Künstliche Intelligenz

KI-Bundesverband stellt 9-Punkte-Plan vor

| Autor / Redakteur: Lisa Marie Waschbusch / Nico Litzel

Der KI-Bundesverband bei der Gründung in München.
Der KI-Bundesverband bei der Gründung in München. (Bild: KI-Verband)

Der KI-Bundesverband hat am Montag ein Positionspaper veröffentlicht. Darin fordert der Verein von der Regierung gezielte Maßnahmen zur KI-Förderung, unter anderem mehr Geld für die KI-Forschung.

Der Bundesverband KI, dem rund 50 Firmen aus der KI-Branche angehören, hat einen 9-Punkte-Plan für Deutschland veröffentlicht, der gezielt Maßnahmen der Regierung zur KI-Forderung verlangt. Darin fordert er unter anderem das Schulfach Datenkunde ab der 3. Klasse, Open-Data-Pools zur Sicherung der marktwirtschaftlichen Kräfte und die Errichtung einer Moonshot-Factory, die eine pan-europäische Anstrengung im Bereich KI verwirklichen soll.

Die 9 Punkte im Einzelnen:

Bildung & Forschung

  • Förderung der KI-Forschung in der Spitze: Es muss ein zusammenhängender, weltweit führender (Metrik: Anzahl Zitierungen) Research-Hub mit mindestens 1.000 Forschern mit international wettbewerbsfähiger finanzieller Ausstattung geschaffen werden.
  • Flächendeckende KI-Aus- und -Weiterbildung: Datenkunde muss als Pflichtfach ab der 3. Klasse eingeführt werden und es braucht eine breite Verankerung von Datenkunde in den meisten Studienfächern und Förderung von Weiterbildungsprogrammen für Arbeitnehmer.
  • Förderung von Open-Data Pools: Zugunsten von Ausbildung, Forschung und Industrie müssen verpflichtende, einheitliche und sichere Open-Data Pools im Rahmen eines Datennutzrechts geschaffen werden, in denen sowohl öffentliche als auch Daten aus der Wirtschaft bereitgestellt werden.

Wirtschaft & Infrastruktur

  • Global wettbewerbsfähige KI-Startup- und KMU-Finanzierung: Es bedarf einer massiven Aufstockung von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten (zusätzlich mind. 5 Mrd. EUR pro Jahr) sowohl von staatlichen und europäische Programmen als auch privaten Risikokapitalgebern für KI-Start-ups und KMUs.
  • Moonshot Factory: Ein pan-europäisches Förderprogramm (mit mind. 1 Mrd. EUR pro Jahr) für sogenannte Moonshot-Projekte (Beispiel: Darpa, J.E.D.I.) mit unbürokratischen Zuteilungskriterien und Prozessen inkl. Außenwirksamkeit durch Wettbewerbe muss etabliert werden.
  • Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Industrie: Explizite und unbürokratische Förderung von KI-Projekten zwischen KI-Unternehmen und der etablierten Industrien (mind. 1 Mrd. EUR pro Jahr) müssen geschaffen werden.

Arbeit & Gesellschaft & Recht

  • Schaffung adäquater rechtlicher Rahmenbedingungen: Sandbox-Umgebungen sowie zeitlich beschränkte und regelmäßig zu aktualisierende Regulierungen unter Einbeziehung von KI-Experten ohne Einschränkungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit müssen geschaffen werden.
  • Aufklärung: Es müssen Initiativen zur Aufklärung über die heutige allgegenwärtige Verwendung der Nutzerdaten, den positiven Einfluss von KI auf die Gesellschaft, eine differenzierte Analyse der Risiken, sowie die Notwendigkeit des Einsatzes von KI zur Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industrien gebildet werden.
  • Gesellschaftlichen Auswirkungen: Es bedarf der Entwicklung von Zukunftsszenarien und der kontinuierlichen Adaption von Umsetzungsplänen an aktuellste technologische Fortschritte (Vorbild: Abschätzung des Klimawandels und resultierender Klimaschutzpolitik) und der Einrichtung eines deutschen Ethikrates für KI).

Insgesamt enthält das Positionspaper über hundert einzelne Maßnahmen, die laut Verband Deutschland und Europa im Wettlauf mit anderen Volkswirtschaften stärken sollen. Der Verband wurde Mitte März 2018 mit Unternehmen, Startups und Experten aus der KI-Branche gegründet und dient nach eigenen Angaben als Sprachrohr.

Quelle: KI-Verband.de

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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