enorme Vorteile. Aber auch das Gegenteil ist der Fall: Eine unbedachte Implementierung, insbesondere von KI, kann zu Chaos führen und katastrophal für Firmen sein. Die erste Voraussetzung für den Erfolg ist eine solide (strukturierte und unstrukturierte) Datenbasis, denn die Ergebnisse eines Algorithmus‘ sind natürlich nur so gut wie die Daten, auf denen die KI trainiert wurde. Dabei kommt es auf zwei Dinge an: Die Daten müssen sauber, genau und unvoreingenommen sein. Darüber hinaus sollten sie auch für die KI-Integration bereit sein.

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Hier sind einige Möglichkeiten, wie Vermarkter ihre Daten absolut KI-fähig machen können:

  • Kontext-Ebenen hinzufügen: Saubere Daten werden zu guten algorithmischen Ergebnissen führen, aber bessere Ergebnisse ergeben sich, wenn es einen Kontext gibt. Nehmen wir zum Beispiel die Erstellung von Werbemitteln mit KI: Zusätzliche Informationen zu den Markenrichtlinien, zum Beispiel Inhaltsattribute, die von verschiedenen Rollen und Personas gesucht werden, reduzieren die Anzahl von Iterationen. Dazu gehören Attribute wie „einfach und unkompliziert“ oder „originell und aufmerksamkeitsstark“. So lassen sich die Inhalte erstellen, nach denen Anwender suchen.
  • Abbau von Silos: Weniger ist mehr, wenn es um die Bereitstellung von KI-Lösungen geht. Arbeiten mehrere unterschiedliche Lösungen isoliert mit unabhängigen Datensätzen, könnte jedes Tool unterschiedliche Daten desselben Kunden verwenden. Das Ergebnis sind inkohärente, widersprüchliche Ergebnissen. Eine „Single Source of Truth“-Datenstruktur und eine einheitliche KI-Lösungssuite sind für eine erfolgreiche KI-Integration unerlässlich.
  • Verantwortungsvolle Nutzung: Marketing-Verantwortliche müssen Daten und KI verantwortungsvoll nutzen, um sowohl die eigenen Interessen als auch die ihrer Kunden zu schützen. Dabei ist es enorm wichtig, dass der Datenschutz sowie die Sicherheit und die Vertraulichkeit der Daten gewährleistet sind. Der Einsatz von KI muss auf ethischen Grundsätzen basieren und von KI generierten Inhalten klar angegeben sein. Unternehmen dürfen Kundendaten außerdem nur mit deren Zustimmung zu Trainingszwecken verwenden. Die Trainingsdaten müssen darüber hinaus frei von Verzerrungen sein. Das Ziel sind transparente, erklärbare Modelle erstellt werden.

KI ist in der Lage, maßgeblich zu positiven Marketingergebnissen beizutragen. Dazu gehört höhere Effizienz, Engagement und Wachstum. Um das Potenzial auszuschöpfen, müssen Vermarkter Künstliche Intelligenz jedoch überlegt und verantwortungsbewusst einsetzen.

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