Studie zur KI-Adoption in Unternehmen offenbart große Lücken KI-Einsatz in Unternehmen: Wunschdenken trifft auf Realität

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Eine Studie von EPAM zeigt, dass sich knapp die Hälfte der Unternehmen als KI-fortschrittlich sieht – doch nur wenige haben tatsächlich marktreife Anwendungen. Was läuft schief?

Was bremst die Einführung von KI in Unternehmen? Neue EPAM-Studie bringt wichtige Erkenntnisse ans Tageslicht.(Bild:  KI-generiert)
Was bremst die Einführung von KI in Unternehmen? Neue EPAM-Studie bringt wichtige Erkenntnisse ans Tageslicht.
(Bild: KI-generiert)

Fast jedes zweite Unternehmen stuft sich laut EPAM-Studie* als fortschrittlich oder gar disruptiv bei der KI-Nutzung ein. Realistisch betrachtet aber haben gerade einmal 26 Prozent dieser Firmen konkrete KI-Produkte am Markt platziert. Während KI vielerorts als Produktivitäts-Booster gefeiert wird, entpuppt sich die Skalierung oft als Achillesferse: Nur 30 Prozent der „fortschrittlichen“ Unternehmen schaffen eine breite Nutzung von KI. Offenbar klaffen Wunschdenken und Praxis weit auseinander.

Produktivität first, Kundenbindung second?

Die Studie, für die EPAM über 7.300 Entscheider und Entwickler in neun Ländern befragte, offenbart, dass Unternehmen vor allem schnelle Erfolge suchen. Ziele wie „höhere Produktivität“ und „operative Effizienz“ rangieren weit vor langfristigeren Zielen wie Umsatzwachstum oder verbesserter Kundenerfahrung.

Besonders die Vernachlässigung der Kundenbindung könnte sich dabei rächen, da nachhaltige Wettbewerbsvorteile zunehmend durch exzellente Kundenerlebnisse definiert werden.

Im Schnitt wollen die Unternehmen ihre Ausgaben für KI im Jahr 2025 um 14 Prozent steigern, was das wachsende Bewusstsein für strategische KI-Investitionen verdeutlicht.

Mensch als unterschätzter KI-Faktor

Eine ironische Erkenntnis: Je technologischer KI wird, desto wichtiger werden Menschen. Zwar planen 43 Prozent der Firmen, KI-Fachkräfte einzustellen – vor allem Machine-Learning-Ingenieure und KI-Forscher –, doch gleichzeitig sehen 42 Prozent massiven Upskilling-Bedarf beim bestehenden Personal.

Der Jobmotor KI ist somit kräftig in Bewegung, da fast jedes zweite Unternehmen neue KI-bezogene Stellen schaffen möchte. Doch viele Unternehmen unterschätzen offenbar, dass KI-Erfolg vor allem von qualifiziertem und integriertem Personal abhängt – und nicht allein von der Technik.

Sicherheit und Governance hinken hinterher

Dass nur vier Prozent der als disruptiv geltenden Firmen umfassende Governance-Strukturen für KI etabliert haben, zeigt eine weitere gravierende Schwäche. Durchschnittlich brauchen Unternehmen satte 18 Monate, um solche Strukturen aufzubauen.

Ähnlich problematisch sieht es bei der IT-Sicherheit aus: 35 Prozent der Unternehmen beklagen, dass mangelhafte Sicherheitsprogramme ihre KI-Adoption bremsen. Gerade angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen, etwa durch die kommende EU-AI-Verordnung, könnte das für viele zum Stolperstein werden.

* Methodik: Die in diesem Bericht veröffentlichten Daten basieren auf einer Umfrage unter 7.300 Befragten aus Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern, die sich gleichmäßig auf die C-Suite- und Vizepräsidenten-Ebene sowie auf Ingenieure und Entwickler aus neun Ländern (USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Singapur und Argentinien) und acht Branchen (Finanzdienstleistungen, Biowissenschaften und Medizintechnik, Bildung und Wirtschaftsinformationsdienste, Energie, Einzelhandel und Konsumgüter, Telekommunikation, Medien und Unterhaltung, Versicherungen, Automobilindustrie und Fertigung) verteilen. Die Umfrage wurde zwischen dem 24. Oktober 2024 und dem 3. Dezember 2024 durchgeführt. Die Umfragedaten wurden in Zusammenarbeit mit Censuswide erhoben.

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