Mensch-Maschine-Balance Jabra-Studie zeigt: KI-Nutzer sind zufriedener

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wissensarbeiter, die KI regelmäßig im Job nutzen, berichten von mehr Zufriedenheit, Sinn und Optimismus – aber auch von steigendem Druck. Eine globale Studie von Jabra zeigt, was Unternehmen daraus ableiten könnten und warum Kommunikation wichtiger sein dürfte als technische Reife.

Jabra-Studie zeigt: Täglicher KI-Einsatz bringt Zufriedenheit, aber auch Stress. Kommunikation wird zum Erfolgsfaktor in der KI-Transformation.(Bild:  Jabra)
Jabra-Studie zeigt: Täglicher KI-Einsatz bringt Zufriedenheit, aber auch Stress. Kommunikation wird zum Erfolgsfaktor in der KI-Transformation.
(Bild: Jabra)

Wer täglich mit KI arbeitet, scheint zufriedener im Job zu sein. Laut der Studie „Work and Wellbeing in the Age of AI“, durchgeführt von Jabra und dem Happiness Research Institute, berichten tägliche KI-Nutzer 37 Prozent häufiger von hoher Arbeitszufriedenheit als ihre Kollegen, die kaum oder nie mit KI-Tools arbeiten. Auch Zielerreichung, Lernfortschritt und Entwicklungsmöglichkeiten schätzen sie deutlich höher ein.

Gleichzeitig zeigen sich widersprüchliche Gefühle: Ein Drittel der intensiven KI-Nutzer äußert Sorge, dass der Einsatz von KI zur eigenen Arbeitslosigkeit führen könnte. Bei Wenignutzern liegt dieser Anteil nur bei 20 Prozent. Die Studie deutet damit auf ein Spannungsfeld hin: Mehr Kontakt mit KI schafft sowohl Vertrauen als auch Verunsicherung.

Die Analyse basiert auf den Antworten von 3.736 Wissensarbeitern aus elf Ländern, darunter 357 aus Deutschland. Die Befragten stammen aus unterschiedlichen Branchen – ein Schwerpunkt liegt auf Management- und IT-Funktionen.

Kooperation statt Automation verbessert das Erleben

Einen besonderen Effekt auf das Wohlbefinden hat der Einsatz von KI in der Zusammenarbeit. Wer KI nicht nur zur Automatisierung nutzt, sondern zur Unterstützung gemeinsamer Prozesse – etwa bei Meetingnotizen oder Co-Authoring – empfindet die Arbeit als erfüllender. Der Entlastungseffekt scheint in diesem Kontext die Verbindung im Team zu stärken.

Gleichzeitig steigt mit dem Einsatz auch der Stresspegel. Häufige Nutzer berichten im Schnitt von einem Stressniveau von 6 auf einer Skala von 10, im Vergleich zu 5 bei Wenignutzern. Als Ursache nennt die Studie unter anderem die mentale Belastung durch den Umgang mit unsicheren Ergebnissen, Prompt-Optimierung und die Notwendigkeit permanenter Kontrolle.

Stress wird dabei nicht ausschließlich negativ bewertet. In vielen Fällen könne er ein Indikator für Engagement sein – eine Art produktiver Spannung, die durch sinnvolle Arbeit entsteht.

Technik reicht nicht – Kommunikation entscheidet

Bemerkenswert ist, dass laut Studie viele Unternehmen beim Thema KI noch am Anfang stehen: 30 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Arbeitgeber bisher keinerlei Maßnahmen zur KI-Integration getroffen haben. Entscheidend für das Wohlbefinden scheint das jedoch nicht zu sein. Vielmehr wirkt sich aus, ob Unternehmen offen über Pläne, Ziele und Unsicherheiten sprechen. Wer sich von Führungskräften gut informiert fühlt, berichtet signifikant häufiger von Vertrauen, Sinn und Optimismus.

Dabei geht es weniger um perfekte Antworten als um Transparenz. Die Studie hebt hervor: Mitarbeiter wollen verstehen, wie KI ihren Arbeitsalltag verändern wird – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Die drei meistgenannten Wünsche: gezielte Schulungen zu KI-Tools (44 Prozent), Weiterbildungsmöglichkeiten (38 Prozent) und Programme zur AI-Literacy.

Unternehmen, die diesen Bedarf nicht adressieren, laufen laut Studie Gefahr, nicht nur Innovationspotenzial, sondern auch Vertrauen zu verlieren.

(ID:50492007)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung