Kommentar von Nat (Rajesh) Natarajan, G-P KI in der Arbeitswelt – zwischen Fachkräftemangel und globalem Wachstum

Von Nat (Rajesh) Natarajan 4 min Lesedauer

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird in Unternehmen aller Größen immer präsenter – ob in Start-ups, KMUs oder Großkonzernen. Doch obwohl Führungskräfte große Hoffnung in die Technologie setzen, experimentieren viele Firmen mit KI-Lösungen, ohne eine klare Strategie zu verfolgen. Der Schlüssel zur Maximierung des KI-Potenzials liegt in qualifiziertem Personal. Doch wie kommen Unternehmen angesichts des akuten Fachkräftemangels in diesem Punkt weiter?

Der Autor: Nat (Rajesh) Natarajan ist Chief Product and Strategy Officer bei G-P(Bild:  G-P)
Der Autor: Nat (Rajesh) Natarajan ist Chief Product and Strategy Officer bei G-P
(Bild: G-P)

Der deutsche Arbeitsmarkt kämpft derzeit vor allem mit zwei Herausforderungen: Die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse geht vielen Entscheiderinnen und Entscheidern zu schnell, während sie gleichzeitig händeringend Fachkräfte suchen. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in deutschen Unternehmen ist alarmierend. Laut einer Studie des IW Köln konnten 2023 etwa 573.000 offene Stellen nicht besetzt werden. Das belastet nicht nur Schlüsselbranchen wie Pflege, Handwerk und Bildung, sondern auch Deutschlands Wirtschaftswachstum als Ganzes. 2024 gehen der Wirtschaft in der Folge fast 50 Milliarden Euro verloren. In neuen Technologien, besonders KI, sehen viele Betriebe eine Chance, die Probleme des Personalmangels abzufedern.

Strategische Investitionen: Der Wille ist da

Unternehmen auf der ganzen Welt fangen gerade erst an, das volle Potenzial von KI zu erschließen. Viele Menschen – auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmerseite – denken bei dem Begriff „KI“ lediglich an ChatGPT. Dabei bildet der Chatbot nur die Spitze des KI-Eisbergs. Diese Form der KI, die generative KI (GenAI), ist für jeden Menschen leicht zugänglich und anwendbar, doch die Möglichkeiten der Technologie gehen weit über solche Grundlagen hinaus. So wird KI bereits für komplexere Anwendungsfälle eingesetzt, z. B. bei der Bestimmung präziser medizinischer Diagnosen oder zum Schutz kritischer Daten bei der Cyberabwehr.

Unternehmen auf der ganzen Welt nutzen die Technologie, um Aufgaben zu vereinfachen und Mitarbeitern in verschiedenen Geschäftsbereichen zu ermöglichen, effizienter zu arbeiten. Tatsächlich haben 80 Prozent der Unternehmen bereits KI-Programme implementiert, 84 Prozent planen weitere Investitionen in diese Technologie. Das zeigt die neue Studie „AI at Work: Unlocking Global Opportunities“ von G-P. Sie analysiert die Rolle von KI in der Komplexität der globalen Wirtschaft sowie ihren Einfluss auf Wachstum, Innovation und die Zukunft der Arbeit. Dafür wurden 1.500 Führungskräfte in Großbritannien, den USA und Australien befragt.

Als wichtigste Ziele für den Einsatz von KI nannten die Befragten die Steigerung von Effizienz und Produktivität. Dabei stehen die Optimierung von Arbeitsprozessen, die Reduktion von Fehlerquoten und langfristige Expansion klar im Vordergrund. KI bietet jedoch weit mehr als nur Effizienzsteigerungen – sie ermöglicht auch Produktinnovationen und Wachstum. Für Unternehmen klingt das auf den ersten Blick vielversprechend. Zugleich sind sie jedoch Herausforderungen und Bedenken konfrontiert – worunter im schlimmsten Fall ihre Wettbewerbsfähigkeit leidet.

KI-Einbindung oft mit Zweifeln

Trotz der offensichtlichen Vorteile, die KI bringt, begegnen ihr Entscheiderinnen und Entscheider mit Besorgnis – vor allem mit Blick auf die Konsequenzen einer falschen Anwendung. Die überwiegende Mehrheit (97 %) äußert Bedenken hinsichtlich ihrer eigenen KI-Initiativen und -Ziele. Zwei Drittel befürchten sogar finanzielle Verluste durch eine falsche Anwendung. Zu den weiteren Bedenken gehören mögliche Störungen der Geschäftsprozesse, juristische Folgen bei der Nichteinhaltung rechtlicher Vorschriften oder der Verlust sensibler Daten.

62 Prozent der Befragten sorgen sich, dass KI-Lösungen voreilig implementiert werden, ohne dass die erforderlichen Ressourcen und Strategien vollständig etabliert sind. Auch glauben lediglich zwei Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen personell gut genug aufgestellt ist, um KI-Technologien effektiv zu implementieren und zu verwalten.

Eine Lösung wäre, qualifiziertes Personal einzustellen, das bei der Einführung von KI-Anwendungen unterstützt. Trotzdem ist jeder zweite Befragte der Meinung, seine Firma könne diese Herausforderung ohne externe Spezialistinnen und Spezialisten meistern – eine Fehleinschätzung. Ähnlich zögerlich zeigen sie sich bei der Investition in ihre Belegschaft: 60 Prozent berichten, dass ihr Unternehmen mehr in die Einführung und Entwicklung von KI investiert als in die Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern. Warum nicht beides kombinieren?

Fachkräftemangel: Die Zukunft der KI ist global

Um die Technologie vollumfänglich zu nutzen, brauchen Unternehmen Teams mit Experten verschiedener Disziplinen. Darüber hinaus müssen sie ihren Beschäftigten Weiterbildungsmöglichkeiten geben, um ihr Wissen aktuell zu halten.

Um den Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken, lohnt es sich, einen Blick ins Ausland zu werfen. Weltweit gibt es Fachkräfte, die an Karrieremöglichkeiten in Deutschland interessiert sind, vor allem in den MINT-Fächern. Dank flexibler Remote-Arbeitsmodelle und digitaler Arbeitsmethoden können diese auch von ihrem Heimatland aus für deutsche Arbeitgeber tätig werden. Personaleinsatzmodelle wie Employer of Record (EOR) helfen dabei, Fachkräfte im Ausland zu finden und das Beschäftigungsverhältnis von Anfang bis Ende zu managen. Durch den Einsatz KI-gestützter Technologie in Kombination mit HR-Tech-Lösungen können Unternehmen die damit verbundenen Prozesse beschleunigen und sicherstellen, dabei alle lokal geltenden Compliance-Regelungen einzuhalten.

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Entscheiderinnen und Entscheider weltweit sind sich der Bedeutung von KI-Technologien bewusst, wenn es darum geht, neue Märkte zu erschließen und Teams in einem internationalen Umfeld zu koordinieren. Eine überwältigende Mehrheit von 96 Prozent der Befragten ist überzeugt, dass Firmen, die KI für grenzüberschreitende, asynchrone Arbeitsprozesse nutzen, einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben. KI hilft nicht nur dabei, kulturelle und sprachliche Hürden zu meistern – ein Punkt, den 40 Prozent der Befragten hervorheben –, sondern erleichtert auch die Zusammenarbeit sowie die Einhaltung regulatorischer Anforderungen über verschiedene Märkte hinweg.

Ohne Veränderungsbereitschaft kein KI-Erfolg

Die Bedeutung von KI-Technologien für die globale Arbeitswelt und den Wettbewerb um Fachkräfte liegt auf der Hand. Um das volle Potenzial von KI zu nutzen, müssen Unternehmen jedoch sorgfältig evaluieren, wo sie stehen und was sie benötigen, wenn es um Fähigkeiten, Ressourcen, Infrastruktur und Prozesse geht. Firmen brauchen Veränderungsbereitschaft, um diese technologischen Lösungen erfolgreich in ihre Prozesse einzubinden und den Fachkräftemangel effektiv zu bekämpfen.

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