Gutachten des BVDW und IW Köln KI-Monitor zeigt Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum zweiten Mal seinen KI-Monitor veröffentlicht. Das jährliche Gutachten untersucht den Fortschritt von KI in Wirtschaft und Gesellschaft.

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BVDW-Präsident Mattias Wahl
BVDW-Präsident Mattias Wahl
(Bild: BVDW)

Im aktuellen Jahr 2021 steht der KI-Index bei 123 Punkten. Dies entspricht im Vergleich zum Basisjahr 2019 einer Verbesserung um mehr als 23 Prozent, gegenüber 2020 sind es 15 Prozent. „Der KI-Monitor zeigt erfreulicherweise einen positiven Trend beim Fortschritt von Künstlicher Intelligenz“, freut sich BVDW-Präsident Mattias Wahl.

Der größte Treiber von KI in Deutschland ist nach wie vor die Wirtschaft: Mit 17,33 Indexpunkten ist ihr Beitrag sogar größer als die Gesamtentwicklung. Für die Betrachtung der Wirtschaft nutzte die Studie fünf Indikatoren, die sich allesamt positiv entwickelten: Es gab mehr Patentanmeldungen, der KI-Einsatz in Unternehmen hat sich fast verdoppelt, KI wird in Geschäftsberichten um 80 Prozent häufiger als bislang erwähnt und die Nachfrage nach KI-Fachkräften wuchs stark an. Zudem verzeichnet die Studie einen positiven Trend bei der Einschätzung der Bedeutung von KI.

Leichte Durchhänger zeigen Handlungsbedarf

Die beiden anderen untersuchten Kategorien der Rahmenbedingungen (minus 0,32 Prozentpunkte) und Gesellschaft ( minus 0,74 Prozentpunkte) haben sich dagegen leicht negativ entwickelt. Bei den Rahmenbedingungen zeigte sich etwa, dass weniger wissenschaftliche Publikationen zum Thema KI veröffentlicht wurden. Zudem wurde das Thema seltener im Bundestag angesprochen. In der Kategorie Gesellschaft hat dagegen der Indikator „Suchinteresse an KI auf Google“ deutlich nachgelassen – und das, obwohl sich die Bekanntheit von Künstlicher Intelligenz in der Bevölkerung insgesamt verbessert hat.

Der BVDW gibt daher Handlungsempfehlungen: So müsse unter anderem für mehr KI-Wissen bei Mitarbeitern, Fachkräften und Bürgern gesorgt werden. „Zudem ist eine technologieneutrale und anwendungsbezogene Regulierung für eine vertrauensvolle, transparente Künstliche Intelligenz notwendig“, so Wahl. Für den deutschen Wirtschaftsstandort müsse auch der Faktor „Data Economy“ gefördert werden. Dies könnte etwa durch den Abbau von Hemmnissen bei der Datennutzung und dem Aufbau anonymisierter Data-Sharing-Plattformen gelingen.

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