Kommentar von Dr. Daniel Holz, Databricks Weiterbildung ist der Grundstein der KI-Transformation

Von Dr. Daniel Holz 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In Deutschland wollen laut einer Studie, die auf einer Umfrage des Bitkom basiert, 29 Prozent der befragten Unternehmen ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) erhöhen. Allerdings bieten nur acht Prozent KI-Schulungen für alle Mitarbeiter an, weitere 21 Prozent für die Mehrheit und 25 Prozent nur für ausgewählte Mitarbeiter. Hier besteht noch erheblicher Verbesserungsbedarf. Das Angebot an KI-Schulungen und die fast täglichen Empfehlungen für das richtige „Prompting” sprechen Bände über den Bedarf und die Nachfrage.

Der Autor: Dr. Daniel Holz ist VP Central Europe bei Databricks(Bild:  Databricks)
Der Autor: Dr. Daniel Holz ist VP Central Europe bei Databricks
(Bild: Databricks)

Mit dem EU-KI-Gesetz und Artikel „4 KI-Kompetenz“ hat die EU festgelegt, dass es in der Verantwortung der Organisationen liegt, ihre Mitarbeiter für den Einsatz von KI zu qualifizieren. In dem Artikel heißt es, dass Anbieter und Betreiber von KI-Systemen Maßnahmen ergreifen sollten, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter und anderer Personen, die mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, sicherzustellen. Diese Bemühungen sollten technisches Wissen, Erfahrung, Aus- und Weiterbildung kombinieren und Einblicke in den Kontext der KI-Systeme vermitteln. All dies sollte unter Berücksichtigung der Personen oder Personengruppen erfolgen, für die die KI-Systeme eingesetzt werden sollen.

Obwohl 90 Prozent der weltweit führenden Technologieunternehmen in KI investieren, zwingen steigende Rechenkosten und knappe Budgets die Unternehmen bereits jetzt zu schwierigen Entscheidungen.

Ende Juli hat das deutsche Bundeskabinett KI als eine von sechs Schlüsseltechnologien in seine Hightech-Agenda Deutschland aufgenommen. Bis Ende dieses Jahres soll gemeinsam mit verschiedenen Interessengruppen ein Fahrplan erstellt werden, mit dem Ziel, unter anderem großangelegte Förderinitiativen für KI-Modelle der nächsten Generation zu starten.

Investitionen in KI-Modelle der nächsten Generation reichen allein nicht aus, um das Land als KI-Innovator zu positionieren. Vor allem braucht es Infrastruktur, wie sie bereits mit den KI-Gigafabriken diskutiert wird. Technologie und Infrastruktur können jedoch keine Transformation bewirken. Selbst die ausgefeiltesten Werkzeuge sind praktisch wertlos, wenn es keine Menschen gibt, die sie zu bedienen wissen. Um das Potenzial der KI voll auszuschöpfen, müssen Kompetenzentwicklung und Weiterbildung von Anfang an fest in jeder KI-Förderinitiative verankert sein.

KI-Skills sollten nicht nachträglich hinzugefügt werden

KI-Investitionen beginnen oft mit der Infrastruktur wie Modellen, Plattformen und Rechenleistung. Aber allzu oft wird die Entwicklung von KI-Skills als optional behandelt oder auf „später” verschoben.

Das Ergebnis ist, dass Unternehmen Aufgaben automatisieren, ohne ihre Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, sich anzupassen oder weiterzuentwickeln. Diese Art der Automatisierung ist ein stumpfes Instrument, das zwar kurzfristig Kosten senkt, aber die Kreativität hemmt, die Arbeitsmoral untergräbt und im schlimmsten Fall sogar Widerstand gegen Innovationen erzeugt.

Stattdessen geht es darum, den Menschen zu helfen, mit der KI zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass aus jedem Mitarbeiter ein Machine Learning Engineer werden muss. Es bedeutet vielmehr, den Teams das Selbstvertrauen und die Fähigkeit zu geben, KI zur Lösung von Problemen, zur Verbesserung von Entscheidungen und zur Konzentration auf höherwertige Aufgaben einzusetzen. Dieser Wandel ist es, der einen nachhaltigen ROI liefert, nicht nur durch die Technologie, sondern auch durch die Menschen, die dahinterstehen.

Die Belegschaft verfügt bereits über das nötige Talent

Die gute Nachricht ist, dass die meisten Unternehmen bereits über fundiertes Fachwissen verfügen. Mit der richtigen Unterstützung können bestehende Teams ihre Rollen weiterentwickeln, indem sie KI-Tools einsetzen, um repetitive Aufgaben zu automatisieren und kreative Aufgaben zu fördern. Das kann jedoch nicht isoliert geschehen.

Die Entwicklung von Fähigkeiten muss von Anfang an eingebettet sein: in die KI-Strategie, in Veränderungsprogramme und in die täglichen Arbeitsabläufe. Dazu bedarf es mehr als eines einzigen Schulungsmoduls oder Kompetenzzentrums. Es erfordert eine Kultur, in der kontinuierlich gelernt und KI entmystifiziert wird.

Das bedeutet auch, dass die Schulungen nicht auf abstrakte oder akademische Umgebungen beschränkt sein dürfen. Menschen lernen am besten, wenn sie sehen, wie KI in der realen Welt funktioniert, wo sie experimentieren, Feedback erhalten und die für sie wichtigen Probleme lösen können.

Zugang und Inklusion als integrativer Bestandteil der Strategie

Weltweit gibt es eine wachsende Dynamik bei der Demokratisierung des Zugangs zu Bildung im Bereich der KI. Hochwertige, praxisorientierte Schulungen (insbesondere wenn sie kostenlos angeboten werden) tragen dazu bei, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und einen vielfältigeren Pool an KI-kompetenten Talenten aufzubauen.

Unabhängig davon, ob jemand Student, Berufseinsteiger oder Quereinsteiger ist, kann der Zugang zu Tools und Lerninhalten auf Unternehmensniveau dabei helfen, praktische Fähigkeiten in den Bereichen Data Engineering, Analytik und KI-Entwicklung zu entwickeln. Durch die Beseitigung von Zugangsbarrieren können mehr Menschen praktische Erfahrungen in der angewandten Problemlösung sammeln, die die Herausforderungen widerspiegeln, denen Unternehmen täglich gegenüberstehen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Unternehmen sollten ebenso in domänenspezifische Weiterbildungen investieren. Die meisten KI-spezifischen Jobs von morgen werden nicht neu sein, sondern sind bestehende Rollen, die durch den Zugang zu Echtzeit-Intelligenz und Automatisierung verändert werden. Das bedeutet, dass Schulungen maßgeschneidert, kontextbezogen und auf die tatsächlichen täglichen Aufgaben der Teams abgestimmt sein müssen.

KI greifbar und vertrauenswürdig machen

Letztlich wächst das Vertrauen in KI, wenn Mitarbeiter sehen, dass sie in ihrer Arbeitswelt funktioniert. Der sichere und großflächige Einsatz von Tools in realen Arbeitsabläufen ist unerlässlich. Das bedeutet, Datensilos zu überwinden, eine klare Governance zu etablieren und KI-Agenten in die Systeme zu integrieren, die die Menschen bereits nutzen. Die inklusivsten Innovationen erfordern nicht, dass Teams auf der grünen Wiese anfangen, sondern dass sie die Nutzer dort abholen, wo sie stehen.

Dieser Ansatz reduziert Reibungsverluste, schafft Vertrauen und ermutigt funktionsübergreifende Teams, gemeinsam an den gesteckten Zielen zu arbeiten. Wenn KI Teil der Entscheidungsfindung in den Bereichen Produkt, Betrieb und Kundenservice wird, wandelt sie sich von einem technischen Projekt zu einem unternehmensweiten Vermögenswert.

KI-Führungskompetenz beginnt beim Mensch

Wenn die Bundesregierung und deutsche Unternehmen in der KI-Wirtschaft führend sein wollen, müssen sie KI-Schulungen und Training zur Grundlage der Innovation machen und nicht zu einer Nebensache. Die Zukunft gehört denen, die Daten und KI nutzen können, um reale Probleme auf allen Ebenen der Belegschaft zu lösen.

Investitionen in eine breite Weiterqualifizierung sind eine nationale Priorität und nicht nur gut für die Wirtschaft. Wir müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass das KI-Zeitalter ein Zeitalter der Inklusion, der Chancen und des gemeinsamen Fortschritts ist und nicht eines, in dem Potenziale aufgrund mangelnden Zugangs verschwendet werden.

Hören wir auf, KI-Skills als optional zu betrachten, und beginnen wir, die KI-Zukunft von Grund auf aufzubauen und zwar mit und durch jeden einzelnen Menschen, der sich in der neuen KI-Welt zurechtfindet.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50606799)