Fehlender strategischer Fokus, mangelhafte Budgetallokation KI-Investitionen drohen in Unternehmen zu versickern

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Die Managementberatung Horváth warnt davor, dass KI-Investitionen in Unternehmen aufgrund fehlender Voraussetzungen zu versickern drohen. Den Experten zufolge torpedieren vor allem ein fehlender strategischer Fokus und mangelhafte Budgetallokation die KI-Transformation.

KI-Investitionen steigen unaufhörlich - ziehen aber nicht immer den gewünschten Erfolg nach sie, wie die Managementberatung Horváth warnt.(Bild:  Mohammed Hassan /  Pixabay)
KI-Investitionen steigen unaufhörlich - ziehen aber nicht immer den gewünschten Erfolg nach sie, wie die Managementberatung Horváth warnt.
(Bild: Mohammed Hassan / Pixabay)

Die Erwartungen an KI sind hoch: Die Führungsetagen großer Unternehmen gehen etwa von Effizienzsteigerungen, Ausweitung des Geschäfts oder Ergebnisverbesserungen aus. Dementsprechend wurden die Budgets für KI-Projekte in diesem Jahr im Schnitt um 30 Prozent erhöht. Allerdings hat sich die Anzahl der geplanten Projekte und Maßnahmen zeitgleich nahezu verdoppelt.

Dieses Ungleichgewicht macht sich laut einer Studie der Managementberatung Horváth bemerkbar. Zudem drohen die für die KI-Transformation gedachten Investitionen in vielen Unternehmen aufgrund fehlender Voraussetzungen zu versickern. Für die Studie befragte Horváth branchenübergreifend über 150 Führungskräfte aus Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitern und mehr als 200 Millionen Euro Jahresumsatz.

KI-Fortschritt wird überschätzt

Ein großer Teil (85 Prozent) der Führungskräfte auf C-Level bescheinigen sich überdurchschnittlich gute Kenntnisse bezüglich der Funktionsweise und Potenziale generativer KI. Zwölf Prozent stufen ihre Kenntnisse auf Grundlagenniveau ein, drei Prozent als rudimentär oder noch geringer. „Die Mehrheit der CxOs ist sich der Bedeutung von GenAI für ihr Unternehmen und ihre Branche absolut im Klaren“, stellt Studienleiter Rainer Zierhofer fest. Sie seien demnach funktionsübergreifend sehr gut informiert über wirtschaftliche Potenziale und würden aktiv die Weichen stellen, um GenAI top-down voranzutreiben. Allerdings gebe es ein Problem: „Der aktuelle Stand der KI-Implementierung im eigenen Unternehmen wird überschätzt – Aufwände und Herausforderungen im Operativen dagegen unterschätzt“, so Zierhofer.

Gut ein Viertel der Befragten ordnet ihr Unternehmen auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene als Organisation mit „sehr hohem“ KI-Reifegrad ein. Gut die Hälfte (51 Prozent) attestiert sich einen „hohen“, weitere 14 Prozent einen „eher hohen“ Reifegrad. Bereichsleiter und Fachebenen sehen das deutlich anders: Hier bescheinigen nur 15 beziehungsweise 11 Prozent der Führungskräfte ihrem Unternehmen den höchsten Reifegrad. „Die Messlatte ist vielfach zu weit unten angesetzt. Selbst die rundum erfolgreiche Einführung eines firmeneigenen ChatGPT ist erst der Anfang der KI-Transformation“, erklärt Zierhofer.

Strategischer Fokus fehlt

Den Unternehmen droht aber schon deutlich zuvor die Puste auszugehen, wie die Studie zeigt. Demnach sieht sich die Fachebene mit immensen Herausforderungen konfrontiert, darunter etwa Datenqualität, Umgang mit Datenschutzvorgaben oder dem Problem fehlender GenAI-Expertise im Team. Das C-Level sieht diese Probleme deutlich seltener. Zudem moniert die operative Ebene, dass die strategische Positionierung bezüglich der Nutzung von KI-Technologien gar nicht so klar ist, wie es „von oben“ den Anschein macht. Ein Viertel der Vorstände und Geschäftsführer räumt hier ein, dass ein geeigneter strategischer Ansatz der Knackpunkt für eine KI-Transformation ist.

„Der fehlende strategische Fokus wird sich rächen“, meint Zierhofer. In vielen Unternehmen könnten sich die erwarteten Benefits nicht im gewünschten Maß einstellen, weil das KI-Budget wie mit der Gießkanne über alle Unternehmensbereiche sowie übergreifenden Projekte und Aktivitäten verteilt werde. „Für 2024 sollten sich die Firmen daher besser auf zwei bis drei Unternehmensbereiche und maximal drei bis vier Use Cases konzentrieren, je nach Größe“, rät der Experte.

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