KI-Sicherheit in der Software-Lieferkette Maschinelles Lernen: Wer scannt die Scanner?

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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KI-Modelle versprechen Innovation, doch bringen sie auch erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich. Böswillige Manipulationen von Modellen können ganze Unternehmen kompromittieren. Die neue Partnerschaft von JFrog und Hugging Face soll genau das verhindern.

Neue Integration soll die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von quelloffenen ML-Modellen erheblich verbessern, was zu einer sichereren, verantwortungsvolleren KI für alle führt.(Bild:  JFrog)
Neue Integration soll die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von quelloffenen ML-Modellen erheblich verbessern, was zu einer sichereren, verantwortungsvolleren KI für alle führt.
(Bild: JFrog)

Die Entwicklung von KI-Anwendungen gleicht einem Wettrennen. Unternehmen optimieren Modelle, Analysten feilen an Algorithmen, Investoren pumpen Milliarden in die Technologie. Doch während der Fortschritt gefeiert wird, bleibt eine zentrale Frage oft unbeantwortet: Wer kontrolliert eigentlich, ob diese Modelle sicher sind?

JFrog und Hugging Face haben sich dieser Herausforderung angenommen und eine neue Sicherheitsintegration vorgestellt. Ihr Ziel: eine Art „Gesundheitscheck“ für KI-Modelle, bevor sie in produktive Umgebungen gelangen. Dabei werden Modelle auf versteckte Hintertüren, bösartigen Code und bekannte Sicherheitslücken geprüft. „Da ML-Modelle zu einem integralen Bestandteil kritischer Geschäftsanwendungen werden, ist die Gewährleistung der Sicherheit dieser Modelle von entscheidender Bedeutung für die Verhinderung von Sicherheitsverletzungen, Datenlecks und Fehlentscheidungen“, betont Asaf Karas, CTO von JFrog Security.

Der unsichtbare Feind in der KI-Lieferkette

Angriffe auf KI-Modelle sind nicht mehr bloße Theorie. JFrog hat nach eigenen Angaben bereits 25 Modelle in Hugging Face identifiziert, die als Zero-Day-Bedrohungen eingestuft wurden. Die meisten herkömmlichen Scanner hätten diese nicht erkannt. Angreifer nutzen gezielt Schwachstellen in den Modell-Serialisierungen oder fügen versteckten Schadcode ein, der erst beim Einsatz des Modells aktiv wird. Unternehmen, die solche Modelle naiv übernehmen, öffnen ungewollt ihre Systeme für Angriffe.

Die Bedrohung ist real: „Mit der zunehmenden Popularität und dem weit verbreiteten Einsatz von KI steigt auch die Zahl potenziell bösartiger Akteure, die es auf die KI-Community im Allgemeinen und unsere Plattform im Besonderen abgesehen haben“, warnt Julien Chaumond, CTO von Hugging Face. Die Partnerschaft mit JFrog soll nun Abhilfe schaffen. Doch wie verlässlich sind solche Scans?

Siegel allein reichen nicht

Ein „JFrog Certified“-Häkchen ist ein guter Anfang. Die Sicherheitsprobleme in KI-Modellen gehen aber weit über einfache Code-Scans hinaus. Selbst wenn ein Modell heute als sicher gilt, bedeutet das nicht, dass es nicht morgen von einem neuen Angriffsvektor betroffen ist. Sicherheitsmechanismen in der Software-Lieferkette müssen kontinuierlich angepasst werden. Unternehmen dürfen sich also nicht allein auf externe Scans verlassen, sondern müssen eigene Sicherheitsstrategien entwickeln.

Die aktuelle Initiative von JFrog und Hugging Face ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch die Frage bleibt: Wird die Branche sich langfristig auf Sicherheitsstandards einigen oder bleiben Unternehmen weiterhin im Blindflug unterwegs? Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieses Modell Schule macht.

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